Arena und Deckel
Was
mich an einem internen Nest störte, war, dass es die Sicht auf die
Ereignisse auf seiner Rückseite versperrte. Eine Lösung war logisch:
Versenke das Nest in der Erde, da sind sie in der Natur schließlich
auch. Die Arena einfach bis zur Höhe des Nestes mit Sand-Lehm füllen
schien mir aber aus zwei Gründen unratsam.
Erstens
würde die ganze Anlage dann extrem schwer werden, doch das war noch
nicht das größte Problem: Der befeuchtete Y-Tong Stein würde permanent
Feuchtigkeit an den Bodengrund abgeben. Das würde perfekte Bedingungen
schaffen, in denen meine Lasius niger wilde Nester graben konnten.
Schon hätte ich jede Beobachtungsmöglichkeit im Nest verloren und ein
riesen Problem bei der Einwinterung obendrein.
Ich
entschloss mich für folgende Lösung: Ich hielt an der Niveauerhöhung
des Bodens fest, gestaltete sie aber aus Styroporplatten. Diese schnitt
ich so zurecht, dass sie
in die Arena mit dem Nest passten und legte sovieles Schichten übereinander, dass sie beinah die höhe des Niststeines hatten
Doch
das Problem des „schwitzenden“ Steines blieb. Würde ich nur oben den
Bodengrund aus Sand und Lehm ausbreiten, würde er trotzdem feucht.
Nicht so stark wie er es ohne das Styroporfundament würde,aber ich
wollte es nicht darauf ankommen lassen.
Die
zweite Möglichkeit: Gips. Ich hatte ihnen bei Kleinst-Arenen schon mal
als Bodengrund benutzt. Gips ist jedoch als Bodengrund nicht völlig
unumstritten. Gerade im Feuchtraum kann er schon mal anfangen zu
schimmeln. Meine Lösung: Ich würde den kompletten Boden mit
Frischhaltefolie auslegen und so gleich zwei Fliegen mit einer Klappe
schlagen: Der Gips würde nicht zwischen die Styroporplatten laufen und
es könnte kein Feuchtigkeitsaustausch mehr zwischen Boden und Nest
entstehen und
die Gips-Bodenplatte würde sich nicht mit Nest und
Aquarienwand verbinden. In der Praxis gelang war mein Ergebnis aber
eher dürftig, weshalb ich nicht Klarsichtfolie über die ganze Fläche
spannte, sondern nur die Ritzen mit Klebeband zuklebte. Der Gips blieb
so auch wo er sein sollte und Wasser konnte
trotzdem nicht an den Gips kommen.
Ich
schnitt also die Styyroporplatten zu, lies in der untersten Schicht
einen Hohlraum für den Wassertank des Nestes und einen für einen
Pflanztopf. Ich berücksichtigte
auch Aussparungen für Bepflanzung
u.Ä. Ursprünglich wollte ich den Wasserstand im Wassertank elktronisch
überwachen. Weil das schief gegangen ist, hab ich zwei senkrechte Rohre
durch das Styropor geführt. In einem ist ein Schwimmer und der andere
dient zum Nachfüllen.
Ich legte alles in die zuvor mit PTFE
gesicherte Arena. Nun klebte ich das Klebeband entlang der Kanten des
Styropors. An jedem Rand lies ich gut etwas überstehen, was ich später
wegschneiden würde. Ich rührte Gips an und verteilte ihn auf der Folie.
Zunächst wollte ich sehr dünnflüssigen Gips benutzen, in den ich mehr
Wasser getan hatte, als auf der Packung empfohlen war. Das war dumm.
Der Gips härtete in der Folge nicht aus, sondern trocknete nur zu einer
Sandartigen Substanz, in der Ameisen vermutlich prima graben konnten.
Ich hielt mich also an die Anleitung, verteilte eine weitere Schicht
und ließ sie aushärten.
Während
der Gips trocknete machte ich mich an den Deckel, den ich als
zusätzlichen Ausbruchschutz, aber auch gegen Einrieseln von Staub
verwenden wollte.
Deckelbau
Zunächst
musste dasPlexiglas (2,5mm stark) auf die passenden Maße gebracht
werden. Ich hatte vor es auf jeder Seite ca. 3mm überstehen hatte. Ich
riss also ein
30,6x60,6 cm großes Stück an. Entlang der Kanten
ritzte ich es mit einem Teppichmesser einige Male an. Ich zog das
Messer dabei an einer Holzlatte entlang, um keinen krummen Schnitt zu
erhalten.
Danach brach ich es über eine Tischkannte und schliff die
Kanten ab. Mit einem Bohrer für größere Löcher bohrte ich Aussparungen
für die Teesiebe, als Belüftung.
Ich
trennte nun die Teebälle in ihre zwei Hälften und kniff mit einer Zange
alle überflüssigen Befestigungen ab. Die Montage auf den Deckel führte
ich mit Heißkleber durch. (Tipp: Erhitzt die Teesieb-Hälften
vorsichtig, dann bleibt der Kleber länger weich) Man kann auch
Sekundenkleber verwenden, das Ergebnis war bei mir aber nie so gut und
ging auch schneller wieder kaputt. Jetzt musste noch das Klebeband
angeklebt werden und schon war der Deckel fertig.
Jetzt mein Problem:
Nach einer Woche Testlauf für die Anlage hat sich promt Schimmel gebildet.
Und zwar nicht nur ein bisschen, sondern großflächig auf der Oberfläche
des Niststeins. Ich hab daraufhin ein Stabfeuerzeug genommen und die
ganze Oberfläche abgeflammt (die Ameisen sind ja noch nicht drin). Ich
befürchte, dass die Feuerzeugflamme aber nicht heiß genug ist, um auch
die Sporen nachhaltig zu vernichten.
Ich hab ein Schimmelspray, das als Wirkstoff Natriumhypochlorit enthält. Ich hab allerdings Skrupel das Zeug einzusetzten.
Was sagt ihr? Wer mehr über Natriumhypochlorit wissen will kann sich das hier durchlesen: http://de.wikipedia.org/wiki/Natriumhypochlorid
Vielen Dank schonmal!
antgeil