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Eine südamerikanische Ameisenart macht schnellere Bewegungen als jedes andere Lebewesen - mit ihrem Kiefer. Anstatt vor Feinden wegzurennen, beißt sie einfach zu -und legt damit jeden Angreifer aufs Kreuz.
Die schnellste bekannte Körperbewegung der Welt haben Forscher beim Biss einer südamerikanischen Ameisenart gemessen: Ihre Kiefer schnappen mit 230 Kilometern pro Stunde zu und bewegen sich damit so rasant wie ein Schnellzug. Diesen Rekord haben die amerikanischen Biologen mithilfe von hochauflösenden Videoaufnahmen belegt. Mit dem Biss packen die Ameisen, die den Namen Odontomachus bauri tragen, nicht nur ihre Beute, sie können sich durch die enorme Wucht ihrer Kiefer auch bis zu 40 Zentimeter weit katapultieren. Über ihre Untersuchungen berichten Sheila Patek von der Universität von Kalifornien in Berkeley und ihre Kollegen im Fachmagazin "PNAS".
Bei einer übermächtigen Bedrohung lassen die Ameisen ihre Kiefer gegen den Boden zuschnappen und katapultieren sich so in eine sichere Entfernung. Diesen Schleudereffekt können sie aber auch nutzen, um den Feind zu verletzen. Bei diesem Verteidigungsbiss packen die Ameisen ihren Gegner und schleudern ihn und häufig auch sich selbst durch die Luft.
Winziger Muskelprotz
Ein Muskelapparat am Kopf erzeugt die enorme Beschleunigungsenergie, die die Kieferzangen der Ameisen in weniger als einer Millisekunde auf Rekordgeschwindigkeit bringt. Die Muskeln übertragen ihre Kraft in einer Art Federmechanismus, der wie ein gespannter Bogen schlagartig seine Energie freisetzen kann. So erreicht dieses System seine explosive Beschleunigung, die durch eine herkömmliche Muskelkontraktion nicht möglich wäre, sagen die Forscher.
Die Rekord-Ameisen der Art Odontomachus bauri leben in weiten Teilen Mittel- und Südamerikas. Sie ernähren sich vorwiegend von Termiten und anderen Ameisenarten. Um diese Beute fangen zu können, hätten sie ihren Hochgeschwindigkeitsbiss jedoch wohl nicht entwickelt, vermuten die Forscher. Der große Überlebensvorteil entsteht durch die Möglichkeit, ihren Feinden wie Spinnen oder Fröschen durch einen enormen Salto zu entkommen, sagen die Biologen.
Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von »tungsten« (22. August 2006, 10:10)
Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »chrizzy« (7. Dezember 2007, 21:59)