Diskusionsthread zu Camponotus ligniperdus von Schwägi swiss

    07.05.2021
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    • ich habe meine lignis am 1.2.07 ausgewintert und am 3.4.07 ins Formi gesetzt und dann den Raum schrittweise aufgeheizt.
      in den 6 Tagen

      faszinierend, vor allem die datumsangaben^^
      außerdem ist immernoch winterruhe, aber das wurde dir ja oft genug gesagt^^

      edit: jetzt noch ein link der funzt und du bist schon ein stück weiter

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Darkman ()

    • Ameisen brauchen in der Winterruhe kein Futter, das ist absolut unnötig und unnatürlich. Ich habe vorher auch noch nie gehört, das Ameisen bei Graden von 1-5 Futter aufnehmen...

      lg, chrizzy

      @ Folgepost: Wieso bietest du überhaupt Futter an?^^ Ps: Wann hast du eine Ameisen eingewintert?
      Man findet mich ab jetzt auf ameisenportal.eu

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von chrizzy ()

    • Richtig, schwägi, manche Arten wie Camponotus ligniperdus oder herculeanus haben eine innere Jahresuhr und orientieren sich hauptsächlich danach. Deshalb gehen sie auch zu Zeiten in Winterruhe, die dem Halter vielleicht ein bisschen merkwürdig vorkommen. Dies ist ein endogener Rhythmus.
      Arten wie Lasius niger dagegen orientieren sich nach den äußeren Einflüssen, also den Temperaturen usw. Sie haben einen exogenen Rhythmus.

      P.S.: dies ist der 20.000ste Post des Forums. Juhu ^^
    • Könntest du vieleicht mal ein Paar Bilder deiner Anlage ins Netzt stellen. Würd mich (und ich glaub nicht nur mich ) sehr interessieren.

      LG Lord Helmchen
      Viele Menschen haben einen Horizont mit dem Radius null und dies ist ihr Standpunkt (Zitat Albert Einstein)
    • Du kannst ja auch immer "ungefähre" Zahlen, am Anfang noch relativ einfach, der Koloniestärke (Anzahl von Arbeiterinnen, Eier, Larven und was du noch möchtest^^) im Haltungsbericht schreiben.
      Dann noch was und wie viel du sie fütterst, denn so bekommen alle anderen die sich informieren möchten (oder dir helfen falls was nicht passen sollte) einen guten Überblick.
      Gelegentlich paar Bilder schaden auch nicht, denn so kann man sich auch leichter ein Bild von deinen Vorgangsbeschreibungen machen ;)
      Gruß, Simon
    • Original von Ameisen Freak
      Richtig, schwägi, manche Arten wie Camponotus ligniperdus oder herculeanus haben eine innere Jahresuhr und orientieren sich hauptsächlich danach. Deshalb gehen sie auch zu Zeiten in Winterruhe, die dem Halter vielleicht ein bisschen merkwürdig vorkommen. Dies ist ein endogener Rhythmus.
      Arten wie Lasius niger dagegen orientieren sich nach den äußeren Einflüssen, also den Temperaturen usw. Sie haben einen exogenen Rhythmus.

      [SPAM folgt]

      Ist zwar ein bisschen Spam, aber so oft gibt ja nicht so einen Rekord.


      Da möchte ich einmal ein Zitat von Sahal im globalen Erwärmungsthread anhängen, dass sich die innere Jahresuhr hauptsächlich nach den Temperaturen richtet...

      Original von Sahal
      Keinesfalls kann auch so ohne weiteres gesagt werden, das die Camponotus-Arten eine bessere Überlebenschance haben.
      Der endogene Jahreszyklus ist halt auf die hier herrschenden Temperaturen eingestellt... ein früherer und wärmerer Sommer hätte eine frühere Winterruhe zur Folge, und somit wäre der Jahresrhythmus komplett gestört und könnte ein "Erwachen" um Weihnachten zur Folge haben... schlechte Karten.


      Aber leider hat Sahal dazu keine genaue Quellenangabe, da über die Winterruhe kaum wissenschaftliche Ergebnisse vorliegen.
    • HiHo,

      nur zur Info: der Titel des Threads heißt Erderwährmung, unter der richtigen Schreibweise ist er wohl bis zu einer Korrektur schlecht zu finden.

      @Cookie, wo habe ich in diesem Zitat gesagt, der endogene Rhythmus richtet sich Hauptsächlich an den Temperaturen ?

      Es ist richtig, dass sich der endogene Jahresrhythmus unserer Camponotus ligniperdus und C. herculeanus auf die hiesigen "normalen" Temperaturen eingestellt hat, jedoch nicht von diesen abhängig ist und nur sehr bedingt nach diesen richtet.


      Dh die Ameisen nehmen den durch Vererbung gewohnten Jahresrhythmus des hiesigen Wetters als Grundlage für ihren "gefühlten", inneren Jahresrhythmus und rechnen folglich mit etwa 5-6 Monaten Winter und entsprechendem Sommer... nach Ablauf der "gefühlten" Sommer- oder Winterzeit wechseln sie die Phase, ohne Rücksicht auf die Temperaturen.
      (Ausnahme: langer Winter mit sehr kalten Temperaturen verzögert das Erwachen)


      Aber leider hat Sahal dazu keine genaue Quellenangabe, da über die Winterruhe kaum wissenschaftliche Ergebnisse vorliegen.

      Einige entsprechende Arbeiten zu diesem Thema:
      Eidmann, H.: Zur Kenntnis der Biologie der Roßameise (Camponotus herculeanus) (Z. angew. Ent., 14). 1928

      Eidmann, H.: Die Ueberwinterung yon Ameisen (Z. Morph. u. Oek. Tiere, 39), 1942

      Hölldobler, B.: Temperaturunabhaengige Rhythmische Erscheinungen bei Rossameisenkolonien (Camponotus ligniperdus Latr. und Camponotus herculeanus L.). (Hym. Form.). Insectes Sociaux 8, 1961, Seiten 13 - 22

      Hölldobler, B. & Wilson, E.O., The Ants, 1990, Seite 176 - 177

      Zudem ist das Ameisenwiki hierzu wie gewohnt lesenswert:
      ameisenwiki.de/index.php/Winterruhe

      Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von Sahal ()

    • Hallo Sahal,
      danke für die Quellenangaben...
      Aber ich sehe einen kleinen Widerspruch in deinem geschriebenen, vielleicht liegt es auch nur an der Formulierung:
      Original von Sahal:
      Keinesfalls kann auch so ohne weiteres gesagt werden, das die Camponotus-Arten eine bessere Überlebenschance haben.
      Der endogene Jahreszyklus ist halt auf die hier herrschenden Temperaturen eingestellt... ein früherer und wärmerer Sommer hätte eine frühere Winterruhe zur Folge, und somit wäre der Jahresrhythmus komplett gestört und könnte ein "Erwachen" um Weihnachten zur Folge haben... schlechte Karten.


      Wenn der Jahrestythmus durch einen früheren und wärmeren Sommer gestört wäre, dann würde es folglich doch an den Temperaturen liegen wenn man deinen Satz oben so richtig verstehen sollte...

      Es ist richtig, dass sich der endogene Jahresrhythmus unserer Camponotus ligniperdus und C. herculeanus auf die hiesigen "normalen" Temperaturen eingestellt hat, jedoch nicht von diesen abhängig ist und nur sehr bedingt nach diesen richtet.


      Da sehe ich halt den Widerspruch, oben heißt es dass sie bei anderen Temperaturen einen anderen Rythmus hätten und hier sagst du genau das Gegenteil. Was stimmt denn jetzt?

      Hier der Auszug aus dem Ameisenwiki über die Arbeit von Herrn B. Hölldobler:
      Zusammenfassung: Es konnten bei Camponotus ligniperdus und Camponotus herculeanus einige temperaturunabhängige rhythmische Erscheinungen beobachtet werden, über die in vorliegender Arbeit berichtet wurde. 1) Das Abdichten des Nestes ist bei Camponotus herculeanus auch bei höheren Temperaturen während der Winterzeit zu beobachten (Eidmann, 1942), bei Camponotus ligniperdus nicht.

      2) Camponotus ligniperdus und Camponotus herculeanus bilden während der Winterszeit auch bei höheren Temperaturen eine Wintertraube.

      3) Das Ruhelarvenstadium wird auch bei höheren Temperaturen eingehalten, dieses Larvenstadium ist sehr kälteresistent. Es erhält bei höheren Temperaturen Erhaltungsfutter.


      Hier wird gesagt, dass die C. herculeanus und C. ligniperdus temperaturunabhängig seinen, das würde ja dann oben im Widerspruch zu dem 1. Zitat stehen, wo du sagst, dass die Ameisen demnach einen völlig anderen Rythmus hätten.
    • Sorry, aber ich verstehe jetzt nicht, wo Du den Widerspruch suchst.

      Wenn Du eine auf einen 24h-Tag eingestellte Uhr auf den Merkur stellst, wird Dir diese Uhr nicht die korrekte, lokale Tageszeit anzeigen.

      [EDIT]Ah, jetzt hats Klick gemacht :D

      Der Knackpunkt bei endogener Winterruhe ist der auslösende Faktor: bei den meisten Arten ist es der äußere Einfluss der Temperatur, bei endogener Winterruhe ist es nur die innere Uhr.

      Davon zu trennen ist:
      Ameisen als wechselwarme Tiere sind stark auf die herrschenden Temperaturen angewiesen, diese steuern u.a. die "Lebensuhr" durch Beschleunigung des Stoffwechsels.

      Bei erhöhten Temperaturen tickt die innere Uhr schneller, und somit geht auch der "gefühlte" Sommer schneller zu Ende. Altbekannt, denn nicht umsonst gehen zu warm gehaltene Kolonien schneller in Stimmung zur Winterruhe, bzw Camponotus ligniperdus und C. herculeanus in tatsächliche Winterruhe.

      Haben die Ameisen also höhere Frühlingstemperaturen und einen wärmeren Sommer, geht der "gefühlte" Sommer schneller zu Ende und die C. ligniperdus folglich eher in Winterruhe.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sahal ()

    • @schwägi

      nicht des do, sondern desto



      Je früher der Sommer kommt und desto wärmer er ist, desto eher beginnen sie damit runterzufahren, wollen also in die Winterruhe.
      Ich halte:

      Pheidole pallidula, Myrmica rubra, Lasius niger, Messor spec.