Gründung bei Formica sanguinea

    07.05.2021
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    • @chrizzy

      Und es stimmt natürlich, das sie Gynen von Waldameisenköniginnen 4 mal weniger Reserven haben, aber eine Koloniegründung durch eine Gyne/Pleometrose ist trozdem möglich. Sie sind also nicht zwangsläufig auf Hilfsameisen angewiesen.


      Jetzt wird schon wieder das alte Märchen von der selbständigen Gründung bei Waldameisenköniginnen hervorgekramt, welches bereits etliche Male in Laborversuchen widerlegt wurde.

      Tatsache ist, dass aufgrund ihrer geringen Reserven Waldameisenköniginnen (und ebenso Raptiformica sanguinea) gar nicht zu einer selbständigen claustralen Gründung fähig sind. Unglücklicherweise haben sie auch die Fähigkeit verloren, semiclaustral zu gründen. In Laborversuchen schaffen sie es bestenfalls vom Honigwasser zu naschen, aber das wars dann auch schon. Aktives Jagen erfolgt genauso wenig wie das Versorgen der Larven mit Futter. Sie sind schlicht nicht (mehr) darauf programmiert.
      Das müssen zwangsläufig Hilfsameisen übernehmen, insofern die Königinnen nicht in einem Nest der eigenen Art unterkommen.

      Ciao, Wiseman!
    • Zur Koloniegründung von Raptiformica sanguinea hat jemand im Forum der Ameisenschutzwarte nachgefragt:
      ameisenschutzwarte.de/forum/viewtopic.php?t=453

      Pleometrotische Koloniegründung bei Sozialparasiten gibt es. Das kann man hier nachlesen:

      Seifert, B., Buschinger, A.2001: Pleometrotische Koloniegründung von Lasius meridionalis (BONDROIT, 1920) bei Lasius paralienus SEIFERT, 1992, mit Bemerkungen über morphologische und ethologische Anpassungen an die sozialparasitische Koloniegründung (Hymenoptera: Formicidae). Myrmecologische Nachrichten 4, 11-15.

      Das geht aber trotzdem nur mit Hilfsameisen!

      Es steht auch im neuen Seifert bei Lasius meridionalis.

      mfG, Antguy
    • Danke Antguy,

      genauso ist die betreffende Passage im "Seifert" auch zu verstehen, als Koloniegründung mehrerer Waldameisen- bzw. Raubameisenköniginnen in einem Hilfsameisennest.


      Also noch einmal für alle:

      Es gibt keine selbständige weder claustrale noch semiclaustrale Koloniegründung bei Waldameisen (auch nicht bei Raptiformica sanguinea). Auch eine Gründung in Pleometrose findet immer im Nest einer Hilfsameisenart statt!!!

      Ciao, Wiseman!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Wiseman ()

    • Es gibt keine selbständige weder claustrale noch semiclaustrale Koloniegründung bei Waldameisen (auch nicht bei Raptiformica sanguinea). Auch eine Gründung in Pleometrose findet immer im Nest einer Hilfsameisenart statt!!!


      Das bestreite ich auch nicht, in der Natur ist es definitiv so. ABER in der Haltung sieht die ganze Sache etwas anders aus.
      Da ist eine Gründung ohne Hilfsameisen möglich. Man hat nämlich die Möglichkeit, die Gyne zu füttern. Außerdem gibt es keine Risiken zB durch Feinde, und es herrscht auch ein homogeneres Klima.

      Natürlich ist eine erfolgreiche Gründung in der Haltung wahrscheinlicher, wenn man die Gyne sozialparasitisch gründen lässt. Aber eine Gründung in Pleometrose ohne Hilfsameisen oder auch durch 1 Gyne sind möglich.

      lg, chrizzy
      Man findet mich ab jetzt auf ameisenportal.eu
    • ABER in der Haltung sieht die ganze Sache etwas anders aus. Da ist eine Gründung ohne Hilfsameisen möglich. Man hat nämlich die Möglichkeit, die Gyne zu füttern.


      Das wäre dann aber trotzdem keine unabhängige Koloniegründung. Denn Du übernimmst in diesem Fall kurzerhand die Rolle der Hilfsameisen.

      Außerdem wird sich die Königin trotzdem nicht um die Brut kümmern, da das normalerweise auch von den Hilfsameisen übernommen wird. Oder fütterst Du auch noch die Larven und beleckst die Eier? :huepf:

      Fraglich ist außerdem ob sie überhaupt mit der Eiablage beginnt, solange keine Arbeiterinnen vorhanden sind (egal ob arteigene oder artfremde).

      Meine Erfahrung sagt mir, nein.

      Ciao, Wiseman!

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