Waldrand - Arten und Landschaft von Waxer

    07.05.2021
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    • Waldrand - Arten und Landschaft von Waxer

      Hi und Hallo an alle Forenmitglieder!





      Vor wenigen Tage habe ich einen kleinen Ausflug zu einem Waldrand unternommen, um mehr von den Arten die dort leben zu erfahren.

      Das Gebiet ist recht trocken, die Sonne strahlt in heißen Tagen sehr
      stark auf den Feldweg. Es gibt aber auch feuchtere Winkel, wo zum
      Beispiel versteckt Themnothroax-Arten leben und auch andere kleinere
      Arten der Gattung Lasius, Formica und Myrmica.



      Hier einmal die ersten Bilder des Waldes, eher gesagt des Waldrandes.













      Die gelbe Schattenameise, Lasius umbratus gehört zur Gattung Lasius und wird zu der Untergattung Chthonolasius gezählt.

      Sie ist in dieser Zoone weit verbreitet. Ihre Gründung erfolgt sozial
      parasitär, das heißt, die begattete Königin tötet, wie Formica s.
      str(geschützte Waldameisen) oder auch Lasius fuliginosus
      Wirtsarbeiterinnen, um sich den Kolonienduft anzueignen und so in das
      Nest zu gelangen.

      Die Königin tötet dann mit einem gekonntem Biss mit ihren leicht
      sichelförmigen Mandibeln die andere Königin der künftigen Wirtskolonie.

      Die Arbeiterinnen werden so nach und nach von den Arteigenen Arbeiterinnen ersetzt.

      Die Kolonien werden recht groß, die Entwicklung dauert nur sehr kurz.
      Geschlechtstiere gibt es viele auf einmal, das ist meistens bei der
      Gattung Lasius so.



      Ich habe seit sehr langer Zeit eine Königin aufgezogen gehabt. Hier mal ein paar Bilder der jetzigen Kolonie:











      Die Maße sind eigentlich Nebensache, aber ich nenne sie zur Information trotzdem.

      Das große Reagenzglas ist von Antstore, es hat die Maße 20cmx3cm.

      Die anderen drei Reagenzgläser sind aus einer Apotheke und haben die Maße 18cmx1,8cm.



      Die Kolonie hielt ich bislang, pflegeleicht in diesen Reagenzgläsern.

      Zwischenzeitlich bot ich ihnen neue an, da der Wassertank einiger Reagenzgläser schon gammelte oder leer war.

      Momentan ziehen sie noch einige Geschlechtstiere auf, vorwiegent Weibchen.

      Was ich allerdings beobachten konnte ist, dass sich ein Art Zwitter unter ihnen befindet.

      Es ist ein Arbeiterinnen großes Individuem mit einer deutlich
      schwärzeren Färbung. Auf der linken Seite befindet sich ein
      verkrüppeltes Flügelsegment.

      Dieses Individuen wird von ihren Artgenossinnen akzeptiert und sie lebt auch recht stabil.





      Nun geht es weiter.



      Formica s. str. gehört natürlich zu der Gattung Formica. Die geschützten Waldameisen gründen ebenfalls sozial parasitär.

      Die Königinnen versuchen auch in ein Wirtsnest einzudringen und die
      Königin dann zu töten. Alleine werden sie es nicht schaffen während der
      Gründung.

      Sie sind zwar sehr wohl dazu in der Lage etwas aufzunehmen, da sie
      nicht die Sichekförmigen Mandibeln, wie die Amazonenameisen haben,
      dennoch sind sie schlicht weg zu faul selbstsändig Puppen zu öffen und
      die Arbeiterinnen zu versorgen. So gesehen sind es Parasiten, die
      manchmal auch ihr Leben lassen müssen, da sie von den Arbeiterinnen
      durchaus auch getötet werden. Die Königin der Wirtskolonie muss auch
      nicht immer den Kampf verlieren.

      Einige Königinnen der Formica s. str. kehren auch zurück in ihr altes
      Nest und legen dort neue Eier, so entstehen gigantische Kolonien.



      Formica s. str. , vermutlich Formica rufa gibt es auch sehr häufig hier an diesem Waldrand.

      Die Nester sind groß und es verteilen sich viele Arbeiterinnen über viele Quadratmeter Fläche.

      Es gibt richtige Ameisenstraßen zu Futterquellen. Ein Haufen liegt direkt neben einem Nadelbaum, der Hartz absondern.

      Hartz benutzen Formica s. str. als Pilzhemmendes Mittel, was auch alle
      anderen Bakterien tötet, bevor die Arbeiterinnen in das Nestinnere
      eindringen.

      Bevor eine Arbeiterin in das Nest eindringt ist es für sie normal, sich vorher einmal so zu dezinfizieren.



      Hier einmal eine Aufnahme von einem Abtransport eines Insekts von Waldameisen:







      Und auch hier zeigt die Aufnahme einen anderen Abtransport:







      Es war sehr Interessant und Beeindruckend.



      Auf den folgenden Fotos sieht man nun 3 verschiedene große Ameisenhügel.











      Es handelt sich hierbei vermutlich alles um die gleiche Art.

      Die Nester liegen sehr Nahe aneinander. Das dritte liegt nur etwa 10 Meter weiter entfernt.

      Es gibt in dem inneren Waldweg viele Ameisenstraßen.

      Sie gehen von Nest zu Nest und lesen auch zwischendurch einige Insekten auf.

      Dort konnte ich sehr gut beobachten, dass es viele Grashüpfer gibt.

      Es gibt sozusagen Aushebungen ringsrum um so einen Ameisenhügel.

      Dort befinden sich Erdgänge, daher sollte man einen Abstand von mindestens 2 Metern einhalten.

      Hier einige Aufnahmen von den Eingängen die bei Regenfall mit Tannennadeln verschlossen werden.











      Man sieht deutlich die Nadeln auf den Erdlöchern.



      Hier auch nochmal eine kleine Ergänzung zu den Hügeln der Waldameisen.

      Man sieht auf den folgenden Aufnahmen eine Kolonie, wo sich nur wenige Nadeln befinden.

      Sie leben derzeit noch im Holz versteckt. Es gibt momentan viele neue frisch geschlüpfte Arbeiterinnen.

      Sie sind außerdem sehr gut geschützt. Ich denke, sie werden später mal eine große Kolonien bilden.











      Sehr schöne Stelle.

      Die Arbeiterinnen trugen viele Insekten ein.



      Eine weitere Art die dort lebt, ist die Tetramorium.

      Vermutlich die Gemeine Rasenameise (Tetramorium caespitum). Sie kommt aus der Unterfamilie der Myrmicinae(Knotenameisen).

      Die Arbeiterinnen dieser Art sind recht klein und schmall. So eine Kolonie kann bis zu 80.000 Arbeiterinnen enthalten.

      Die kleinen Kolonien die dort leben sind also noch gar nicht ausgewachsen.

      Ich konnte beobachten, dass es 8 Kolonien gibt. Sie werden wohl alle
      etwa 1000-5000 Arbeiterinnen haben, also 2-3 Jahre schon dort leben.



      Die Kolonien siedeln unter Pflanzen, ähnlich wie es aus der Gattung Lasius und Myrmica bekannt ist.

      Die Pflanzen dienen oft als Stabilisator.

      Die Wurzeln sind sehr geeignet.

      Außerdem werden bei der Art Lasius flavus in der Natur Wurzelläuse gemolken.

      In der Haltung kommt es vor, dass wenn man sie wie Lasius niger hält, sie sich auch so verhalten.

      Siehe Erne´s Bericht über seine Lasius flavus.



      Hier einige Bilder zu den Nestern:





















      Hier eine Aufnahme von dem Waldrand weiter hinten.

      Man sieht deutlich, diese Zoone ist schattiger.

      Hier leben andere Arten, wie einige Arten aus der Gattung Myrmica.

      Themnothorax lebt dort auch.









      So nun langsam endet dieser Beitrag.

      Es gibt noch eine Aufnahme die ich euch zeige.

      Es handelt sich hierbei um Lasius sp. (wahrscheinlich niger-gruppe):









      So das war es vorerst von mir.



      Ihr könnt hier runter schreiben, falls ihr Fragen oder Ähnliches stellen wollt, nur raus, ich bin da.





      Liebe grüße, Waxer!

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Waxer ()

    • Wie Merkur im AF geschrieben hat, sind die Angaben zu den Unterarten von T. caespitum von Wikipedia mit Vorsicht zu genießen, da Wikipedia keine zuverlässige Quelle in Sachen Ameisen ist und nicht klar ist, wie diese Unterarten heute zu bewerten sind. Wenn es um Ameisen geht, sollte man sich lieber im AmeisenWiki informieren.
      Was mich besonders interessiert, ist das von dir beschriebene "Zwitterwesen" zwischen Arbeiterin und Männchen. Wäre toll, wenn du ein Foto posten könntest.
    • Hi Waxer, danke für deinen Bericht! Wenn du Die Bedanken-Funktion eingeschaltet hättest, hättest du ein Thx von mir bekommen ;)

      Ich will auf eine Sache eingehen, die du schreibst:

      Was ich allerdings beobachten konnte ist, dass sich ein Art Zwitter unter ihnen befindet.

      Es ist ein Arbeiterinnen großes Individuem mit einer deutlich
      schwärzeren Färbung. Auf der linken Seite befindet sich ein
      verkrüppeltes Flügelsegment.

      Dieses Individuen wird von ihren Artgenossinnen akzeptiert und sie lebt auch recht stabil.


      Es ist zwar eher selten, wird aber in Halterkreisen ab und an beobachtet. Vielleicht hast du schonmal was von Ergatandromorphen gehört oder auch von Gynandern. Das sind Zwittertiere, Mischungen zwischen Arbeiterinnen und Männchen bzw. Arbeiterinnen und Gynen.

      Denk mal das klärt deine Frage, was das wohl ist ;)
      Kannst ja versuchen ein Foto zu schießen, Smaug interessiert das ja auch sehr.

      Schöne Grüße,
      ice
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • ice_trey schrieb:

      ... Es ist zwar eher selten, wird aber in Halterkreisen ab und an beobachtet. Vielleicht hast du schonmal was von Ergatandromorphen gehört oder auch von Gynandern. Das sind Zwittertiere, Mischungen zwischen Arbeiterinnen und Männchen bzw. Arbeiterinnen und Gynen. ...
      Ich denke mal, du wirst dich da verschrieben haben, denn es muss richtig Gynen und Männchen heißen. Zwitter sind ja Mischformen zwischen dem männlichen und weiblichen Geschlecht.
    • Äh, ja. Richtig. Sorry. Also irgendwie bin ich die letzten Tage neben der Kappe... ?(
      Danke für die Richtigstellung ;)
      Meine Aussage macht nämlich schon allein vom Begriff Zwitter her keinen Sinn...
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Hallo,


      ich versuche heute mal ein Foto davon zu machen.
      Smaug ich hatte ja auch schon mich bei Merkur bedankt und den Fehler korrigiert.
      Ice, es ist nie zu spät, hehe, ich glaube sie ist jetzt aktiviert, habe gar nicht gewusst, dass man noch ein Häkchen setzen muss... =/
      Cold Moon, mit dem einem verküppelten Flügel wird nichts gehen, jedenfalls bei meinem.


      liebe Grüße, Waxer
    • Arbeiterinnen sind Weibchen und es gibt wie vorher schon geschrieben die sog. Ergatandromorphen (Zwitter zischen Arbeiterin und Männchen). Zwitter nehmen nicht am Schwärmen teil und werden weder begattet noch begatten sie. In der Regel werden sie von den Arbeiterinnen aus dem Nest vertrieben.