Haltung von Messor barbarus

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    • Haltung von Messor barbarus

      Haltung von Messor barbarus


      Es ist eine Ernteameise und gehört zur Unterfamilie Myrmicinae. Bei dieser Art kommen unterschiedliche Erscheinungsformen bei der Arbeiterinnenkaste vor. Diese werden je nach Erscheinungsform folgenden Kasten eingeordnet: Minor-,Media- und Majorarbeiterinnen.
      Die Männchen werden etwa 8mm groß. Durch ihre Flügel unterscheiden sie sich kaum von einer größeren Mediaarbeiterin(Zwischenstufe von Media und Major). Die Königin wird etwa 16mm groß. Sie ist die Größte Ameise bei dieser Art, obwohl die Majorarbeiterinnen nahe an die Größe herankommen.
      Zusätzlich kann der Halter bei jeder Kolonie eine unterschiedliche Rotfärbung seiner Arbeiterinnen beobachten.
      Manche Kolonien bilden sichtbar erst bei den ganz großen Majorarbeiterinnen rote Köpfe, andere Kolonien hingegen haben schon Minor und Media Arbeiterinnen mit rötlichen Köpfen.

      Die Ameisen selber sind keine Jäger, sie haben sich auf das Eintragen und Ernten von Körnern speziallisiert.
      Das Ernten von Körnern kann man sehr gut beobachten, wenn man in den heißen Sommertagen verschiedene Wildpflanzen mit Körnern anhängend in das Becken seiner Kolonie legt. Wie so vielen schon bekannt ist bereiten sie aus den Körnern das sogenannte Ameisenbrot zu.
      Dafür knacken die Arbeiterinnen die Schale des Korns auf und bearbeiten dann das Innere weiter.
      Dieser Vorgang zieht sich am Anfang einer kleinen Kolonie ziehmlich hin. Eine große Kolonie nagt mit dutzenden Arbeiterinnen, jeder Größe an so einem Korn. Man sollte noch wissen, die Körner werden für härtere Zeiten ohne Nahrung gelagert. Im Winter ist der Verbrauch von Körnern nicht gerade hoch.

      Zur Gesunden vermehrung tragen trotz Körner auch kleinere bis große Insekten ihren Teil dazu.
      Wie schon geschrieben, sind es keine Jäger, sondern Sammler.
      Dieses Verhalten kann man gut beobachten. In der Haltung muss man also als Halter tote Insekten reichen.
      Lebende kann man allerdings später auch in kleinen Mengen reichen.
      Die Arbeiterinnen strömen dann allerdings mit einer riesen Panik aus dem Nest und töten alle Eindringlinge.

      Als Beilage sollte Honiglösung die richtige Wahl sein.
      Obwohl öfters hervorgeht, dass sie es nicht mögen.
      Meine große Kolonie selber liebt es und es scheint so, als ob die Larven dann schneller herangezogen werden.
      Vielleicht ist das aber auch nur eine Täuschung.

      Geschlechtstiere kann man etwa im dritten Jahr erwarten, obwohl es dort auch schon Schwankungen in der Haltung gab.
      Meine Messor zog etwa 20 Jungköniginnen auf. Diese wurden aber nach dem Schlupf sofort wieder gefressen.
      Männchen traten bei mir nur 5 auf. Was mich doch sehr verwunderte.

      Die Koloniegründung ist recht einfach.
      Sie wird in den Foren recht häufig als schwierig beschrieben, da sie durch Stress ihre Brut fressen ... usw.
      Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass Ameisenköniginnen meistens nur einmal das Tageslicht in ihrem ganzen Leben sehen?
      Daher muss man auch nicht ständig nach der Königin gucken.

      Die Temperaturen sollten sich bei 25° Grad halten und die Luftfeuchtigkeit etwa bei 50-70%
      Meine Kolonie lebt in Styropor - sehr trocken - was mit Gips überzogen worden war - Feuchtigkeitsspeicher.
      Bedauerlicher Weise war die Anlage eigentlich eine Arena, eingrichtet für einen 60x20x5cm Ytongstein.
      Die Ameisen wollten lieber graben... nun gut... sie machen ihr Ding toll.
      Es ist mehr als Beeindruckent und zeigte mir nur wieder mal, dass sie extrem gerne graben.
      (Fragt mal Ice_trey was seine Messor minor hesperius mit ihm und seiner Anlage anstellen^^)

      Trotz der gescheiterten Anlage meinerseits, gibt es immerhin einige Berichte, wo man sehr gut sehen kann, dass Messor barbarus auch gerne in Gips-,Ytongnestern und Farmen leben.
      Die Bewässerung ist relativ einfach, man sollte lediglich nach seinem Gefühl bewässern.
      Wenn man etwas unmotorisch ist, wäre es ratsam 2-3 mal in der Woche in die Arena zu püsteln, mit lauwarmen Wasser und mit einer Spritze den Ytong zu befeuchten, dass etwas 1/3 feucht ist.
      Nach meiner Erfahrung sollte ein Nest bei dieser Art so feucht gehalten werden:
      2 Kammern trocken; 2 Kammern angefeuchtet; 2 Kammern feucht(NICHT NASS!).

      Diese Art bricht später mal gerne aus und zerbohrt alle möglichen Materialien.
      Eine langfristig, artgerechte Haltung ist nicht drin. Die Ameisen müssen, wenn keine ausbrechen soll, wie in einem Gefängnis leben.
      5cm Gips oder Betonboden. Beton/Gipsnest mit 3-4cm Abständen bei den Kammern... usw.
      Momentan bin ich recht zufrieden mit meiner großen Kolonie.
      Es sieht immernoch sehr schön aus und die Ameisen graben selbstständig weiter.
      Es ist so gesehen eine gute und neue Variante sie so zu halten. Soviel zum Misserfolg....


      Fazit zur Haltung, meinerseits:

      Ich würde also mit der Aufzucht einer Königin in einem Reagenzglas beginnen.
      Sind die ersten Arbeiterinnen geschlüpft fängt man an zu erweitern.
      Es wird also eine Art Arena benötigt.
      Entweder man legt das Reagenzglas in eine 30x20 Arena oder man schafft sich abhilfe mit Plastikschüsseln.
      In der nächsten Zeit immer mit Mücken füttern und eher weniger Körner anbieten.
      Nach der Winterruhe noch etwas weiterhalten, sich dann Gedanken über das zukünftige Zuhause machen und sie dann langsam umziehen lassen.
      Danach weiterhin gut füttern, bis die 1000 Arbeiterinnen geschafft sind und dann kann man sich eigentlich in der Winterruhe schon gedanken machen mit der nächst größeren Anlage für das nächste Jahr.
      Als Ausbruchsschutz sollte man Talkum verwenden und etwa 4-5cm dick aufstreichen.




      Das war´s von mir.

      Liebe Grüße
      Waxer

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