Pheidologeton diversus

    07.05.2021
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    • Pheidologeton diversus

      Nun endlich ist es soweit, nach langer Planung haben wir uns eine weitere Ameisenart zugelegt, die uns schon immer gereizt hat: Pheidologeton diversus. Die Kolonie ist noch recht jung, die königliche Hoheit mit einer Gefolgschaft von etwa 30 Minor-Arbeiterinnen. Wir haben uns entschieden unseren neuen Mitbewohnern das HIGH ANT Standard anzubieten. Dieses verfügt über einen größeren Farmbereich, der uns auf Grund der nachgesagten raschen Individualentwicklung sinnvoll erschien.

      Zuerst haben wir das gesamte Equipment zusammengetragen, was wir für die Einrichtung des Formicariums benötigen:

      1x HIGH ANT Standard
      1x Formicarienschutznoppen
      2x Gummistopfen 10/15
      10ml PTFE
      50ml Bio-Glasreiniger
      1x Klett-Punkte
      1x Rote Folie

      zur Befüllung des Farmbereichs:
      1x Tongranulat
      1x Sand weiß
      1x Sand-Lehm-Gemisch rot
      1x Sand-Lehm-Gemisch beigebraun
      1x 20cm Schlauch 08/10
      1x Wattepad
      1x Gummistopfen 07/11
      1x Tropf-Flasche (zum Befeuchten & später für die Honiglösung)

      Einrichtung der Arena:
      5x Sand-Lehm-Gemisch beigebraun
      1x Formicariensteine (L)
      1x Formicarien Moos
      2x Korkrinde (S)
      1x Savannenholz
      1x Keramik Futternapf
      1x Reagenzglas mit Watte (Wasserreserve)
      1x Mini-Thermometer
      1x Mini-Hygrometer
      2x âSukkulentenâ



      So nun kann es losgehen, zuerst wird der Farmbereich vom High Ant befüllt nach allbekannter Methode:

      1.das Tongranulat(etwa 2/3 der Packung)


      2.die Schlauchdrainage mit unterem Wattestopfen



      3.Sand-Lehm beigebraun (halbe Packung)


      4.Sand-Lehm-Gemisch rot (2/3 der Packung)


      5.Sand weiß (komplett)


      6.Sand-Lehm beigebraun (Rest der Packung)


      Nun wird die Geduld gefragt, denn die Befeuchtung des Farmbereichs dauerte schon so fast eine Stunde. Die Klettpunkte kann man aber schon anbringen um die Rote Folie anzubringen.





      Dann aber endlich ging es weiter mit dem spannenden Teil: der Einrichtung der Arena. Ich habe dabei nie ein konkretes Bild im Kopf, sondern lasse mich von meiner Intuition leiten. Dennoch ergibt sich eine logische Reihenfolge:

      7.Zuerst wird etwas Bodensubstrat in die Arena gegeben und dieses mit einer Blumenspritze angefeuchtet. So erhält die Oberfläche nach dem Trocknen eine gewisse Härte und die Ameisen können âohne das Gefühl in Treibsand zu steckenâ sich darauf fortbewegen.


      8.Wasserspritzer am Formicariumglas werden mit einem Küchentuch aufgesogen.


      9.Um die Pflanze kreiere ich gerne einen Hügel, sodass der Blumentopf verdeckt wird. Auch hier wird das Sand-Lehm-Gemisch leicht angefeuchtet und Tropfen am Glas weggewischt.


      10.Die Korkstücken wurde etwas in den Sand gedrückt bzw. frei in der Arena verteilt. Die großen Formicariensteine wurde rein zufällig ohne bestimmtes System (ist dann natürlicher ;O) auf einer Seite verteilt.


      11.Das Moos habe ich etwas am Hügel verteilt und leicht angedrückt, sodass hoffentlich die Haftwurzeln sich dort etwas verankern können.


      12.Nun kommt der Zwischenboden hinzu, ein großer Vorteil der speziellen Formicarien von uns. Gerne platziere ich darauf den Futternapf (und auch die Wasserquelle), da so die Nahrungsaufnahme sehr gut beobachtet werden kann. Darüber hinaus kommt man mit einem Griff immer gut an die Glasschale ran, um sie zu säubern und neues Futter zu geben.Der Keramiknapf macht sich mit den Formicariensteinen ganz gut und unterstreicht den Gebirgscharakter.


      13. Als Aufstiegshilfe dient diesmal ein Stück Savannenholz, da es auf Grund seiner Form gut als Alternative zur Liane natur verwendet werden kann. Besonders gut hat mir die Gabelung gefallen. Das Stück Holz schien genau für dieses Formicarium gewachsen zu sein und lies sich fast an den Zwischenboden âeinhängenâ.


      14.Zu guter Letzt wird die zweite Pflanze eingesetzt und die âMessinstrumenteâ verteilt, sodass sie nicht so ins Auge fallen.


      Abschließend noch die Ausbruchssicherung. Schief gefällt meinem Auge nicht so,daher klebe ich erst einen Krepband-Streifen an und trage dann das PTFE auf. Auch wenn jetzt nur Minor-Arbeiterinnen vorhanden sind, wurde in weiser Voraussicht gleich ein Streifen PTFE von 3cm aufgetragen. Einen Formicarien-Deckel verwenden wir sicherheitshalber zusätzlich. Mit dem Gazegitter ist die Luftzirkulation glücklicherweise auch gegeben, sodass es nicht anfangen kann zu âmiefenâ.


      Nun nur noch ein wenig das Glas putzen und dann kann endlich die Kolonie im Reagenzglas eingesetzt werden.
      webspace-invasion.com/meise/_145.HinzugabedesRG.jpg
    • Noch ein Nachtrag zum Formicarium:
      Bereits nach wenigen Minuten waren einige Arbeiter unterwegs und inspizierten die Arena. Einige waren sogar im Farmbereich und haben einzelne Sandkörner weggetragen. Auch der untere Arenabereich wurde begutachtet... doch alles blieb beim Alten, die Behausung der Kolonie ist derzeit immer noch das Reagenzglas.

      Heute 07.03.2006
      Ich habe eine Fliege angeboten, die aufgrund einer Fehlentwicklung nur Stummelflügel besitzt. Direkt vorm Reagenzglas zuckte sie noch etwas, aber nichts regte sich! Nach einigen Minuten verlies ich meinen Beobachtungsposten, um auch die anderen Ameisen zu füttern. Als ich wieder kam, war die Fliege weg

      So´n Ärger, nun habe ich verpasst wie diese Miniarbeiter sich über die Fliege gestürzt hatten... man sieht jetzt nur noch ein Teil ihres Körpers im Reagenzglas. Naja wird noch viele Momente geben sie beim Fressen zu beobachten.
    • Sichtung der erste Brut

      Nach nicht ganz einer Woche und ich darf schon die ersten Nachkommen in Form von Brut begrüßen. :D Wow, das geht wirklich schnell. Vor einigen Tagen haben Sie eine Fliege ins Reagenzglas gezogen, die ich vorher etwas "geschwächt" habe. Am Honigwasser waren, soweit ich es beobachten konnte, nur ein bis zwei minor-Arbeiterinnen.

      Ist schon ziemlich beeindruckend, nach so kurzer Zeit gleich ein ganzer Haufen Brut. Sonst ärgere ich mich immer Spiegelungen zu verhindern, diesmal hat es seine Vorteile...

      ... in der Spiegelung kann man sehr gut die Königin erahnen, die ansonsten in dem einsichtbaren Bereich hier und da mal ein Bein streckt, sodass ich wieder beruhigt sein kann "Big Mama wohl auf - Alles besten" =)
      Bilder
      • 1_Sichtung_der_ersten Brut.jpg

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    • Nun gut nach zwei Wochen relativ geringer Außenaktivität der Arbeiter, konnte ich die ersten Nacktpuppen erkennen. Nahrung wurde fleißig aufgenommen und logischer Weise viel Eiweiß, sodass sich die Larven gut entwickeln konnten. Nun bin ich mal gespannt wie es jetzt mit der Nahrungsaufnahme aussieht, da ich bis auf einzelne kleine Stellen, keine anderen Brutstadien erkennen konnte. Sehe aber auch nicht alles im RG. Wie wir aber wissen, nimmt bekanntlicher Weise ja nur das Larvenstadium Nahrung auf...

      Hier eins der Foto´s, welches im markierten Bereich die Nacktpuppen erkennen lässt. Ist zwar nicht ganz so scharf, aber eine Spiegelreflex Digicam hab ich noch (!) nicht :O)
      Bilder
      • erste Nacktpuppen gesichtet.jpg

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