Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

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    • Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen

      Angefangen hatte alles vor mehr als drei Jahren. Ich stöberte durch das Internet, und klickte mehr oder weniger durch Zufall auf ein Werbelogo des Antstore. Ameisenhaltung... mhmm, klingt ja lustig. Schon als kleines Kind hatte ich eine Ameisenfarm, die ich mit den kleinen schwarzen Straßenameisen füllte. Leider hatte es nie über längere Zeit geklappt. Ich wusste nicht einfach nicht dass man eine Königin benötigt, um ein Volk gedeihen zu lassen. Mein Interesse an der Ameisenhaltung wurde also erneut geweckt. Kurzerhand googelte ich mich durch das Netz, um weitere Informationen zur Ameisenhaltung zu finden. Wie hätte es auch anders enden sollen - ich stieß natürlich auf die verschiedenen Ameisenforen und informierte wie wild. Nach einem Monat hatte ich mich dann für eine Messor barbarus Königin entschieden. Meine Ameisenhaltung sollte beginnen, und so fing die Geschichte an...

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      Dies war meine erste Ameisenkönigin die ich bis zu diesem Zeitpunkt jemals gesehen habe. Ich war sehr beeindruckt. Sie war (für mein damaliges Empfinden) riesengroß, hatte einen roten Kopf und war einfach umwerfend. Ich konnte, wie fast jeder Anfänger, natürlich kaum meine Augen von ihr lassen. Und genau damit begang ich schon meinen ersten Fehler: Die Königin bekam nicht genug Ruhe für eine erfolgreiche Gründung. Ständig musste ich nachschauen ob sie noch lebt, ob sie schon Eier gelegt und was sie gerade tut. Die Strafe dafür bekam ich einen Monat später zu spüren, denn die Königin starb ohne eine einzige Arbeiterin zur Welt gebracht zu haben. Also begab ich mich auf Fehlersuche und schwor mir, der nächsten Königin mehr Ruhe zu lassen.

      Gesagt, getan. Kurze Zeit später besorgte ich mir meine zweite Königin. Auf Rat einiger anderer Ameisenhalter jedoch diesmal eine Gründerkolonie, keine einzelne Königin. Das Volk bestand aus 9 Arbeiterinnen und einer munteren Königin.

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      Diesmal ließ ich das Volk in Ruhe. Ich habe das Reagenzglas an einen ruhigen Ort gestellt, es mit Alufolie abgedeckt und einen Monat lang einfach gar nichts getan. Lediglich einmal in der Woche habe ich einen Kontrollblick in das Reagenzglas geworfen. Damit habe ich genau das richtige getan, denn das Volk entwickelte sich. Aus 9 Arbeiterinnen wurden 10, aus 10 wurden 20. Nach kurzer Zeit erblickte die erste Media-Arbeiterin das Licht der Welt. Während sie fleißig am Arbeiten war leuchteten meine Augen auf, denn es war ein riesiges Erfolgserlebnis für mich. Ich fütterte das Volk überwiegend mit Körnern aus einer Vogelfuttermischung, gelegentlich gab es Mini-Heimchen als Proteinsnack. Insekten gab und gibt es noch immer bei mir nur äußerst selten für mein Messor. Würde ich ihnen mehr Insekten geben, hätte das Volk mit Sicherheit schon mehrere 1000 Arbeiter. Ich muss zugeben, ich bin ganz froh über meine insektenarme Nahrung. Riesige Nestblöcke zu bauen wäre für mich momentan einfach zu viel.

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      Das Volk war etwa 40 Arbeiterinnen groß, somit wurde es Zeit für mehr Platz. Ich besorgte eine 20*10*10 Standard-Arena sowie eine kleine Farm. Die Farm wurde zu dieser Zeit völlig ignoriert. keine Ameise wollte sich die Mühe machen dort zu buddeln. In der Arena gab es jedoch große Arbeiten zu vollbringen. Das Reagenzglas wurde förmlich einbetoniert, eine Festung mit unterirdischen Gängen und Kammern wurde errichtet. Die Basis des Nestes war allerdings noch immer das Reagenzglas.

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      Der Eingang des Reagenzglases wurde mit einem Wall aus Bodengrund und Abfällen gesichert, nur ein kleiner Durchgang am oberen Ende des Reagenzglases blieb offen. Nach einiger Zeit, als das Volk schon wieder gewachsen ist, wurden weitere Zugänge gebaut, diese jedoch unterirdisch.

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      Es war äußerst interessant diese verzwickten Tunnelsystem zu begutachten, insbesondere wie sie genutzt wurden. Glücklicherweise bauten die Ameisen fast ständig an sichtbaren Stellen am Glas, die noch nicht einmal abgedeckt waren. So konnten sie mich viele Stunden lang ans Formikarium fesseln. Besonders gute Laune verschaffte mir allerdings die Geburt des ersten Majors der Kolonie. Er war noch verhältnismäßig klein, dennoch ein riesiger Erfolg. Sein Kopf war leicht Rot, er war etwa zweimal so groß wie die Mediaarbeiterinnen. Zu meinem Erstaunen war aber sehr faul. Er saß fast ständig neben der Königin und tat gar nichts. Lediglich zum Transport von größeren Lasten wurde er nach draußen beordert, ein Verhalten, das auch in größeren Kolonien der Fall ist.

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      Diskussion
      ameisencafe.de/cafe/index.php?page=Thread&threadID=5284
    • Mittlerweile akzeptieren die Messor ihre kleine Farm als Nest nicht mehr, weswegen ich mich entschlossen habe ein neues Becken mit einem Ytongnest anzubieten. Derzeit quetscht sich ein Großteil der Kolonie in ein Reagenzglas in der kleinen Arena, die mittlerweile auch schon völlig vermüllt ist. Eine Säuberung ist mir aber nicht möglich, da dies einen massiven Aufstand der Krieger zur Folge hätte. ;)

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      Bisher haben sie in einer 20*10 Arena und einer 20*25 Farm gelebt. Das neu angeschlossene Becken ist 30*20 groß und wurde von mir bereits für die Haltung von Odontomachus und Myrmecia benutzt. Demzufolge sind die Kammern des Ytongs etwas größer, aber ich denke damit sollten sie zurecht kommen. Das Becken wird bereits fleißig erkundet, und eine größere Straße von der kleinen Arena in das neue Becken ist am entstehen.

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      Natürlich habe ich das ganze so aufgestellt, dass ich es vom Schreibtisch aus perfekt beobachten kann. ;)

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