Ameisen gegen giftige Kröten

    07.05.2021
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    • Ameisen gegen giftige Kröten

      Hallo

      Beim stöbern durch das Internet bin ich auf eine interessante Idee der Australier gestoßen, wie diese nun ihre Agakrötenplage eindämmen wollen:

      Ameisen gegen giftige Kröten schrieb:

      Was Krokodile, Schlangen und Vögel nicht schaffen, können vielleicht räuberische Insekten bewerkstelligen: Australische Biologen haben entdeckt, dass eine heimische Ameise die Brut der giftigen Agakröte sehr effizient dezimieren kann. Einheimische Amphibien gehen der Ameise dagegen aus dem Weg.

      Foto: Bidgee via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution 3.0 Unported)

      Die Ameise könnte somit das ideale Mittel zur Kontrolle der Kröte sein, hofft Rick Shine von der University of Sydney. "Einen solchen Räuber aus Übersee zu importieren, könnte katastrophale Folgen haben - wie jene, mit denen wir ja seit der Einführung der Agakröte zu kämpfen haben." Da die Ameise jedoch in Australien angestammt und weit verbreitet sei, habe sich die heimische Fauna gut an sie anpassen können.

      Ganz im Gegensatz zu der aus Südamerika stammenden Agakröte (Bufo marinus). Die gefräßige Art war Mitte der 30er-Jahre nach Australien importiert worden, um einen Schädling in Zuckerrohrplantagen einzudämmen. Seitdem breitet sie sich über den fünften Kontinent aus. Ihr Gift tötet viele potenzielle Fressfeinde, anderen verdirbt es zumindest dauerhaft den Appetit. Der australischen "Fleischameise" Iridomyrmex reburrus steht sie allerdings hilflos gegenüber, fanden Shine und seine Studentin Georgia Ward-Fear.

      Der Grund dafür liegt im Verhalten des Krötennachwuchses. Haben die kaum fingernagelgroßen Jungkröten das Wasser verlassen, sind sie hauptsächlich tagsüber und auf offenen Flächen aktiv - ebenso wie die räuberische Ameise. Und werden sie von dieser angegriffen, fliehen die Jungkröten nur langsam oder gar nicht. Daher können die räuberischen Insekten binnen kurzer Zeit 90 Prozent der Krötenbrut töten und fressen, berichten die Forscher im Fachblatt "Functional Ecology". Der Nachwuchs sieben heimischer Froscharten ist dagegen nachtaktiv, sucht die Deckung der Ufervegetation und ergreift schon beim Anblick einer Ameise die Flucht.

      Offenbar sei die Agakröte in ihrer Heimat mit keinem derartigen Feind konfrontiert worden, erläutert Shine. "Jene Eigenheiten, die ihr auf dem amerikanischen Kontinent überleben halfen, sind nun ein Nachteil, weil die Kröten in Australien vor anderen Herausforderungen stehen." Nach Ansicht des Biologen und seiner Kollegen lässt sich diese Schwäche gezielt ausnutzen. Beispielsweise könnte man die Fleischameise mit Ködern an Gewässer mit Krötenlaich locken oder sie durch Anpflanzen der passenden Bäume ermuntern, dort ihre Nester anzulegen.


      Quelle: umwelt.scienceticker.info/2009…giftige-kroeten/#more-354
      Gruß, Simon
    • Ja sehr interessant finde ich. So hat alles seine Vor- und Nachteile im Leben. ;)
      Die Menge meint, alles zu wissen und alles zu begreifen, und je dümmer sie ist, desto weiter erscheint ihr ihr Horizont...

      Mein Haltungsbericht, immer aktuell!---->Simon`s Pheidole pallidula >> Diskussionsthread zu Simon`s Pheidole pallidula
    • Das scheint ja eine interessante Alternative zu den üblichen Entsorgungsarten,
      nämlich dem Golfschläger zu sein. :D
      Ich bin mal gespannt wie die Effektivität der Ameisen so im ganzen ist.
      Auf newscientist.com war vor einiger Zeit dieses kurze Video zu sehen:
      newscientist.com/articlevideo/…of-cane-toad-problem.html
      Da kann man schön erkennen wie schnell das gerade eben begonnene Krötenleben
      zu Ende geht wenn sie auf die besagten "Fleischameisen" treffen. :D
      Eine kurze Attacke der Ameisen, ein letzter beherzter Sprung der Kröte
      in Richtung des rettenden Wassers und schon werden alle vier Gliedmaßen
      von sich gestreckt.
      Ich wünsche den kleinen Jägern einen vollen Erfolg bei ihrer Arbeit.
      Auf das Australien Agakröten frei wird!

      Hier noch der newscientist Artikel zum Video:
      newscientist.com/article/dn168…of-cane-toad-problem.html


      .
    • Cooles Video danke! :D
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    • Ja sehr interessant finde ich. So hat alles seine Vor- und Nachteile im Leben. ;)

      Ja zB was passiert wenn die Kröten dezimiert sind? was werden die ameisen dann jagen vllt irgend ein tier das es nicht soll und dann werden wieder andere tiere benutzt um die ameisen zu dezimieren usw.

      also so seh ich das wie gesagt vor und nachteile meiner meinung nach wählt man aber nur das vorerst kleinere übel.
    • Das wäre kein Problem, denn im Gegensatz zur Kröte ist die entsprechende Ameise in Australien heimisch. Wäre die Kröte dezimiert, würde sich wieder ein ganz normaler Räuber-Beute-Zyklus einstellen... die Ameisenpopulation würde somit aufgrund der Nahrungssituation von allein zurückgehen und sich einpendeln. Hatten wir nicht schonmal einen Thread zu diesem Thema? Mal suchen...

      Edit: ich bin verwirrt... ich hätte schwören können ich hab gerade erst mit jemandem über dieses Thema geschrieben. Dabei ging es um die in Frage kommende(n) Art(en) und die Verbreitung der Kröte, aber ich find den Thread einfach nicht wieder. Ich glaub ich sollt die kleinen bunten Pillen wieder nehmen :crazy:
      joey's Lasius niger ... mein Haltungsbericht seit 27. März 2006
      Lasius niger Anlage von joey ... meine Anlage für Lasius niger und ihre Entwicklung

      "Wenn du eine weise Antwort verlangst, mußt du vernünftig fragen." (Johann Wolfgang von Goethe)
    • achso das die Ameise heimisch war das hab ich überlesen.

      Das erklärt natürlich einiges aber trotzdem wäre der mögliche rasante anstieg der sich schnell ausbreitenden arten nicht auch ein nachteil gegenüber anderen tieren?

      ich mein viel kröten = viel nahrung für die ameisen= bessere entwicklung der ameisen und somit größere anzahl= weniger kröten=1) ameisen gehen zurück 2)ameisen suchen sich andere opfer?
      wäre das nicht auch möglich?
    • Nicht wirklich... im Kleinen funktioniert das wie bei jeder x-beliebigen Konstellation eines Räubers mit seiner typischen Beute: die Räuberpopulation läuft jener der Beute quasi etwas nach (Räuber-Beute-Beziehung). Je größer nun die Räuberpopulation ist, umso schneller verläuft der Zyklus (weil die Beute umso schneller dezimiert wird). Würde die Kröte nun von einem Tag auf den nächsten verschwinden, hättest du Recht: die Masse an Ameisen würde wieder zu ihrer ursprünglichen Nahrungsquelle zurückkehrt, die natürlich viel zu klein wäre, um alle zu ernähren. Hier bestünde also die Gefahr, dass die Ameise ihre übliche Beute in diesem kurzen Zeitfenster vollständig ausrottet.
      Aber: die Kröte verschwindet nicht schlagartig, sondern ihre Zahl verringert sich nur sukzessive. Dem läuft die Ameisenpopulation wie beschrieben zyklisch nach, sinkt also mit der Krötenpopulation wieder auf ein stabiles Maß. Die heimische Beute bleibt relativ unberührt, denn der Überschuss an Ameisen wird durch die noch immer vorhandene Kröte abgedeckt. Es mag zwar zu einer Verringerung kommen, aber ausgerottet wird die einheimische Beute nicht. Hier kommen wir aber an das Ende des Plans: die Annahme, man könne so die Kröte völlig erledigen, ist gleichermaßen utopisch. Viel eher gliedert sie sich in den Räuber-Beute-Zyklus ein und bildet eine stabile Population.
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    • Wenn ich mich recht entsinne handelt es sich um Iridomyrmex reburrus.
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    • Iridomyrmex purpureus finde ich öfters als Fleischameise (Meat-Ant) oder ist das ehr ein allgemeiner Überbegriff für mehrere
      Arten ?


      lG
      Skrag
      Dein Neid ist meine Anerkennung.
      Dein Hass ist mein Stolz.
      Wenn du hinter meinem Rücken über mich redest danke ich dir
      dass du mich zum Mittelpunkt deines Lebens machst!

      aktuelle Haltungsberichte:

      Camponotus nigriceps (rotbeinig)
    • Jetzt muss ich mich schon selbst zitieren.^^

      hydro schrieb:

      Hier noch der newscientist Artikel zum Video:
      newscientist.com/article/dn168…-of-cane-toad-problem.htm

      Dort steht geschrieben:
      Cane toad (Bufo marinus) young are more susceptible to being eaten by Australian meat ants (Iridomyrmex purpureus) than the young of native frogs, raising the possibility that meat ants might make a safe biocontrol agent, according to a team led by Rick Shine of the University of Sydney.


      Kann ruhig mal jemand lesen, was ich verlinke. :evil:


      .
    • Aus der Gattung Iridomyrmex kommen hier soweit ich mich inzwischen durchgearbeitet habe mehrere Arten in Betracht. Und das ist auch gut so, denn wenn man sich die Verbreitungsgebiete von Ameisen und Fröschen anschaut, ist es äußerst abwegig, dass der Plan mit nur einer dieser Arten Aussicht auf Erfolg hätte.

      Auf folgender Seite findet sich die Verbreitung und eine echt geniale Artbeschreibung von Iridomyrmex purpureus:
      anic.ento.csiro.au/ants/biota_details.aspx?BiotaID=35849

      hier das Gleiche nochmal für Iridomyrmex reburrus:
      anic.ento.csiro.au/ants/biota_details.aspx?BiotaID=35856

      Wie man sieht ist die Verbreitung sehr unterschiedlich, was verdeutlicht, wieso ein Einsatz mehrerer Arten durchaus von Vorteil gegen die sich von Nordosten bis Südosten stetig ausbreitende Kröte wäre. Das ist wohl auch der Grund, warum man in unterschiedlichen Veröffentlichungen unterschiedliche Artangaben findet. Die Gattung Iridomyrmex insgesamt ist übrigens in ganz Australien verbreitet (anic.ento.csiro.au/ants/biota_details.aspx?BiotaID=35719), es kommen also bestimmt neben den beiden genannten auch garantiert noch andere Arten in Betracht.
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