Plexiglasnest mit Wassertank

    07.05.2021
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    • Plexiglasnest mit Wassertank

      Ich wollte mich mal wieder daran versuchen ein Nest für meine beiden Lasius niger Kolonien zu bauen.

      Da ich immer wieder Probleme mit Schimmel habe, sollen sie möglichst wenige Materialien beinhalten die Schimmeln können, bzw. auf denen Schimmel gut wachsen kann.
      Meine Wahl viel dabei auf das gute alte Plexiglas.

      Das Konzept ähnelt ein wenig den Acrylglasnestern die man kaufen kann, wobei ich eine bessere Bewässerung einrichten wollte.
      Bei einem meiner früheren Projekte hatte ich Viereckprofile mit Watte vollgestopft und von oben dann Wasser reingeträufelt. Leider führte das regelmäßig zur Überflutung der Kammern.

      Hier meineSkizze von damals

      Diesmal sieht das ganze etwas anders aus. Ich habe länger dran getüftelt und bin zu diesem Entwurf gekommen:




      Das Nest wird mit dem Schlauch an das Formi angeschlossen. Eine alte Ferreroschale dient als Wassertank.

      Das Reagenzglasnest wird direkt an das neue Nest angeschlossen. Dadurch erhoffe ich mir einen schnelleren Umzug der Kolonie in das neue Nest. Gleichzeitig ist der weg aus dem Nest heraus nicht allzu schwierig (immer geradeaus), sodass sie den auf jeden Fall raffen werden.

      Auf der Rückseite erkennt man zwei weiße Viereckprofile, die mit Watte gefüllt sind und mithilfe der Kapillarwirkung Wasser nach oben „saugen“.

      Auf diese Art und Weise ist die Watte stets Feucht, es kommt aber nie mehr Wasser oben an, als verdunstet, das bedeutet: Es gibt keine Überschwemmung mehr. :D

      Wenn alles funktioniert wie geplant :think: , sollte eine Wassertankfüllung auch verdammt lange halten.



      Die Basis der Konstruktion bildet ein Verbindungsholz, an dem alle Komponenten angebracht sind.





      Der Aufbau stellt das eigentliche Nest dar.



      Insgesamt fünf Plexiglasscheiben bilden den Wohnbereich der Ameisen.



      In den hinteren beiden sind Löcher für die Wasserleitung und die schrauben vorgesehen, in der mittleren sind die Kammern und in der nächsten Kammern und Gänge ausgespart.
      Die vorderste Scheibe bildet den Abschluss des Nestes.

      Die beiden Wasserleitungen werden auf die letzte Glasscheibe geklebt und die einzelnen Scheiben verschraubt.


      Das ganze Ding von hinten:



      Die Bauarbeiten

      Ich habe mir für dieses Projekt einen Dremel geliehen und muss im Nachhinein sagen: Ich finde das Ding klasse! :erster:


      Zunächst habe ich erstmal eine Scheibe ausgesägt.



      Danach ganz viele !



      Die habe ich erst zentriert und danach alle Löcher gebohrt.



      Schuppenproblem? Nein, aber es fliegen viele Späne und deshalb empfehle ich eine Schutzbrille!



      Aus einem Reststück Holz...



      ...wurde im Handumdrehen mein Verbindungsstück



      (Das Holz macht ganz schön feine Späne, ich wäre fast erstickt)

      Auf Platte 2 (von vorn) hab ich dann meine Kammerschablone gelegt und dafür gesorgt, dass sie mit den Wasserleitungen, die ich vorher schon gebaut hatte übereinstimmen



      Das Ausfräsen hat ein wenig gedauert.




      Die Form der Kammern habe ich dann einfach für die dritte Scheibe übertragen, indem ich beide Scheiben aufeinander gelegt habe und an den Rändern entlang gezeichnet habe (aber nur die Kammern, nicht wie hier auch den Gang)



      Heraus kommt das:



      Danach noch die Anschlussstellen der Wasserleitungen markiert und auch die gebohrt.



      Fertig ist der Aufbau



      Alles einmal probeweise aneinander gehalten und die Position auf dem Wassertank bestimmt.



      Den dann an der passenden Stelle ausgefräst



      Sieht doch schon ganz gut aus, oder?





      Nochmal in weniger staubiger Umgebung endmontiert...

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      ...und mit Roter Folie versehen und die Schläuche angebracht.




      Fast fertig!

      Der Wassertank muss natürlich noch verklebt werden, was sehr lange zum Trocknen braucht, weil wenig Luft in den Spalt zwischen den Wassertankhälften kommt.
      Der Haltungsbericht über meine Lasius niger und die Diskussion dazu! :winken2:
    • Super umgesetzt und die Idee ist nicht ohne.
      Ich werde zwar nicht nie richtig warm mit Plastik aber wer hier meckert soll erst selber machen.

      Ob es funktioniert wie gedacht und welche "Denkfehler" sich eingeschlichen haben interessieren mich natürlich am meisten.
      Ich hoffe es folgen bald Bilder und ein kleiner Bericht :)

      nefycee gibt für dieses Werk auf einer Skala von 1-10 eine 8 :D
      newsticker
      Aktueller Haltungsbericht:
      Vier Arbeiterin und ein paar Eier :D
    • Kann ich als Nicht-Heimwerker gar nicht nachvollziehen, wie man solche Ideen haben kann. Klasse^^

      Würde mich über weitere Berichtführung freuen, ob das Teil funktioniert.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Danke für die viele positive Kritik!

      Natürlich will ich gerne weiter darüber berichten, wie sich die Sache entwickelt.

      Doch zuerst will ich noch von ein paar Änderungen des Bauplans berichten:

      Weil ich keinen ausreichend großen Bohrer hatte, ist der Eingangsbereich keine durchgängige Bohrung, wie ich das ursprünglich geplant hatte. Statt dessen sind zwei einzelne Schläuche als Verbindung zum Reagenzglas und Arena eingebaut worden.
      Dazu habe ich mit nem kleinen Bohrer ca. 2cm tief in die Seiten gebohrt und das Loch dann mit dem Dremel erweitert.

      Die zweite Abweichung dient zur Teilung des Nestes. Damit die Ameisen nicht sofort das ganze Nest zur Verfügung haben, habe ich die Deckscheibe angebohrt und Watte in die Verbindungsgänge gestopft. Wenn ich die entferne, werde ich dünne Plastikplatten über die Stellen kleben. Dann ist die Verbindung zum nächsten Nestteil offen, die Ameisen können aber trotzdem nicht ausbrechen. (Wird klar, was ich meine?)

      Die weitere Entwicklung:

      Ich habe zurzeit noch Probleme den Wassertank abzudichten. Es tropft immer wieder an anderen Stellen. Ich vermute, dass die zarte Sekundenkleberschicht immer wieder kaputt geht. Wann immer ich das Nest bewege (zum Beispiel um es mal wieder zu leeren, weil es tropft) Verbiegt sich das dünne Plastik der Tankhälften und die Schicht reißt. Deshalb gehe ich jetzt ein wenig vorsichtiger damit um.
      Die Lösung: Als Wassertank ein Plastikgefäß nehmen, das nicht in der Mitte geteilt ist, sondern einen schlichten Deckel hat.
      Sollte ich den Tank nicht dicht kriegen, kann ich ihn wohl nur halb füllen.

      Soweit so gut. Mal schauen was die nächsten Tage noch so bringen. Ich werde es heute wohl entgültig anschließen!
      Der Haltungsbericht über meine Lasius niger und die Diskussion dazu! :winken2:
    • kA, was das ist, wurde nur wegen UHU aufmerksam...

      Vorsicht, falls du lösemittelhaltige Kleber verwendest!

      Manche dünsten davon ziemlich lange aus und Ameisen kann man wunderbar ins Jenseits schicken, indem man sie solchen Dämpfen aussetzt, gerade in engen und geschlossenen Räumen wie Nestern ;)

      Wollte das nur anmerken, ganz ohne, dass ich nachgeschaut habe, ob diese Klebstoffe lösemittelhaltig sind.

      Mir ist nur sofort ein Fall eingefallen, bei dem ein Halter durch UHU-Dämpfe seine halbe Kolonie vernichtet hatte...

      Man sieht - Klebstoff-Schnüffeln ist halt doch nicht sooo berauschend ;)
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Also ich empfehle dir auch Plastikkleber. Denn der hat die Eigenschaft, beide Kunststfoffmaterialien kurzzeitig aufzuweichen und dann miteinander zu verbinden. Das musst du dir dann so vorstellen, als ob ein Schmied zwei Metallteile zusammen schmiedet. Bloss das es halt in diesem Fall zwei Kunststoffteile sind, die vom Kleber aufgeweicht werden. Beim verdampfen vom Kleber, wird der kunststoff auch wieder hart und verbindet sich zu einem Material.

      Wenn du nun genug nimmst, kannst du deinen Behälter damit auch wasserdicht machen aber lass die beiden Teile immer einen Tag trocknen, bevor du es auf Dichtigkeit überprüfst. Danach richtig trocknen bzw. trockenen lassen und die undichte Stelle nochmal mit Platikkleber bestreichen.

      Ich habe zwar noch keine Erfahrung mit Nestbau und Ameisenhaltung aber von Modellbau und das Verbinden von zwei Materialien verstehe ich was. Vor allem was das Kleben betrifft :lachen:

      MB
    • Mit dem Plastikkleber habe ich den Tank tatsächlich dicht bekommen. War ganz einfach. :danke:

      Das Nest habe ich inzwischen in Benutzung. Es ist unglaublich schnell angenommen worden. Eine Kammer wurde zwar zuerst als Müllkippe missbraucht, aber kurz darauf fanden sich immer mehr Arbeiterinnen dort ein.
      Leider sind mir seither viele meiner Arbeiterinnen gestorben (Haltungsberich). Das drastisch verkleinerte Volk hat wohl keine Verwendung für das neue Nest und müllt es nur noch zu.


      Ein weiteres Problem ist, dass ich befürchte, dass das Nest nicht ganz Ausbruchsdicht ist. Die ein oder andere Ameise die ich dort finde könnte sicherlich auch aus der Arena ausgebrochen sein. Vielleicht ist die Bewässerungsbohrung und Bewässerungsrohr aber nicht ganz dicht, denn sie ist ja nicht mit dem Super-Plastik-Kleber von Moya und Master Blaster gemacht. Ich werde das weiter im Auge behalten!

      Danke nochmal,

      euer antgeil
      Der Haltungsbericht über meine Lasius niger und die Diskussion dazu! :winken2:
    • Nice Idee und Umsetzung! Auf sowas muss man erstmal kommen. Würde mich acuh über weitere Bidler freuen.

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      „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“ Albert Einstein