Koloniegründung Lasius sp.

    07.05.2021
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    • Koloniegründung Lasius sp.

      Hi!

      Hab heute meine erste Gyne gefunden und nun wollte ich sichergehen, dass ich alles richtig mache.
      Der Thread zur Bestimmung ist hier.
      Lasius sp. gründet claustral, d.h. ich muss weder Proteine noch Zucker füttern, richtig? Braucht mein Gynchen dann überhaupt eine Arena, oder kann ich das Reagenzglas mit Watte dicht machen und in die Ecke legen?

      Besteht denn überhaupt die Chance, dieses Jahr noch erste Arbeiterinnen zu sehen, oder beginnt die Eiablage erst nach der Winterruhe?
    • lol, hab dir eben eine PN betreffend der Gründung geschickt, bei Unklarheiten kannst du ja hier oder per PN nochmal nachfragen.
      Aber vielleicht findet sich ja noch jemand mit guten Tipps der sie netterweise hier verbreitet, währe ich dann auch interessiert :D

      lG
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      P.S.
      Lasius sp. gründet claustral, d.h. ich muss weder Proteine noch Zucker füttern, richtig? Braucht mein Gynchen dann überhaupt eine Arena, oder kann ich das Reagenzglas mit Watte dicht machen und in die Ecke legen?
      luftdurchlässig dicht und ab in die Ecke bis die erste Arbeiterin da ist.

      Besteht denn überhaupt die Chance, dieses Jahr noch erste Arbeiterinnen zu sehen, oder beginnt die Eiablage erst nach der Winterruhe?
      Eiablage beginnt normalerweise in kürze (manche legen nur Stunden nach dem Sammeln die ersten Eier wenn sie im RG sind) und Arbeiterinnen haben meine auch immer schon vor der Winterruhe hinbekommen (ist ja sowieso erst Juli)

      hier mal ein Ausschnitt aus LifeStylers Entwicklungszeiten Thread (den kompletten gibts hier <klick> )
      Lasius nigerArbeiterinnen
      • Ei zu Larve: ca. 10-15 Tage
      • Lave zu Puppe: ca. 10-15 Tage
      • Puppe zu Imago: 10 - 25 Tage
      • Insgesamt: 1-1,5 (manchmal auch 2) Monate


      lG
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      Dein Neid ist meine Anerkennung.
      Dein Hass ist mein Stolz.
      Wenn du hinter meinem Rücken über mich redest danke ich dir
      dass du mich zum Mittelpunkt deines Lebens machst!

      aktuelle Haltungsberichte:

      Camponotus nigriceps (rotbeinig)
    • Ich habe meisstens alle 3-5 Tage "gestört" um zu sehn ob alles OK mit ihr ist bzw. wie weit die Entwicklung schon ist und ev die erste Arbeiterin geschlüpft ist. Das schien sie immer nicht weiter zu stören (die übliche "solange ich keine Frischluft rieche ist das Nest nicht offen und das Licht bilde ich mir sicher nur ein" Lasius cf. niger mentalität :D )

      lG
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      Camponotus nigriceps (rotbeinig)
    • *grins* okay... ich glaube auch nicht, dass ich 6 Wochen nicht hingucken werde... ne wirklich nicht ;)

      Ich hab nen kleines Papprohr von einer Gefrierbeutelpackung, das passt ziemlich gut über das Reagenzglas. Werde das mal nehmen, da sehe ich bei der Kontrolle mehr als mit roter Folie, wenn ich es vorsichtig zurück schiebe. Oder reagieren die Gynen sehr empfindlich auf Erschütterung, sodass man das Reagenzglas lieber liegen lassen und abdecken sollte?


      *edit*
      Hab mich jetzt für diese Lösung entschieden:

      Papprohr ist mit Tesafilm am Deckel meines Terrariums befestigt. Links sieht man, wie ich das Reagenzglas gestaltet habe. Großzügiger Wassertank, dann etwas lockere Watte reingesteckt (die Gyne kann theoretisch drin herumlaufen) und vorn mit etwas knülliger Watte, aber gerade so, dass die Gyne keinen Ausgang mehr findet (hoffe ich) verstopft.


      So weit würde ich das RG bei der Kontrolle herausziehen:


      Und so würde es die meiste Zeit rumliegen:

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von F1-maggie ()

    • Auf dem Bild sieht das Papprohr ziemlich groß aus im Vergleich zum Reagenzglas, gibts da nicht nen recht großen Spalt durch den dann doch sehr viel Licht kommt?
      Ich nehme gerne Alufolie, drumwickeln und mit Tesa verkleben damit es sich nicht wieder aufrollt. Das ist dann relativ eng um das RG aber lässt sich schön zurückschieben um alles zu sehn. Bei sowas nehme ich dann auch keine rote Folie, aber wenn man nicht grade die selbstklebende hat könnte man es auch so machen das man die drumwickelt und bei bedarf zurück schiebt.
      Werde das mal nehmen, da sehe ich bei der Kontrolle mehr als mit roter Folie, wenn ich es vorsichtig zurück schiebe. Oder reagieren die Gynen sehr empfindlich auf Erschütterung, sodass man das Reagenzglas lieber liegen lassen und abdecken sollte?
      Konnte ich bei Lasius cf. niger absolut nicht sagen, ich nehme meine auch immer hoch und die Gynen sahen auch nie im entferntesten so aus als ob sie Panik haben (da kenne ich bei andern Arten deutlich heftigere Reaktionen ;) ).Messor barbarus beispielsweise währen bei der Gründung viel empfindlicher.

      lG
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      Camponotus nigriceps (rotbeinig)
    • Hei du Nachtschwämer ;)

      Ja du hast recht, es ist noch sehr viel Licht in die Rolle gefallen. Habe jetzt das eine Ende der Rolle dicht gemacht und zusätzlich noch rote (nicht selbstklebende) Folie über das Reagenzglas geschoben. Das war eh schon passend zusammen gerollt. Bei der Kontrolle schieb ich dann einfach beides - Papprolle und Folie - zurück.
    • Huhu :winken: klingt doch recht gut :) bei meinen Lasius niger habe ich ja schon (wie du weißt) bemerkt, dass sie zumindest lichtempfindlicher sind als beispielsweise Messor barbarus. Von daher würde ich die Lösung mit der Papprolle auf jeden Fall beibehalten. Zu dunkel kann es ja zum Glück nicht werden *lach*

      LG ANTonia
    • Jepp.... oder halt Alufolie. Das war nämlich die einzige Rolle die ich hatte, und jetzt hab ich hier noch 4 Gynen sitzen... (versch. Arten).

      So... nun aber zu einer neuen Frage:

      Ich habe zwei Lasius cf. niger gefunden, die 100%ig gleich aussehen und die ich keine 2 Meter voneinander entfernt gefunden habe. Also mit sehr großer Wahrscheinlichkeit beides dieselbe Art.
      Ich habe gelesen, dass Lasius niger ab und an auch mit zwei Gynen gründet, dass die Kolonie dann schneller anläuft (mehr Eier -> mehr Arbeiterinnen) und später die schwächere der beiden Gynen sterben wird. Die stärkere könnte dabei allerdings auch sterben.

      Meine Idee: Die beiden Gynen, die ich am gleichen Ort gefunden habe, zusammen zu setzen. Als Kontrast zu der gestern gefundenen, die genauso aussieht, quasi als Forschungprojekt.
      Hat jemand von euch diese Art der Koloniegründung schon ausprobiert?
    • Hallo,

      das gründen von mehreren Königinnen zusammen nennt man Pleometrose. Ich habe das natürlich auch schonmal ausprobiert, allerdings kamen bei mir auch alle Königinnen dabei um. Ich sehe da keine sonderlich hohen Chancen, dass die Pleometrose gelingt (wenn ich so im Gedächniss rumstöbere, mir ist auch kein Versuch bekannt wo die Pleometrose reibungslos abgelaufen wäre). Ich glaube auch nicht, entgegen den Aussagen von Seifert, dass so etwas in der Natur vorkommt.
      Wenn man schnell eine kräftige Kolonie haben will, sollte man auf pushen zurückgreifen - oder einfach rechtzeitig eine der beiden Königinnen entfernen, so dass eine auch die ganze Brut der anderen besitzt.

      Grüße, Phil
    • Mh also das was Phil über die Pleometrose sagt, hört sich ziemlich niederschmetternd und schlecht an. So schlecht ist die Pleometrose mEn aber gar nicht. Es gibt Arten bei denen lohnt sich das wirklich und meistens klappt das bei diesen Arten auch. Lasius flavus ist so eine Art. Bei dieser Art ist klappt eine Pleometrose meist sehr gut und oft ist es so, dass am Ende beide Gynen im Nest bleiben - bei meiner Kolonie ist es (noch!) so, siehe Haltungsbericht.

      Bei Lasius niger, die Art, nach der du hier konkret fragst, klappt die Pleometrose meist nicht so gut, aber ein Versuch ist es Wert. In jedem Fall wird das sehr interessant.
      Das zur Rettung der Pleometrose^^
      Micky
      Micky's Lasius niger - Mein Haltungsbericht - Der langlebigste hier im Forum und immer up to date! > (Diskussion)
    • xD

      Also JETZT warte ich noch auf weitere Meinungen ;) Ausprobieren würde ich es gern mal und bei den Massen, die draußen rumrennen würde es wohl auch nicht weh tun, wenn es schief läuft.
    • Als absoluter Anfänger will ich hier keine Ratschläge geben, aber mir is da eine Idee in meinem Kopf gekommen. Die Gynen wurden ja beide in, wie ich es verstanden habe, unmittelbarer nähe zueinander gefunden und sahen auch noch nahezu identisch aus .... Meine Überlegung dazu: Könnte es nicht wahrscheinlich sein, dass sie dem gleichen Volk entstammen und wenn ja, würde das nicht die Wahrscheinlichkeit einer Koexistens der beiden Gynen in einer Kolonie nicht erhöhen???

      Ich weis, das hilft nicht weiter, aber es regt Gedanken und Überlegungen an. Sowas ist hoffentlich hilfreich und erwünscht... Bin ja erst seit gestern ein Mitglied dieser elusteren Runde geworden und wollt hier nicht nur spammen 8)

      Lg DL

      Demnächste bitte auf die Rechtschreibung und besonders auf Punkte und Kommata achten! Die Mehrzahl von "Gyne" ist nicht "Gyns" sondern einfach nur "Gynen" - Danke, Micky
    • Also bis jetzt läuft die Pleometrose super. Morgen gibts wieder neue Bilder in meinem Haltunsgbericht. Die ersten Larven sind verpuppt. Aber bei einer Pleometrose (Gründung mit mehreren Gynen bei einer monogynen Art) fängt der Stress ja erst an, wenn die ersten Arbeiterinnen da sind. Von daher dürfen wir gespannt sein :D

      Dass die Gynen vom gleichen Volk sind habe ich auch vermutet und deswegen eben auch die Pleometrose versucht. Wobei es mir da in erster Linie darum ging, nicht verschiedene Lasius-Arten zu verwechseln.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von F1-maggie ()

    • Hola,

      für uns sehen alle Gynen fast identisch aus... das ist ein Kennzeichen der Taxonomie .-)
      Meine Überlegung dazu: Könnte es nicht wahrscheinlich sein, dass sie dem gleichen Volk entstammen
      Das halte ich dann vor allem bei Arten wie Lasius niger mit ausgedehntem Schwarmflug für ziemlich unwahrscheinlich!
      Tausende, wenn nicht gar ein paar Hundert Geschlechtstiere treffen sich aus der ganzen Umgebung zum Gruppensex irgendwo hoch über unseren Köpfen.
      Nach erfolgter Paarung fliegen die Gynen verstreut in die Umgebung, lassen sich an einem scheinbar geeigneten Ort fallen und versuchen sich schnellst einzugraben.
      Wenn also irgendwo 2 Gynen nebeneinander gefunden werden, ist es rein statistisch eher sehr unwahrscheinlich, dass diese dem selben Muttervolk entstammen. Sie stammen nur sehr wahrscheinlich aus demselben Schwarmflug.

      Selbst wenn es Schwestern sind, und diese von Brüdern eines anderen Volkes begattet wurden, sagt das absolut nichts zur Pleometrose aus!
      Lasius niger kennt keine Verwandschaftsgrade... was zuviel an Gyne ist, wird geköpft, erwürgt, zerhackt und zerstückelt... fertig!

      Wann der Stress genau anfängt, ist je nach Art verschieden, und selbst in den einzelnen Gründungsvölkern gibt es gewisse Unterschiede.
      Manch eine Pleometrose endet blutig mit der Verpuppung der Larven, da ja jetzt eine gemeinsame Pflege der Puppen ohne Vorteil wäre. Andere Gemeinschaften enden mit dem Schlupf der ersten Pygmäen oder auch erst ab einer gewissen Volksstärke!
      Entscheidend ist ua, wer "Monogyn" ist und für die Regelung sorgt: die Gynen oder die Arbeiterinnen.
    • Sahal schrieb:

      Entscheidend ist ua, wer "Monogyn" ist und für die Regelung sorgt: die Gynen oder die Arbeiterinnen.


      Oh da wüsste ich gern mehr drüber, gibts da einen Unterschied? Wer bestimmt bei Lasius niger über den Monogynismus? (sagt man das so?)
      Ich find das Projekt auf jeden Fall bisher sehr spannend. Und wenn beide Gynen im Kampf sterben sollten, könnte ich mit der Brut immernoch die Kolonie mit der einzelnen Gyne pushen. Sofern es die gleiche Art ist... das ist ja auch hier leider nur eine Vermutung.
    • Hola,

      die Pleometrose der Gründungsvölker wird bei Lasius niger und Camponotus durch einen tödlichen Kampf der Gynen entschieden.
      Und wenn es ganz mies läuft, sterben beide Gynen an den Folgen des Kampfes. Hier liegt eben das Risiko für die Halter, dass die beide Gynen verlieren.
      Bei Lasius flavus hingegen wird der tödliche Kampf vermieden, indem sich die Pleometrose-Gruppe aufteilt und die Gynen einen Teil der Brut zusammenraffen und abwandern. Für gewöhnlich findet diese Aufteilung in monogyne Gründungsvölker statt, wenn sich die ersten Larven verpuppen! (WASMANN setzte den Zeitpunkt bereits mit dem Schlupf der ersten Larven an.)

      Sind die Arbeiterinnen da, sorgen diese bei monogynen Lasius-Arten für die Monogynie und töten alle überzähligen Gynen! Bei zB Camponotus herculenus sind es die Gynen selbst, die Monogynie fordern. Die Arbeiterinnen können mehrere Gynen in einem Volk dulden.


      ... die Kolonie mit der einzelnen Gyne pushen. Sofern es die gleiche Art ist...
      Das ist nicht erforderlich, denn Ameisenvölker haben eine gute Toleranz gegen Puppen eng verwandter Arten, und die frisch geschlüpften Ameisen sind recht neutral und wissen noch überhaupt nicht, was sie sind!
      So wird sich eine Lasius flavus-Arbeiterin ohne zu mucken in ein Lasius niger-Volk eingliedern, wenn die Puppe adoptiert wurde. Je weiter die Arten jedoch von einander entfernt sind (ungleiche Art/Gattung/Unterfamilie), desto unwahrscheinlicher wird eine erfolgreiche Adoption.

      Auch wenn ich kein Fan des P(f)uschens bin, so ist im Falle einer abgekasperten Gründung das Zugeben der Puppen oder frisch geschlüpften Arbeiterinnen zu anderen Völkern der letzte "Ausweg", um die Brut zu erhalten. Sind bereits Pygmäen der neuen Völker geschlüpft, können auch ohne Probleme viele Larven zugegeben werden. Bei claustral gründenden Arten ohne Arbeiterinnen sollte die Zugabe von Larven vermieden werden, um die Nahrungsreserven der Gyne nicht zusehr zu strapazieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Sahal ()

    • Heißt das also, wenn meine ersten Arbeiterinnen schlüpfen, dass sie beide Gynen angreifen? Suchen sie sich nicht eine aus, die attackiert wird? Oder aus welchem Grund können beide sterben?