Winterruhe - gibt es bei euch Probleme?

    07.05.2021
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    • Also sicherlich, Auswintern bedeutet, dass man die Ameisen ins Warme stellt. Aber ist es nicht sinnvoller, sie so lange auf dem Dachboden zu lassen, bis die Außentemperaturen denen in der Wohnung nah kommen? Kann man die Ameisen nicht bis dahin auf dem Dachboden lassen und mit Nahrung versorgen? Okay... wer will das schon o.O. ^^

      Ich mache mir nur sogen, jemand meinte (ich glaub es war Life... oder Ice??), dass die Ameisen während der Winterruhe keine langen Perioden über 10°C vertragen und man sie dann lieber auswintern sollte. Ich nehme mal an, dass das mit dem erhöhten Energieverbrauch zu tun hat und sie bei zu langen warmen Phasen schlicht verhungern?

      Daher meine Frage, ob man sie nicht einfach auf dem Dachboden füttern kann? Ob sie furagieren oder nicht ist doch egal, wenn es wieder kälter wird werden sie mit ihrer Winterruhe schon fortfahren. Oder funktioniert das nicht? Muss eine Winterruhe 4-6 Monate am Stück laufen ohne warme Phasen zwischendurch? Das verstehe ich nicht, in der Natur gibts doch auch mal warme Phasen und dann im April gibts plötzlich wieder Bodenfrost.

      (Mit ist bewusst, dass so ein Reagenzglas nicht der Natur nah kommt, aber trotzdem interessiert mich die Frage, ob die Winterruhe unterbrochen werden darf oder nicht.)
    • Die Winterruhe sollte möglichst nicht unterbrochen werden. Du musst bedenken, dass die wenigen schönen Tage bis der Frühling wirklich ausbricht nicht bewirken, dass der Boden sich nennenswert erwärmt. Die Ameisen bleiben also inaktiv. So würde es mich schon sehr wundern, wenn die letzten Tage trotz des schönen Wetters (jedenfalls hier bei mir ;)) jemand Ameisen gesichtet hätte. Bei Fliegen und Spinnen ist das etwas anderes. Diese überwintern aber nicht in solchen Tiefen unter der Erde wie Ameisen ;)
      Im Gegensatz zu uns Menschen reagieren Tiere mit Winterruhe meistens erst auf die Sonneneinstrahlung, wenn diese eine bestimmte Schwelle an Stunden pro Tag übersteigt (z.B. bei Siebenschläfern ;)) und rennen nicht sofort mit T-Shirt rum :D

      In der Haltung machen wir das so, dass wir gegen Ende der Winterruhe die Temperatur schrittweise erhöhen (wenn das nicht ohnehin im entsprechenden Raum der Fall ist).

      Der von dir im April angesprochene Bodenfrost hat indes mit der Winterruhe nichts mehr zu tun, da die Ameisen schon vorher wieder aktiv fouragieren gehen und somit die Winterruhe bereits beendet haben. Sie passen sich danach lediglich den Witterungsverhältnissen an (bei warmen Wetter hohe Aktivität, bei Regen und Kälte geringe bis keine Aktivität). Den Ameisen ist es also egal, ob es im März nochmal Schnee hat, wenn sie im Februar ihre WR beendet haben. Natürlich ist das für die Kolonie scheiße, da sie sich auf warme Temperaturen eingestellt hat und nun die Larven, die bereits angefüttert sind versorgen müssten... schließlich geben die Larven vor dem Winter Flüssigkeit ab und schrumpeln zusammen, da sie so kälteunempfindlicher werden. Und sobald sie angefüttert sind, ist dieses System dahin...

      Du kannst die Ameisen natürlich so lange im Dachboden lassen wie du willst, nur wird es dort vermutlich erst im Hochsommer wärmer werden als im Haus (jedenfalls ist das bei Dachböden die ich kenne so).
      Sinnvoller ist da wirklich eine künstliche Auswinterung zur entsprechenden Zeit...
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Danke!

      Dann werde ich jetzt regelmäßig die Temperatur überprüfen und entsprechend reagieren, wenn sie länger über 10 °C bleiben sollte. Die Lasius niger sahen sehr danach aus, als würden sie schon aus dem RG raus wollen...
    • Hm, naja. Wenn sich die Arbeiterinnen regelmäßig aktiv zum Nestausgang drängeln und beim RG an der Watte herumsuchen und zupfen, dann ist die WR ohnehin schon zu Ende, jedenfalls würde ich das Verhalten so deuten. Was ich als Winterruhe definiere ist, dass die Ameisen ziemlich inaktiv auf einem Fleck sitzen. Klar, da läuft durchaus ab und an mal eine Ameise im RG herum, keine Frage.
      Der Sprung zum aktiven "Herauswollen", wie du es nennst, ist aber noch ein großer.

      Daher würde ich auch wenn die Temperaturen unter 10°C liegen die Ameisen aus der WR holen, wenn sie schon aktiv werden, denn die Ameisen machen das sicher nicht ohne Grund - sie wollen Futter suchen. Im Zweifelsfall richte ich mich da nach den Ameisen ;)
      Was darin resultiert, dass ich meine Camponotus herculeanus wieder einwintern muss wie es aussieht... Oo
      Dummer endogener Rhythmus, ich hab da echt Probleme zu erkennen, wann die die WR von sich aus beendet haben, denn kleine Kolonien sitzen IMMER faul herum :D
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    • Okay, ich denke dann werde ich die WR zum Wochenende bei allen Kolonien beenden. Ich hoffe es schadet den Tieren nicht, dass es nur 3 Monate waren. Dieses Jahr sollte ich sie dann früher einwintern. Danke!

      Auswintern genauso wie einwintern? von 10°C in 15°C für zwei Wochen und dann in 20°C?
    • Klingt vernünftig, ja. Sofern du keine endogenen Arten dabei hast (z.B. einheimische Camponotus), sollten die Ameisen damit auch keine größeren Probleme haben. Bei mir waren´s dieses Jahr auch nur 4 Monate statt 5. Wann hast du denn eingewintert? Muss ja echt spät gewesen sein... ;)
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Eingewintert habe ich sie definitiv nach dem 17. Oktober, denn da hab ich noch eine Frage bzgl. der Tempertursenkung im Forum gestellt. Die Einwinterung der Lasius niger, Lasius flavus, Formica sp. und Myrmica rubra muss um den 20. Oktober herum gewesen sein. Die Tetramorium habe ich noch etwa 1-2 Wochen später eingewintert, weil ich auf den Schlupf der Puppen warten wollte.

      Okay, wir haben ja schon den 10. Februar, das sind dann ja doch schon 16 Wochen. :D



      Die Frage klingt jetzt vielleicht doof, aber ist eine der genannten Arten / Gattungen endogen?
    • ah, praktisch :)

      Gibts eigentlich eine Liste zu endogenen / exogenen Arten oder muss man das jeweils zu der entsprechenden Art nachlesen? Bzw. ich vermute mal, dass das nur bei endogenen Arten explizit dabei steht?
    • Normalerweise schon. So viele sind das auch nicht. Spontan fallen mir dazu auch echt nur Camponotus herculeanus und Camponotus ligniperdus ein. Es gibt sicherlich noch einige weitere, aber die meisten Ameisenarten haben einen exogenen Rhythmus.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Dieser exogene Rhytmus, wird der bei Ameisen eigentlich ausschließlich durch Temperatur geregelt? Das Licht dürfte bei unterirdisch nistenden Arten eigentlich keine Rolle spielen, oder?
    • Exogen

      AmeisenWiki schrieb:

      Der Begriff exogen setzt sich aus den griechischen Wortbestandteilen exo- = nach, von, außen, außerhalb und -gen = etwas hervorbringen, verursachen, durch etwas hervorgebracht, aus etwas entstanden zusammen. Exogen heißt, etwas liegt außerhalb, ist durch äußere Ursachen entstanden. Wird der Begriff in den Naturwissenschaften und der Medizin gebraucht bezieht er sich in der Regel auf "außerhalb des Organismus entstehend, von außen in den Organismus eindringend, durch äußere Ursachen entstehend, von außen auf den Körper einwirkend". Beispielsweise Stoffe, Substanzen, Bakterien, Viren, Vorgänge. Exogen ist das Gegenteil von endogen. Der Begriff exogen wird aber natürlich auch in anderen Fachgebieten verwendet, z.B. bezeichnet er in der Chemie Energie (meistens Wärme) abgebende Reaktionen.

      Bei Ameisen ist es die Temperatur allein, soviel ich weiß.


      Endogen

      AmeisenWiki schrieb:

      Natürlich fallen Ameisen nicht einfach nur so in die Winterruhe. Aber als in der Vergangenheit die Ameisen aus tropischen Klimagegenden in die temperierten nördlicheren Gegenden wanderten, haben sie sich auf, von den anderen Jahreszeiten streng getrennte Winter adaptieren/anpassen müssen. Die Evolution hat dafür gesorgt, dass sich diese Spezies endogen auf den Winter einstellten. D.h. die Winterruhe muss nicht mehr unbedingt nur durch niedrigere Temperaturen "einberufen" werden - sie passiert "nur so". In der Natur wird sie von niedrigeren Temperaturen begleitet, die mit dem endogenen Rhythmus mehr oder weniger übereinstimmen. In der Gefangenschaft müssen die folglich auch übereinstimmen und falls nicht (sprich: keine, von niedrigen Temperaturen begleitete Winterruhe) folgt Larven und Arbeiterinnensterben.
      Der Herr Dr. Kipyatkov war einer der ersten der sich gründlich mit dem Thema "saisonelle Entwicklung" bei Ameisen, in den 90ern befasst hat und dies wahrscheinlich immernoch tut.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Nein, ich hab nur mal der Vollständigkeit halber das Wiki zitiert, damit man eine Definition von exogen hat. Und da gehört auch endogen dazu ;)
      Wie gesagt: Ganz klar geht das damit auch nicht hervor.

      Ich denke aber, dass es bei Ameisen generell nur die Temperatur ist, die den Rhythmus beeinflusst.
      Das Licht spielt nur insofern eine Rolle, dass es im Nestbereich Panik hervorruft, weil es dort nichts zu suchen hat und zudem die Sonne einigen Arten als Orientierungshilfe dient.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Lasius niger sind mMn sicherlich nicht endogen.

      Aber hier kannst du eine ellenlange Diskussion lesen und dir selbst ein Bild machen ;)
      Verfrühte Winterruhe - wie steht´s bei euch?
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Grundsätzlich muss man bei vielen als exogen geltenden Arten sagen, dass sie wohl doch eher beides sind, also exo- als auch endogen. Deshalb stellen beispielsweise viele Lasius niger Kolonien ihre Aktivität gegen Ende des Sommers nahezu komplett ein (ist bei mir jedes Jahr der Fall...) , auch wenn die Temperaturen eigentlich noch auf Sommer stehen.

      Eine klare Trennung zwischen diese Art ist nur endogen und diese nur exogen ist also nicht möglich.
      Micky
      Micky's Lasius niger - Mein Haltungsbericht - Der langlebigste hier im Forum und immer up to date! > (Diskussion)
    • Gut, ich hab schon des öfteren gelesen gehabt Lasius niger habe eine endogen gesteuerte Winterruhe.
      Ich habe bei zwei von drei meiner Gründerkolonien keine verlangsamung im Herbst bemerken können.
      Meiner Kolonien haben einfach immer weiter Eier gelegt und Eier gelegt und Eier gelegt.
      Bis ich sie dann anfang Dezember kalt gestellt habe, da wir einen warmen Dezember hatten sind sie dann langsam auf unter 10°C gekühlt worden.
      Ich werde die Kolonien noch bis anfang April am kalten Dachboden halten und erst nächstes Jahr das halbe Jahr Winterruhe einhalten.

      Und danke für die Aufklärung.
    • Naja, exogen und endogen lässt sich unter natürlichen Bedinungen meist nicht klar voneinander trennen. Die Umwelteinflüsse korrigieren vermutlich auch bei Tieren mit endogenen Rhytmen immer wieder die Uhr nach. Deswegen heißt es wohl auch circannueller (ungefähr jährlicher) Rhytmus. In Gegenden mit stark wechselnden Jahrezeiten ist sowas überlebenswichtig.

      Ist jetzt aber nur meine Vermutung, hab keine Quelle diesbezüglich...



      Hab meine Ameisen übrigens gestern vom Dachboden geholt.

      • Die Lasius niger liefen sofort aus dem Reagenzglas heraus und inspizierten die Miniarena. An den Futtertieren zeigten sie kein Interesse, aber im Honig hingen heute morgen ein paar Sandkrümel. Außerdem wurde Sand ins Reagenzglas geschleppt. Ich denke dass die Futtertiere bald wieder eine Rolle spielen werden, denn der Larvenhaufen der Lasius ist unverändert riesig.
      • Die Myrmica rubra furagierten ja auf dem Dachboden schon und wurden beim Umstellen auch gleich neugierig. Sie waren aber weeeesentlich inagiler als die Lasius, ja sie krochen fast durch die Arena statt zu laufen. Aber der Honig und auch ein paar der Futtertiere wurden direkt angenommen. Es gab hier mehrere Tote, aber das bin ich von der Kolonie ja leider schon gewohnt.
      • Die einsame Myrmica rubra Gyne von Skrag furagierte auch sofort umher, zeigte aber eher ein gestörtes Verhalten wegen der Öffnung des Reagenzglases als Interesse am Futter. Sie lief eine ganze Weile ziellos in der Miniarena umher und ist dann wieder in ihr Nest zurück gekehrt.
      • Bei einer der beiden Lasius flavus Kolonien gab eine einen kleinen Mini-Wassereinbruch. Die Larven schwammen auf dem Wasser herum und wurden von der Gyne gerettet, die die Larven zu einem Klumpen an die Wand des Reagenzglases heftete. Arbeiterinnen gab es ja vor der Einwinterung noch nicht.
      • Bei den beiden Tetramorium-Kolonien haben die Pygmäen leider nicht überlebt. Ich hatte die beiden Kolonien extra später eingewintert, um auf den Schlupf der Mini-Puppen zu warten, aber die schließlich geschlüpften Arbeiterinnen haben es nicht geschafft. In der einen Kolonie waren es zwei Pygmäen, in der anderen nur eine. Jetzt heißt es hoffen, dass die Gynen sich berappeln und bald wieder Nachwuchs produzieren. Auf jeden Fall reagierten sie bei Störung mit der Rettung ihrer Brut, die sie zwischen die Mandibeln nahmen.
    • Hi Life,

      Ich sah erst, dass die Reagezgläser durch die Gegend rollen, ls der Kühlschrank leerer wurde.
      Ich kann nur anehmen, dass sie das bei bisher jeder Öffnung taten, ich esaber nicht bemerkte, das war ein Fehler Meinerseits.
      Ich habe sie durch hineinschiebe eines Vakuumsteaks vermutlich verschoben, und so konnten sie vor und zurückrollen, aber nicht nur einmal.

      Gruss
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