Camponotus sericeus

    07.05.2021
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    • Camponotus sericeus

      Camponotus sericeus ist eine recht beliebte exotische Ameisenart, die durch ihre golden schimmernde Gaster auffällt. Sie sind meist tagaktiv und jagen einzeln oder in kleinen Gruppen. Wird Beute aufgefunden, werden weitere Arbeiterinnen rekrutiert und durch den sog. "Tandemlauf" zu ihr geführt.

      Unterfamilie: Formicinae
      Gattung: Camponotus
      Untergattung:
      Art: sericeus
      Nahrung: Insekten, Honig(-wasser), Pflanzennektar
      Lebensraum: Südasien
      Habitat: Parks und Gärten von Städten, auf landwirtschaftlichen Flächen und in Dörfern, in buschigen Dschungeln und trockenen immergrünen Laubwäldern, allgemein sonnenexponierte Stellen
      Königinnen: monogyn
      Gründung: claustral
      Winterruhe: keine
      Schwärmzeit: k.A.
      (Körper-)Größe: Arbeiterinnen (polymorph): ca. 3-10mm
      Königinnen: ca. 11-13mm
      Männchen: ca. 6-7mm
      Aussehen/Färbung: schwarz mit goldener, behaarter Gaster (die Behaarung kann sehr unterschiedlich sein, so können die Ameisen extrem golden erscheinen oder fast komplett schwarz). Männchen komplett schwarz
      Entwicklungszeiten der Arbeiterinnen:
      Ei zu Larve:
      Larve zu Puppe:
      Puppe zu Imago: 20-21 Tage
      Insgesamt:
      Puppen: Kokonpuppen
      Sonstige Angaben: Eher etwas für den fortgeschrittenen Halter


      Komplett schwarz gefärbte Camponotus sericeus. Fotograf: L. Shyamal

      Allgemein
      Camponotus sericeus ist ausgesprochen tagaktiv, was eine Beobachtung ungemein erleichtert. Da sie in freier Natur sonnige Stellen bevorzugen, sollte die Haltungstemperatur ca. 30-34°C betragen, die Luftfeuchte sollte tropisch sein (70-90%). Hilfreich ist hier die Beachtung regionaler Klimadiagramme des Herkunftsgebiets der Kolonie. Arbeiterinnen kann man einzeln oder in Gruppen jagen sehen und häufig sieht man Rekrutierungen über den sog. Tandemlauf (siehe "Sonstiges"). Die auffällige Goldfärbung der Ameisen kann stark variieren. Es sind sowohl extrem goldene, als auch fast schwarze Kolonien bekannt.


      Gründung
      Königinnen dieser Art gründen claustral, nehmen also während der Gründung keinerlei Nahrung auf. Die Gyne kann man gut in einem Reagenzglas gründen lassen, in dem man sie möglichst ungestört ihr Werk vollenden lässt. Eine Anfütterung nachdem die ersten Larven geschlüpft sind ist natürlich möglich und kann der Gyne entscheidende weitere Vorräte zuführen.

      Anfang
      Da Camponotus sericeus ein recht hohes Volkswachstum aufweist, sollte es dem geübten Halter nicht allzu schwer fallen, schnell eine stabile und wachsende Kolonie zu besitzen, die durch ihre hohe Aktivität von Anfang an Freude bereitet.
      Auch kleine Kolonien sind für Camponotus ziemlich aktiv.

      Nestarten
      Camponotus sericeus kann problemlos sowohl in Ytong- und Gipsnestern gehalten werden, als auch in Erdnestern und Farmen.

      Futter
      Diese Art ist was die Nahrungsaufnahme belangt anspruchslos. Dem Halter steht es frei, jegliches Futterinsekt auszuprobieren, Honig(-wasser) und auch Pflanzennektar werden liebend gern angenommen. Mit der Ernährung sollte es also keinerlei Schwierigkeiten geben.

      Langjährige Haltung
      Über langjährig gehaltene Kolonien hört man reichlich wenig, doch da Camponotus sericeus wie bereits beschrieben ein recht hohes Volkswachstum aufweist, sollten die Kolonien recht schnell eine stattliche Größe erreichen. Genaue Angaben finden sich leider dazu nicht.

      Sonstiges
      Der von dieser Art durchgeführte Tandemlauf ist für Camponotus eher ungewöhnlich und läuft folgendermaßen ab: Eine Arbeiterin, die Nahrung ausgemacht hat (oder aber auch eine neue Nistgelegenheit), kehrt schnellstmöglich ins Nest zurück. Um weitere Arbeiterinnen zu rekrutieren und auf die Nahrungsquelle aufmerksam zu machen, läuft die Arbeiterin sehr schnell kurze Strecken im Nest und verteilt kleine Mengen der gefundenen Nahrung unter ihren Schwestern. Folgend greift die rekrutierende Ameise eine ihr gegenüberstehende Arbeiterin und zieht diese ruckartig zu sich. Nach einer 180°-Wendung präsentiert sie dieser ihre Gaster. Die so rekrutierte Arbeiterin schließt sich der rekrutierenden Arbeiterin an und folgt dieser nun auf Schritt und Tritt. Während der Reise zur Futterquelle sondert die führende Arbeiterin ständig Pheromone ab, an denen sich die nachfolgende Arbeiterin orientiert.
      Für den Betrachter sieht es so aus, als würde das nachfolgende Tier beinahe an der Führerin "kleben", zusammen schreiten sie die gesamte Wegstrecke ab. Daher der Name Tandemlauf.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.