Minor-, Media-, oder Majorarbeiterin? - Wann entsteht was?

    07.05.2021
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    • Minor-, Media-, oder Majorarbeiterin? - Wann entsteht was?

      Hallo,

      weiß jemand wo ich nachlesen kann, welche Faktoren entscheidend sind, wodurch sich aus der Larve eine Minor-, Media-, oder Majorarbeiterin entwickelt?

      Ich persönlich kann mir nur vorstellen das es entweder Genetisch schon feststeht, oder die Menge der Nahrung die eine Larve erhält entscheidend ist, wobei die Arbeiterinnen dann ja selber entscheiden könnten was benötigt wird, da ja jede Kaste ihre eigenen Aufgaben haben.

      Mfg Daniel
      Angriff ist die beste Verteidigung - Clausewitz
    • Hallo
      Ich selber halte Messor capitatus, barbarus und wasmani.
      Bei meinen wasmani waren bereits Majore und Medias dabei daher kann ich dazu nicht viel sagen außer das es ähnlich wie bei den Pheidolen läuft.
      Zum einen wie viel Futter sie bekommen. Bei mehr Protein reicher Nahrung gibt es mehr Soldaten ( in dem Falle Majore/Media).
      Ich könnte mir auch gut vorstellen das es mit der Genetik zu tun hat aber auch mit der Luftfeuchte und den Temperaturen. Höhere Temperaturen steigert nicht nur das wachstum der Kolonie sondern sie Bilden auch Majore.
      Allerdings gehört die Kolonie größe auch dazu. Bilden werden sie Medias erst bei etwa 20 Tieren. Wann genau Majore kommen (hängt von Kolonie größe, Art, Temperaturen, etc. ab) kann ich dir leider nicht genau sagen.

      Ich selber habe eine solche auflistung noch nicht gesehen.
      MfG. Benjamin
      Bundeswehr:

      Aus der ZDV (Zentrale Dienstvorschrift), der Bibel der Bundeswehr:
      Bei Eintritt der Dunkelheit ist mit nachlassen der Sicht zu rechnen.
      Wenn das Wasser bis zur Brust reicht, hat der Soldat selbständig mit Schwimmbwegungen anzufangen.
      Bei erreichen der Baumspitze hat der Soldat die Kletterbewegung selbständig einzustellen.
      Liegt der Kopf mehr als 20 cm vom Rumpf entfernt, ist der Tod festzustellen.
      Bei Schnee und Frost ist mit auftretender Kälte zu rechnen.
    • Ich erlaube mir mal, den entsprechenden Absatz aus dem AmeisenWiki zu zitieren. Dort wird beschrieben, wie diese sog. Kastendetermination zustande kommt. Auf jeden Fall seid ihr mit euren Vermutungen auf einem guten Weg ;)

      AmeisenWiki schrieb:

      Die ernährungsbedingte (trophogene) Kastendetermination

      Bei den sozialen Hautflüglern und damit auch bei den Ameisen spielen Nahrungsfaktoren während der Larvalentwicklung die wesentliche Rolle für die gestaltliche Ausprägung der Kasten. Dies ist sicher dadurch bedingt, dass die Larven völlig abhängig sind von der Versorgung durch die Arbeiterinnen (oder, während der Koloniegründung, auch durch die Königin).

      Nahrungsfaktoren in der Kastendetermination wurden an vielen Beispielen aufgezeigt. Einige seien hier referiert, auch wenn sie Wespen oder Honigbienen betreffen: Dank der ortsfest in den Zellen gelagerten Larven lassen sich diese besser beobachten als bei Ameisen. Die Ergebnise sollten dennoch weitgehend übertragbar sein. Oft entstehen weibliche Geschlechtstiere erst, wenn ein bestimmtes Zahlenverhältnis von pflegenden Arbeiterinnen zu Larven erreicht wird, bei Wespen der Gattung Vespula z.B. ein Verhältnis 1:1. Durch radioaktiv markierte Futtersubstanzen wurde nachgewiesen, dass die Nahrung der Königinnenlarven bei Wespen qualitativ anders als die der Arbeiterinnenlarven ist. Sie erhalten mehr Drüsensekrete und weniger Rohfutter. Dies zeigt sich auch darin, dass der Kotsack, das Meconium, der kleineren Arbeiterinnenlarven größer ist, also mehr unverdauliche Reste enthält, als bei den größeren Königinnenlarven.

      Sehr intensiv untersucht wurde naturgemäß die Kastendetermination der Honigbiene. Zwischen Arbeiterin und Königin bestehen gut quantifizierbare morphologische Unterschiede: Die Königin ist größer, hat keine Sammelkörbchen, und ihr Stachel ist nicht mit Widerhäkchen besetzt. Königinnen werden in speziellen Weiselwiegen aufgezogen, das Futter für die Larven wird in die Zellen gespieen, nicht von Mund zu Mund verfüttert. So schien es einfach, die in der Nahrung vorhandenen, kastendeterminierenden Substanzen zu analysieren. Eine Königinnenlarve wird sehr viel öfter gefüttert als eine Arbeiterinnenlarve. Während letztere nur für 3,5 Tage mit Hypopharynx- und Mandibeldrüsensekreten junger Ammenbienen, danach mit Pollen und Honig versorgt wird, erhält die Königinnenlarve einen speziellen Weiselfuttersaft, das gelée royale, über die ganze Entwicklungsdauer hinweg. Entscheidend für die Kastendetermination ist offenbar die Zusammensetzung des Weiselfutters, irgendeine spezifische determinierende Verbindung hat sich nicht nachweisen lassen.

      Entsprechend der Vielfalt der Arten sind bei Ameisen recht unterschiedliche Verhältnisse anzutreffen. Nahrungsfaktoren, einschließlich der blastogenen (s.u.), dominieren offenbar auch in dieser Familie das Determinationsgeschehen, doch wurden in Einzelfällen ebenfalls genetische Faktoren nachgewiesen (s.u.). Kompliziert wird die Kastendifferenzierung besonders durch die z.T. sehr lange Entwicklungsdauer der Larven, die sich über ein oder sogar zwei Jahre erstrecken kann.

      Wichtige Faktoren für die Entstehung von Jungköniginnen sind u.a. die Größe des Volkes, bei Waldameisen die Aufrechterhaltung einer hohen Nesttemperatur während der Aufzucht, Fütterung der Königinnenlarven mit Drüsensekreten junger, erst einmal überwinterter Arbeiterinnen, oft auch das zeitweise Fehlen der Altköniginnen mit ihrem die Aufzucht neuer Königinnen hemmenden Einfluss. Bei Formica polyctena ziehen sich die Königinnen während der Geschlechtstieraufzucht im Frühjahr in die kühlen Nesttiefen zurück, womit das Volk in dieser Zeit "physiologisch weisellos" ist. Wo Larven ein- oder zweimal überwintern können, etwa bei Leptothorax-Arten, sind sie unter Umständen zweimal dem Einfluss von Jungarbeiterinnen ausgesetzt, was ihre Tendenz zur Königinnenentwicklung stark fördert.

      Verschiedene Arbeiten konnten auch bei Ameisen eine erhebliche Beteiligung des Juvenilhormon-Systems aufzeigen. So entwickeln sich aus Eiern einer äußerlich mit JH behandelten Pheidole pallidula-Königin verstärkt Jungköniginnen, während z.B. an die Brut verfüttertes JH nicht diesen Effekt hatte.

      Ein Sonderfall ist die so genannte blastogene Determination: Bereits im Ei ist z.B. bei der Waldameise Formica polyctena festgelegt, ob sich eine Larve zur Gynomorphen oder nur zur Arbeiterin entwickeln kann. Bestimmte, kurz nach der Überwinterung abgelegte „Wintereier“ sind etwas größer als die Sommereier, und sie haben im hinteren Eipol ein besonders RNS-reiches Polplasma (RNS = Ribonucleinsäure). Bei Fütterung von Larven aus diesen Eiern mit Labial- und Postpharynxdrüsensekret junger Arbeiterinnen können sie sich zu Jungköniginnen entwickeln, bei schlechter Ernährung entstehen auch aus Wintereiern nur Arbeiterinnen. Offenbar liegt hier eine trophogene (auf Ernährung basierende) Prädisposition der Eier durch bessere Reservestoffeinlagerung bereits im mütterlichen Ovar vor. Sie führt allerdings nur unter optimalen Ernährungsbedingungen für die Larven zur tatsächlichen Entstehung von Jungköniginnen.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Ah ok die RNA ist also der Schlüssel aber zusätzlich ist es auch noch nahrungsabhängig .. Interessant wäre dann natürlich zu wissen was passiert wenn eine Larve diese Nahrung nicht erhält, ob sie dann stirbt oder sich dann anders entwickelt. Vielleicht wird das uns bald die Wissenschaft sagen können, wenn sie es nicht bereits schon kann.

      Danke für die Antworten :)

      Mfg Daniel
      Angriff ist die beste Verteidigung - Clausewitz
    • Hallo
      Füttert man nur wenige Proteine dann entwickeln sich so oder so nur Minor ameisen. Haben sie einen zu großen Hunger fressen sie Eier und Larven die neben ihnen liegen (passiert häufig in der Gründungszeit. Da überlebt nur die stärkste.)
      Selbst wen die ,,DNA´´ einem Major entsprechend sollte entwickelt sich bei zu wenig Futter eine Minor.
      Am besten kann man die Enticklung bezüglich des Futters bei Myrmica sehen.
      Wenn Myrmica Geschlechtstiere bilden möchte so MÜSSEN die Larven überwintern. (nicht nötig bei Messor)
      Haben sie das nicht entwickeln sich keine jungen Gynen.
      Haben sie das aber so müssen sie noch gut und vor allem viel gefüttert werden.
      Haben sie nicht genug zu gelegt entwickeln sich die großen Arbeiterinnen bei Myrmica.
      Alles im allen hat es aber auch mit der Drüsen udn Pheromonen zu tun ob sich ein Major/Gyne/Soldat bildet.

      MfG. benjamin
      Bundeswehr:

      Aus der ZDV (Zentrale Dienstvorschrift), der Bibel der Bundeswehr:
      Bei Eintritt der Dunkelheit ist mit nachlassen der Sicht zu rechnen.
      Wenn das Wasser bis zur Brust reicht, hat der Soldat selbständig mit Schwimmbwegungen anzufangen.
      Bei erreichen der Baumspitze hat der Soldat die Kletterbewegung selbständig einzustellen.
      Liegt der Kopf mehr als 20 cm vom Rumpf entfernt, ist der Tod festzustellen.
      Bei Schnee und Frost ist mit auftretender Kälte zu rechnen.
    • Die nächste Frage ist jetzt was passiert wenn ich eine Ameise zur Hälfte mit "Königinnenfutter" und zur anderen Hälfte mit "Arbeiterinnenfutter" versorge.
    • Ich gebe zu das weiß ich nicht das so etwas aber passiert bezweifle ich.
      Bei einigen Arten gibt es Weibchen die aber eher der Arbeiterinnen KAste entsprechen.
      Es sind ,,Misgeburten´´.
      Das beste BEispiel sind, wie ich finde, die Lasius flavus.
      Bei einem Schwarmflug fand ich eines dieser Halbweibchen.
      Nur etwas gößer als eine Arbeiterin, größeres Hinterleib und hatte noch einen Flügel .
      Bei Myrmica z.B. aber (wenn sie Geschlechtstiere bilden) ist es so das dann die großen Arbeiterinnen entstehen weil es nicht genug ,,richtiges´´ Futter war.
      Das ist von Art zu Art unterschiedlich und ich weiß nicht wie das bei Messor ist aber ich kann mir gut Vorstellen das dann trotzdem Arbeiter schlüpfen.
      Ob nun Minor,Media oder Major kann ich nicht sagen.
      Das müsste man auprobieren aber wir haben, so denke ich mal, nicht die nötige Ausrüstung.
      MfG. Benjamin
      Bundeswehr:

      Aus der ZDV (Zentrale Dienstvorschrift), der Bibel der Bundeswehr:
      Bei Eintritt der Dunkelheit ist mit nachlassen der Sicht zu rechnen.
      Wenn das Wasser bis zur Brust reicht, hat der Soldat selbständig mit Schwimmbwegungen anzufangen.
      Bei erreichen der Baumspitze hat der Soldat die Kletterbewegung selbständig einzustellen.
      Liegt der Kopf mehr als 20 cm vom Rumpf entfernt, ist der Tod festzustellen.
      Bei Schnee und Frost ist mit auftretender Kälte zu rechnen.