Xhnnas Haltungsbericht Pheidole pallidula

    07.05.2021
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    • Xhnnas Haltungsbericht Pheidole pallidula

      Hallo zusammen,

      parallel zu meinen Messor barbarus habe ich mich entschieden noch Pheidole pallidula zu halten. Ich wollte eine Kolonie haben die ich das ganze Jahr über durchpflegen kann und die nicht all zu viel Aufmerksam braucht was Arenabau etc angeht. Im Internet gab es reichlich informationen über diese Art und durch die beeindruckende Rekrutierung habe ich mich zu dem kauf entschlossen.

      Ich werde diesesmal die Posts versuchen etwas besser zu konstruieren. Der Eingangspost (also dieser) wird quasi eine Übersicht sein über die aktuelle Anzahl, angenommenes Futter, verweigertes Futter, etc.

      Erst einmal vielen Dank an RC Ameise für diesen wirklich ausführlichen Steckbrief, er hat mich ermuntert die Ameisen zu kaufen.








      Steckbrief
      Pheidole pallidula – eine kleine, meist am Mittelmeer auftretende Ameisenart mit hoher Wachstumsrate.

      Unterfamilie: Myrmicinae (Knotenameisen)

      Gattung: Pheidole

      Untergattung:

      Art: pallidula

      Nahrung: Insekten (sehr starkes Jagd verhalten), Honigtau, kleine Körner (Nachtkerzen- und Grassamen)

      Lebensraum: Südeuropa, Mittelmeerraum

      Habitat: an warmen Standorten; oft in Erdnestern oder unter Steinen

      Königinnen: monogyn, selten auch polygyn

      Gründung: claustral

      Winterruhe: von Ende November bis Mitte Februar, kann ausgelassen werden

      Schwärmzeit: von Anfang Juli bis Mitte August

      (Körper-)Größe: Königinnen: ca. 6-8 mm

      Arbeiterinnen: ca. 1,5-2,5 mm

      Männchen: ca. 4-5 mm

      Soldaten: ca. 4-5 mm

      Aussehen/Färbung: Königinnen: gelb, braun, rotbraun bis fast schwarz; groß, kräftig

      Arbeiterinnen: gelb, braun, rotbraun bis fast schwarz

      Männchen: braun, schwarz; schlank

      Soldaten: braun, rotbraun bis fast schwarz; großköpfig

      Entwicklungszeiten der Arbeiterinnen:

      Ei zu Larve: ca. 7-12 Tage

      Larve zu Puppe: ca. 5-10 Tage

      Puppe zu Imago: ca. 11 - 13 Tage

      Insgesamt: ca. 4-5 Wochen

      Puppen: Nacktpuppen

      Sonstige Angaben: Es treten in großer Zahl kleine
      Arbeiterinnen, sowie in geringerer Zahl Soldaten auf. Eine Königin wird
      im Durchschnitt ca. 10-15 Jahre alt. Pheidole pallidula werden oft als
      „Ausbruchskünstler“ bezeichnet. Erfahrungen mit diversen
      Ausbruchssicherung sind bei dieser Art daher Pflicht!

      Allgemein

      Pheidole pallidula ist eine sehr kleine, in vielen Farben auftretende
      Ameisenart. Normalerweise tritt sie an warmen Standorten im
      Mittelmeerraum auf, jedoch kommt sie mittlerweile auch schon in
      mitteleuropäischen Gewächshäusern vor - ungewollt durch den globalen
      Handel von Pflanzen eingeschleppt. Diese Art ist bei den Haltern vor
      allem deshalb beliebt, weil sie als einzige europäische Art eine echte
      Soldatenkaste besitzt und deshalb ein sehr aktives Jagdverhalten
      aufweist. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit sollte man in der Haltung
      dem südeuropäischen Klima anpassen. Die Temperatur sollte ca. 24-27°C
      betragen und die Luftfeuchte ca. 40-60%.



      Gründung

      Pheidole pallidula Königinnen gründen claustral. Das bedeutet, dass die
      Königin sich eine Gründungskammer baut (in der Haltung ist das RG die
      Gründungskammer) und dort die ersten Arbeiterinnen aus körpereigenen
      Reserven großzieht. Die dabei entstehenden Arbeiterinnen sind etwas
      kleiner als ihre späteren Schwestern, diese nennt man Pygmäen und haben
      eine geringere Lebenserwartung.



      Bei der Gründung braucht die Königin Ruhe und Dunkelheit, das RG muss
      verschlossen sein und die Gründungskammer klein. Jeden Tag nachschauen
      ist also nicht fördernd. Da die Königin (und die Art selbst) aber nicht
      all zu empfindlich ist, kann man, wenn man denn unbedingt muss, alle
      zwei Tage kurz nachgucken. Am besten ist es aber, man lässt sie ganz in
      Ruhe oder guckt nur einmal die Woche.



      Anfang

      Bereits bei einer kleinen Kolonie kann es ganz schön spannend werden,
      denn bereits ab einer Volksstärke von ca. 30 Tieren können erste
      Soldaten entstehen.. Auch kleine Kolonien sind bereits sehr aktiv - es
      gibt also immer etwas zu sehen im Formicarium.



      Nestarten

      Bei der Wahl des Nestes sollte auf eine Insel verzichtet werden, da es
      Berichte gibt, die besagen, dass diese Art unter Umständen über das
      Wasser laufen kann. Beim Ytong ist die Gefahr hoch, dass Eier in die
      Poren fallen, deshalb sollten die Kammern mit Gips oder einer Sand-Lehm
      Mischung ausgekleidet werden. Gut eignen sich für diese Art Gipsnester
      und Ameisenfarmen bzw. Erdnester. Da die Art in freier Natur Erdnester
      bevorzugt und gerne gräbt, kann es vorkommen, dass sie sich in dem
      Bodengrund der Arena einnisten, wenn dieser feucht ist. Es sollte daher
      auf einen trockenen und am besten festen Bodengrund geachtet werden -
      außer man will, dass sie sich in dem Arenabodengrund einnisten.



      Futter

      Pheidole pallidula sind im Großen und Ganzen Allesfresser. Da sie sehr
      gerne jagen, kann man kleinere Insekten sehr gut lebend verfüttern.
      Hierbei sollte unbedingt auf eventuelle Milben oder andere Parasiten
      geachtet werden. Da die Soldaten große Mandibeln besitzen, können sie
      auch größere Insekten zerlegen. Pheidole pallidula Kolonien sollte immer
      genügend Futter angeboten werden, da sie sonst auf Streifzüge gehen und
      viele Ausbruchsversuche starten. Nebenbei sollte man ihnen auch
      Honig(wasser) anbieten. Vereinzelt berichten Halter auch, dass sie
      Körner annehmen.



      Langjährige Haltung

      Auch wenn Pheidole pallidula eine kleine Art ist, vermehrt diese sich
      recht schnell. Eine Kolonie kann nach ein paar Jahren schon an die
      10.000 Individuen besitzen. Aus dem Grund sollte vorgesorgt werden und
      ein Nest und eine Arena mit Anbaumöglichkeiten vorhanden sein. Über den
      Platzverbrauch und ob man den Ameisen diesen Platz überhaupt bieten
      kann, sollte man sich vor dem Kauf im Klaren sein. Zudem wird bei
      größeren Völkern der Nahrungsbedarf größer und die Ausbruchsfreudigkeit
      nimmt zu. Es sollte daher unbedingt eine gut funktionierende
      Ausbruchssicherung vorhanden sein und auf alle Fälle ein Deckel!



      Sonstiges


      Einige Halter berichten, dass die Ameisen sich durch Silikon fressen
      können. Deshalb ist große Vorsicht bei solchen Verklebungen geboten.
      Regelmäßige Kontrollen können helfen, bald undichte Stellen frühzeitig
      aufzuspüren und abzusichern und so den Ameisen keine Chance zum
      Ausbrechen zu geben.

      Eine Winterruhe kann bei 12-14°C von Ende November bis Mitte Februar
      durchgeführt werden, muss aber nicht. Die Entscheidung liegt ganz allein
      beim Halter.

      Pheidole pallidula können hier in Deutschland im Freien wohl nur im
      Sommer überleben. Doch sind die Tierchen oft schlau genug, um in den
      Herbstmonaten in ein Haus zu ziehen. Dort steht einem rasanten Wachstum
      nichts mehr im Wege - ganze Wohnungen können befallen werden. Ein
      solcher Fall hat sich bereits zugetragen. Damit so etwas nicht nochmal
      irgendwo passiert ist eine gut funktionierende Ausbruchssicherung bei
      dieser Art unumgänglich!

      Xhnnas Kolonie:

      Heimisch ist meine Kolonie in einem 60x30x40 Becken. Eigentlich ist es ein Aquarium und eigentlich auch viel zu groß, aber es sollte so eine Art Endzeitbecken werden in dem die Ameisen Dauerhaft bis zum Ende der Haltung überleben sollen.

      Das Becken






      Arbeiterzahl:
      (Stand 23.04.2013)
      1 Gyne
      30 Arbeiterinnen
      4 Soldatinnen

      Futter:
      Pinkymaden - genommen

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    • 23.04.2013

      Heute sind meine Meisen angekommen. Gekauft wurden sie im Antstore. Laut Beschreibung Gyne + 25-50 Stück - Es waren Gyne + 30 Arbeiterinnen und 4 Soldaten + etwas Brut. 3 Arbeiterinnen waren leider zerquetscht von dem Stopfen :( Mit dabei waren auch kostenlose Pinkymaden. Neugierig wie ich war habe ich sie natürlich direkt ins Becken gelegt und eine Made angeboten. Super, die Made ist natürlich direkt ins Reagenzglas gekrochen und auf die Gyne zu, ich Panik, Arbeiterinnen Panik und die Soldatinnen? Die Rennen erst mal schön aus dem Reagenzglas raus und halten gebührenden Sicherheitsabstand. Zum Glück ist die Made irgendwann später wieder rausgekrochen, ich habe ihr dann mit einer Schere das Leben beendet und sie in der Mitte einfach mal durchgeschnitten. Nachdem die Ameisen den ersten Schock überstanden hatten, haben sie die Made auch als Futter akzeptiert. Großartig umgezogen sind sie nicht. Sie leben in einem sehr kleinen Reagenzglas. Ich werde ihnen die Tage ein größeres abgedunkeltes Reagenzglas anbieten in der Hoffnung dass sie umziehen.

      Ich muss ja sagen, als ich das Paket geöffnet habe bin ich ja fast vom Hocker gefallen. Ich wusste ja dass die Art recht klein ist, aber die sind ja echt winzig. Zudem sind auch einige Pygmäen dabei die gerade mal einen mm groß sind. Im vergleich zu meinen Messor Majoren echt ein Witz :) Jetzt weiß ich auch warum 60x30x40 als Endgröße für diese Art empfohlen wird.

      So, wie versprochen das erste Bild.






      Wie man sieht sieht man nicht viel, diese kleinen Dinger sind wirklich winzig :-)
      Wird wirklich Zeit dass ich mir eine echte Kamera kaufe.



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    • 26.04.2013

      Meine Damen sind in der Nacht vom 24. auf den 25. umgezogen und haben ihr Reagenzglas hinter sich gelassen. Sie sind bereits in den Bode gezogen, hatte nicht einmal die Möglichkeit gehabt ein alternatives Reagenzglas anzubieten. Da es ein relativ naturbelassenes Nest ist kann ich sie momentan auch nicht wirklich beobachten, nur ab und zu kommt mal eine Arbeiterin nach draußen. Ich habe ihnen eine große Wachsmottenlarve zerstückelt angeboten. Wurd etwas betastet 2/3 Arbeiterinnen waren auch mit ihr beschäftigt, dann wars das aber auch schon wieder. Honig wurde gar nicht angenommen.

      Gestern ist dann die rote Folie angekommen und die Heizmatte antstore.net/shop/Klimatechnik…-28W---selbstklebend.html

      Die Heizmatte hat die Größe
      28 x 53, das Becken 30x60x40. Was meint ihr wo ich das dingen anbringen soll? Unter dem Formicarium oder an der Rückwand?


      02.05.2013

      Viel gibt es nicht zu berichten. Die Damen sind was das Futter angeht etwas wählerischer geworden. Heimchen werden gerne genommen, Wachsmottenlarven oder Puppe, sowie Pinkymadenpuppen werden verschmäht. Honig, Honigwasser, Zuckerwasser und Marmelade wird nicht mal angeguckt. Habe es gestern mit Leinsamen und Mohn mal versucht, werden aber auch nicht genommen. Ich gehe heute mal einkaufen, habe gehört dass Pheidole auch ganz gerne mal Shrimps essen. Vielleicht klappt es ja.
      Die Heizmatte heizt das Becken auf 28°C auf. Dadurch dass es aber ein geschlossener Deckel ist, steigt die Luftfeuchtigkeit auf über 70% und die Scheiben beschlagen. Dadurch verliert das Talkumpuder natürlich seine Wirkung (webei meine Damen eh darüber gelaufen sind, zwei durfte ich schon einsammeln)

      Es wird definitiv Zeit für das neue Becken. Habe mich immer noch nicht für eine Variante entschieden. Formicarien-bau.de reagiert nicht auf meine Anfrage, werde daher die klassische Variante bevorzugen und bei WoA ein neues Becken bestellen, da ist der Deckel wenigstens geeignet für Pheidole Arten. Lediglich die Größe ist noch nicht sicher. Ich möchte vermeiden dass ich jedes Jahr ein neues Becken dranhängen muss. Momentan überlege ich zwischen 50x30 und 60x30, das sollte mir lange Zeit dienlich sein.


      09.05.2013


      Ich habe mich nun gegen eine Zwangsumsiedlung entschieden und versuche das Becken nun so gut wie Möglich abzudichten. Habe einige kleinere Änderungen vorgenommen, Bilder folgen sobald ich meine neue Kamera habe. Soweit ich es sehen kann (habe ja keinen Nesteinblick) scheint sich die Kolonie gut zu entwickeln. Ich habe heute geräucherte Forelle angeboten. Es war sofort viel los in der Arena. Es ist aber zu beobachten, dass sie von der Forelle nur das Öl futtern, die Forelle selber bleibt unberührt.






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