Inzucht betreibende Ameisenarten / Liste

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    • Inzucht betreibende Ameisenarten / Liste

      Hallo,
      Ich bin einer der Menschen, die gerne Arten halten, bei denen man theoretisch ein Leben lang (Unfruchtbarkeit bei Gendefekten durch Inzucht mal ausgeschlossen) neue Königinnen nachzüchten kann, also zum Beispiel durch Klonung, intranidinale Begattung (schließt Inzucht mit ein) oder gar durch Inzucht mit Schwarmflug. Theoretisch besitzt ja keine Art bis auf ein Paar weitgehend in der Haltung unbekannte einen Mechanismus, der Inzucht wirklich vermeidet, jedoch ist in der Haltung durch eine nahezu unmögliche Simulation eines Schwarmflugs der Grund dafür, dass es auch bei den Meisten sogar hochpolygynen Arten (mit dem Grad der Polygynität steigt die Wahrscheinlichkeit zur Inzucht) die Verpaarung durch Inzucht nicht klappt.

      Hier habe ich mal eine Liste aller mir bekannten Arten, die definitiv bei einem Halter vermehrbar wären, auch wann man einige sehr schwer oder garnicht bekommt:

      Pheidole megacephala
      Paratrechina longicornis
      Anoplolepis gracilipes
      Harpegnathos saltator
      Monomorium subopacum
      Monomoriun pharaonis
      Crematogaster rudis
      Tetramorium bicarinatum
      Ooceraea biroi
      Acromyrmex octospinosus
      Acromyrmex echinatior
      Tapinoma melanocephalum
      Tapinoma erraticum
      Tapinoma sessile
      Myrmica rubra
      Linepithema humile
      Cardiocondyla argyrotricha
      Wasmannia auropunctata
      Mycocepurus smithii
      Megalomyrmex sp.
      Nylanderia pubens
      Nylander fulva


      nicht sicher bei:
      Solenopsis invicta
      Carebara diversa
      Messor structor
      Solenopsis geminata
      Raptiformica sanguinea


      Ich wäre dankbar, wenn jemand noch einige Arten meiner Liste hinzufügen könnte. Die Liste ist für Personen gerade wie mich gedacht, die solche Arten mögen und trotz ihrer Invasivität keine Haltung (mit gutem Ausbruchsschutz als Vorraussetzung) scheuen.

      Die Anoplolepis, Oocerea und Paratrechina betreiben dabei aber keine Inzucht sondern handelt ed sich dabei um eine Doppelklonung, bei der die „Blutlinie“ erhalten bleibt, dazu gibt es auch mehrere Artikel bei ResearchGate zu finden, einer lautet in etwa so: „sib mating without inbreeding in the longhorn crazy ant Paratrechina longicornis“

      Lg André :dankeschoen:

      The post was edited 1 time, last by AndreLeo ().

    • [post scriptum] als Warnung, einige dieser Arten sollten dennoch nicht gehalten werden, da sie sehr schwer zu kontrollieren sind, darunter vorallem Linepithema spp., Monomorium spp. und Solenopsis spp., sowie Wasmannia spp. und Cardiocondyla spp. Natürlich muss das jeder selbst entscheiden, aber diese Arten können schnell auf diverse Weise gefährlich werden, also entweder absolut sicher sein, oder erst garnicht halten!
    • Leider ist ein guter Teil der Spezies, die Königinnen nachzüchten, extrem invasiv und können bei einem Ausbruch absolut verheerende Auswirkungen auf das lokale Ökosystem haben. In Zentraleuropa haben wir hier noch das Glück kalter Winter, aber wenn man sich mal die allgemeine Tendenz anschaut wird es mit zunehmend milden Wintern leichter möglich für solche Arten sich zu etablieren.
      Ein Teil der Arten (Ghost ants, Pharaoameisen, Pheidole megacephala, Tetramorium bicatinatum) sind auch bekannte Hausameisen und können sich sehr leicht in einer Wohnung etablieren, sogar ganze Wohnblöcke verseuchen. Gerade Pharaoameisen werden selbst von Wissenschaftlern nur mit Ölgraben gehalten.

      Viele Ameisen die große Staaten ausbilden (viele Camponotus und Messor) können übrigens eine neue Königin adoptieren nachdem die alte verstorben ist und die meisten Serviformica-Arten sind sowieso hochgradig polygyn, da kann man auch im laufenden Betrieb zusätzliche Königinnen reinwerfen.

      Und mal ernsthaft, die meisten Ameisenköniginnen werden 15-20 Jahre alt - wieviele Personen kennst du die eine Kolonie für 10+ Jahre gehalten haben? Das lässt sich in Deutschland doch vermutlich an einer Hand abzählen. Die meisten verlieren nach ein paar Jahren das Interesse und versuchen ihre Kolonie loszuwerden - dafür braucht man keine hochinvasiven Ameisen, da tun es auch weniger problematische Arten.
    • Es geht mir darum, dass die allermeisten Arten regelrecht in Massen ausgegraben und eingesammelt werden, so ist es einem Züchter möglich die Ameisen selbst zu verpaaren, außerdem ist das dann relativ günstig, so eine Paratrechina Gyne alleine kann schon um die 50€ kosten.... Natürlich sind die Arten sehr invasiv, eben diese Fähigkeit sorgt dafür, dass sie sich schnell mal irgendwo etablieren können. Aber meiner Meinung nach ist das Argument mit dem Ausbruch nicht ganz valid, ich meine wieviele Gynen T. bicarinatum oder P. megacephala oÄ werden jährlich durch Importe nach Deutschland verfrachtet, außerdem bricht eine solche Kolonie aus nur durch Verantwortungslosigkeit durch den Halter aus, Pharaoameisen mal ausgeschlossen, die sind die wahrste Pest, zwar wortwörtlich. Ein normaler und Verantwortungsvoller Halter hält seine Ameisen mit Ausbruchsschutz und Deckel, damit ja nichts geschehen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gynen, die im Vergleich der worker relativ groß sind und Glas nicht ganz so einfach erklimmen können, ausbrechen ist wohl enorm gering. Man müsste eben vorher wissen, ob ein Halter Verantwortung zeigt oder nicht. Und durch die milderen Temperaturen werden auf kurz oder lang diese Arten sich eh bei uns ansiedeln und das Verbreitungsgebiet von einheimischen Arten wir Lasius niger zum Beispiel wird sich verlagern in Richtung der Pole, stattdessen wird sich wohl L. neoniger hier ansiedeln.

      Ist natürlich alles Ansichtssache, aber in meinen Augen, gibt es keine Ameisenart, die, außer vll M. pharaonis, die wirklich gefährlich ist. Wusstest du denn, dass Myrmica rubra aus Amerika zu uns eingeschleppt wurde und invasiv ist, wir erachten sie mittlerweile als heimisch.
      Aber natürlich sind solche Arten „speziell“ und die nötigen Sicherheitsvorkehrungen müssen getroffen werden.

      Das ist aber nicht die Art von Kommentaren die ich wollte, irgendjemand hätte die Liste, falls er es kann, erweitern sollen ;)
    • AndreLeo wrote:

      Es geht mir darum, dass die allermeisten Arten regelrecht in Massen ausgegraben und eingesammelt werden, so ist es einem Züchter möglich die Ameisen selbst zu verpaaren, außerdem ist das dann relativ günstig, so eine Paratrechina Gyne alleine kann schon um die 50€ kosten.... Natürlich sind die Arten sehr invasiv, eben diese Fähigkeit sorgt dafür, dass sie sich schnell mal irgendwo etablieren können.
      Der allergrößte Teil (vermtulich 99%) der Ameisenköniginnen die ihr Nest verlassen schaffen es nicht mal erste Arbeiterinnen aufzuziehen. Selbst wenn sich Ameisenhaltung zum Massenphänomen entwickelt dürfte das kaum eine Delle in den Populationen der weiter verbreiteten Arten hinterlassen (schon garnicht bei Arten wie Lasius niger oder Solenopsis fugax, die in völlig abstrusen Mengen schwärmen).

      AndreLeo wrote:

      Aber meiner Meinung nach ist das Argument mit dem Ausbruch nicht ganz valid, ich meine wieviele Gynen T. bicarinatum oder P. megacephala oÄ werden jährlich durch Importe nach Deutschland verfrachtet, außerdem bricht eine solche Kolonie aus nur durch Verantwortungslosigkeit durch den Halter aus, Pharaoameisen mal ausgeschlossen, die sind die wahrste Pest, zwar wortwörtlich. Ein normaler und Verantwortungsvoller Halter hält seine Ameisen mit Ausbruchsschutz und Deckel, damit ja nichts geschehen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass Gynen, die im Vergleich der worker relativ groß sind und Glas nicht ganz so einfach erklimmen können, ausbrechen ist wohl enorm gering.
      Bei kleinen Spezies wie Tapinoma melanocephalum oder Monomorium-Arten kommen auch die Königinnen problemlos überall durch. Abgesehen davon transportieren Ameisen auch Eier vom Hauptnest in ihre Satellitennester, da reicht es dann wenn sich eine Arbeiterin irgendwo durchdrücken kann.
      Pheidole megacephala und Tetramorium bicarinatum treten immer wieder in Gewächshäusern und Zoos auf, können sich aber bisher nicht im Freien ausbreiten. Aber nur weil sie schon da sind heißt das nicht dass es jetzt kein Problem ist absichtlich noch mehr von ihnen zu importieren.

      Und was das halten mit Barriere und Deckel angeht - frag mal ein paar Leute, die Lasius niger über mehrere Jahre gehalten haben (oder Iridomyrmex bicknelli) - einige Ameisen lassen sich auch von Fluon und Deckel kaum dauerhaft aufhalten.

      AndreLeo wrote:

      Man müsste eben vorher wissen, ob ein Halter Verantwortung zeigt oder nicht.
      Und wie soll man das wissen? Mit einem Ameisenführerschein? Momentan kann jeder 12-jährige mit Mamas Kreditkarte Ameisen kaufen und gerade Kinder finden invasive Ameisen besonders toll, weil sie möglichst edgy sein wollen, da muss man ihnen nicht noch eine Liste in die Hand drücken. Verantwortungsvolle Ameisenshops haben die besonders invasiven Spezies auch garnicht im Sortiment.

      AndreLeo wrote:

      Und durch die milderen Temperaturen werden auf kurz oder lang diese Arten sich eh bei uns ansiedeln und das Verbreitungsgebiet von einheimischen Arten wir Lasius niger zum Beispiel wird sich verlagern in Richtung der Pole, stattdessen wird sich wohl L. neoniger hier ansiedeln.
      Lasius neoniger ist eine amerikanische Art und nicht invasiv (und bewohnt in den Nord-USA und Kanada außerdem ziemlich exakt dieselbe Klimazone wie Lasius niger, auch wenn sich ihr Verbreitungsgebiet sehr viel weiter nach Süden in wärmere Regionen erstreckt als das bei Lasius niger der Fall ist). Damit die sich bei uns ansiedelt muss schon sehr viel passieren (spontane Kontinentalverschiebung o.ä.). Sehr viel wahrscheinlicher werden wir einfach die Arten bekommen, die es jetzt schon in Südeuropa gibt, plus noch ein paar invasive Exoten, die sich in dem wärmeren Klima etablieren können.

      AndreLeo wrote:

      Ist natürlich alles Ansichtssache, aber in meinen Augen, gibt es keine Ameisenart, die, außer vll M. pharaonis, die wirklich gefährlich ist. Wusstest du denn, dass Myrmica rubra aus Amerika zu uns eingeschleppt wurde und invasiv ist, wir erachten sie mittlerweile als heimisch.
      Aber natürlich sind solche Arten „speziell“ und die nötigen Sicherheitsvorkehrungen müssen getroffen werden.
      Myrmica rubra ist eine europäische Art, die nach Nordamerika eingeschleppt wurde und dort aktuell in den USA und Kanada einen ordentlichen Flurschaden anrichtet - Reduktion der Artenvielfalt, Verdrängung einheimischer Ameisenarten - wir haben Leute aus Kanada auf unserem Chatserver bei denen es in einigen Gebieten fast keine anderen Ameisen mehr gibt. Gerade in kühleren feuchten Gegenden schnappt die hocheffiziente Myrmica rubra den einheimischen Arten schlicht das Futter vor der Nase weg (dass sie in Nordamerika teilweise riesige Kolonien mit Millionen Arbeiterinnen ausbildet macht die Sache nicht besser).

      Eine etablierte invasive Ameisengruppe, die als quasi-einheimisch bei uns angesehen wird ist Tetramorium - die stammen aber wohl eher aus Indien oder dem arabischen Raum. Tetramorium-Ameisen sind bei uns eine der eingeschleppten Arten, die ihre ökologische Nische gefunden hat und hier lebt ohne größere Schäden am Ökosystem anzurichten. Das trifft auf viele der Arten in der Liste aber definitiv nicht zu.

      Folgende Ameisen befinden sich auf Top100-Liste der schlimmsten invasiven Lebensformen der Welt:
      - Anoplolepis gracilipes (Yellow Crazy Ant)
      - Linepithema humile (Argentine Ant)
      - Pheidole megacephala (African Bigheaded Ant)
      - Solenopsis invicta (Red Imported Fire Ant)
      - Wasmannia auropunctata (Electric Ant)

      Um auf der Liste der 100 schlimmsten lebenden ökologischen Desaster des Planeten zu landen muss man schon einiges tun.
      Zu Solenopsis invicta braucht man nur Ameisenhalter aus Südtexas fragen, bei denen gibt es nämlich praktisch keine anderen Ameisen mehr. Linepithema humile hat eine 6000 Kilometer lange Superkolonie die von Südspanien bis nach Griechenland reicht (und noch andere auf anderen Kontinenten, u.a. eine 200 Kilometer lange in Kalifornien). Anoplolepis gracilipes ist gerade dabei unter anderem die roten Krabben auf den Christmas Islands auszurotten, sowie diverse Küstenvögelarten, Kleinsäuger und Insekten im gesamten subtropischen und tropischen Raum zu dezimieren. Und Wasmannia auropunctata gilt als gefährlichste Ameisenart der Pazifikregion, die frisst unter anderem die Jungtiere der ohnehin schon angeschlagenen Landschildkrötenpopulationen auf, elimiert flächendeckend Spinnenpopulationen und sorgt generell für einen Rückgang der Artenvielfalt.

      Paratrechina longicornis, Tetramorium bicarinatum und Nylanderia fulva arbeiten fleißig daran, ebenfalls einen Platz auf der Liste zu bekommen.
      Pharaoameisen dagegen tauchen in der Liste garnicht auf, denn die sind in der Regel für uns Menschen ein viel größeres Problem als für die Umwelt.
    • Es sagt auch niemand, dass du diese Arten halten sollst, ich wollte nur mal für all die interessierten eine Liste der Arten machen, die tatsächlich Inzucht betreiben, för diejenigen, die das tatsächlich interessiert, das heißt ja nicht, dass jeder Ameisenhalter sich jetzt eine Wasmannia auropunctata oder eine Plagiolepis kaufen soll...

      Ich kann deinen Standpunkt auch tatsächlich nachvollziehen, allerdings bin ich nunmal anderer Meinung. Das Beispiel mit der amerikanischen Lasius neoniger sollte nur zeigen, dass die Vorkommen der jeweiligen Arten sich immer ändern können, wenn die Klimaerwärmung so weiter geht, dann haben wir vermutlich die neoniger wirklich bald in Dt und die Lasius niger verabschiedet sich und zieht in kältere Regionen.

      Wobei die Auswirkungen des klimawandels auf Deutschland nicht absehbar sind, wenn die Temperaturedifferenz zwischen den Land-Meer Systemen zu gering wird kann ja der Golfstrom theoretisch abbrechen, das resultiert für uns eher in einen arktischen Winter statt in milderen Wintern und wärmeren Sommern.

      Ob du es glaubst oder nicht, aber ich habe eine Arbeit zu Myrmica rubra gelesen, in der aufgrund einer genetischen Analyse die Annahme aufgestellt wird, dass die Art ursprünglich aus Amerika stammr und nach Deutschland eingeschleppt wurde, auch wenn sie mittlerweile in Amerika eine Plage darstellt.

      Und wenn jemand wirklich aufpasst, dann kommt auch keine Ameisenart aus, egal ob invasiver Exot oder nicht, wenn ein Deckel dicht sitzt heißt es, dass da nichts durchkommt. Ich wollte damit auch niemanden dazu verleiten sich diese invasiven Arten zu kaufen. Falls du diese Diskussion weiterführen möchtest, können wir das ja über whatsapp machen, ich bin nämlich greenCaulerpa ;)
    • AndreLeo wrote:

      Es sagt auch niemand, dass du diese Arten halten sollst, ich wollte nur mal für all die interessierten eine Liste der Arten machen, die tatsächlich Inzucht betreiben, för diejenigen, die das tatsächlich interessiert, das heißt ja nicht, dass jeder Ameisenhalter sich jetzt eine Wasmannia auropunctata oder eine Plagiolepis kaufen soll...
      Das wird aber 1. aus der Liste nicht ersichtlich und 2. wissen wir alle genau wie ein Großteil der Ameisenhalter (besonders unter den minderjährigen Haltern, aber bei weitem nicht nur dort) ticken. Je invasiver und anstößiger die Art ist desto cooler und wenn die Art dann auch noch ihre eigenen Königinnen hochziehen kann ist das das Nonplusultra. Denen jetzt auch noch eine Liste mit genau solchen Arten in die Hand zu drücken, die zur Hälfte aus den gefährlichsten und ökologisch zerstörerischsten invasiven Lebensformen der Welt besteht - das sollte jeder sehen, dass das keine gute Idee ist.

      AndreLeo wrote:


      Ich kann deinen Standpunkt auch tatsächlich nachvollziehen, allerdings bin ich nunmal anderer Meinung. Das Beispiel mit der amerikanischen Lasius neoniger sollte nur zeigen, dass die Vorkommen der jeweiligen Arten sich immer ändern können, wenn die Klimaerwärmung so weiter geht, dann haben wir vermutlich die neoniger wirklich bald in Dt und die Lasius niger verabschiedet sich und zieht in kältere Regionen.
      Nochmal, Lasius neoniger kommt in Amerika vor und ist nach allem was wir bisher wissen nicht invasiv. Dass die sich hier flächerdeckend ausbreitet ist ziemlich unwahrscheinlich, da müsste sie sich auch gegen Linepithema humile, Solenopsis invicta, Pheidole megacephala, Lasius neglectus, Brachymyrmex patagonius, Nylanderia fulva, Monomorium pharaonis, Tetramorium bicarinatum, Anoplolepis gracilis, Paratrechina longicornis und all die anderen invasiven Arten durchsetzen, mit denen wir uns hier frührer oder später rumschlagen müssen, wenn es weiter wärmer wird.

      AndreLeo wrote:


      Wobei die Auswirkungen des klimawandels auf Deutschland nicht absehbar sind, wenn die Temperaturedifferenz zwischen den Land-Meer Systemen zu gering wird kann ja der Golfstrom theoretisch abbrechen, das resultiert für uns eher in einen arktischen Winter statt in milderen Wintern und wärmeren Sommern.
      Es ist auch möglich, dass ähnlich wie in den USA die Kaltluftbarrieren um den Nordpol weiter "ausfransen" und wir uns (zumindest in Norddeutschland) in Zukunft auf regelmäßige Spitzen von -40°C und Blizzards einstellen dürfen. Was für exakte Auswirkungen das haben wird darüber sind sich ja nicht mal die Klimaforscher selbst einig.

      AndreLeo wrote:


      Ob du es glaubst oder nicht, aber ich habe eine Arbeit zu Myrmica rubra gelesen, in der aufgrund einer genetischen Analyse die Annahme aufgestellt wird, dass die Art ursprünglich aus Amerika stammr und nach Deutschland eingeschleppt wurde, auch wenn sie mittlerweile in Amerika eine Plage darstellt.
      Das Genus Tetramorium kommt wohl auch aus dem indischen Raum, die hier antreffbaren Arten werden aber mittlerweile als heimisch angesehen. Wenn man in der Geschichte weit genug zurück geht stammt fast alles von irgendwo anders. Die Frage ist halt immer, ob sich eine Art in ein vorhandenes Ökosystem eingliedert (wie es z.B. bei Tetramorium der Fall ist) oder ob sie das Ökosystem in das sie einwandert zerstört indem sie zahllose einheimische Arten verdrängt oder ausrottet (wie es bei fast allen der oben genannten Ameisenarten der Fall ist).
      Was das im Fall von Myrmica rubra nahelegt ist, dass die Art offenbar eine Vorgeschichte als invasiver Eroberer fremder Lebensräume hat und man sie vielleicht in Zukunft mit etwas mehr Vorsicht behandeln sollte (wenn die sich in Amerika und Kanada ausbreiten kann schafft sie das mit Sicherheit auch in anderen Gebieten der gemäßigten Klimazone).

      AndreLeo wrote:


      Und wenn jemand wirklich aufpasst, dann kommt auch keine Ameisenart aus, egal ob invasiver Exot oder nicht, wenn ein Deckel dicht sitzt heißt es, dass da nichts durchkommt. Ich wollte damit auch niemanden dazu verleiten sich diese invasiven Arten zu kaufen. Falls du diese Diskussion weiterführen möchtest, können wir das ja über whatsapp machen, ich bin nämlich greenCaulerpa ;)
      Dazu verweise ich mal die Berichte von Safiriel im AF, wie die Messorkolonie, die es trotz Metallklammern geschafft hat den Deckel aufzuhebeln, die anschließend ein Loch in die Vinylschläuche gebissen hat und versucht hat ein Satellitennest unter der Bettleiste anzulegen oder die Lasius niger Kolonie, die trotz Rahmen, Barriere und Deckel nicht in ihrem Becken zu halten war und mittlerweile von ihrem Nest im Balkonfundament regelmäßig die Messorkolonie attackiert, auch wenn die Lasiusarbeiterinnen dafür einen Weg in die Wohnung finden, zwei Räuem durchqueren und ein Tischbein hochklettern müssen. Auch Halter von Iridomyrmex bicknelli scheitern regelmäßig daran ihre Pfleglinge im Formicarium zu halten - selbst Fluon hält eine größere Iridomyrmexkolonie nur vorübergehend auf.

      Im Wissenschaftsbereich (wo sowieso schon alle möglichen Vorsichtsmaßnahmen erfüllt sein müssen) werden invasive Arten wie Pharaoameisen und Tetramorium bicarinatum grundsätzlich mit Ölgraben gehalten. Wieviele Halter kennst du, die eine Anlage mit Ölgraben haben?