Fragen zum Einstieg (Art und Unterbringung)

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    • Fragen zum Einstieg (Art und Unterbringung)

      Hallo zusammen,

      da ich bei meinen Outdooraktivitäten auf einen Ameisenhaufen gestoßen bin, hat mich das Thema Ameisen in seinen Bann gezogen. Sofort habe ich angefangen im Netz zu recherchieren und bin sehr faziniert. Schnell kam der Wunsch auf, eine eigene Kolonie im Formicarium zu beheimaten. Allerdings wurde ich von der Vielfältigkeit der Thematik erschlagen. Daher hoffe ich hier auf ein wenig Unterstützung bei meinen Vorbereitungen.

      Räumlich habe ich die Möglichkeit 2 Formicarien der Größe 30x30x40 zu stellen. Ein Formicarium würde in einer Ecke stehen und würde nicht der direkten Sonne ausgesetzt. Das andere Formicarium würde im Halbschatten stehen. Genug Platz für Verbindungsröhren ist vorhanden.

      Mein Wunsch wäre es, die Becken möglichst naturnah zu gestalten. Ich stelle mir da etwas in die Richtung Moos, Äste usw. vor. Also, wie ein Ausschnitt aus einem Wald. Als Art wünsche ich mir eine relativ leicht zu haltende Kolonie, bei der ich möglichst viel aus dem Verhalten (Nestbau, Brutpflege, Futterbeschaffung usw.) miterleben kann.

      Nun zu meinen Fragen.

      1: Ist eine Haltung einer Kolonie bei meinem Wusch der Einrichtung des Formicariums überhaupt realisierbar?
      2: Welche Art wäre für meine individuellen Wünsche zu empfehlen, oder passt das gar nicht zusammen?

      Zu meinem Hintergrund. Ich habe ca. 10 Jahre verschiedene Phasmiden und Amphibien im Vivarium/Terrarium gehalten. Daher ist diese Art der Tierhaltung für mich nicht unbekannt. Mir ist also bewusst, wie arbeitsintensiv es sein kann, den Tieren eine naturnahe, lebenswerte Umgebung zu gestalten. (Futter, Licht, Wärme). Nach einer langen Pause der Tierhaltung möchte ich nun wieder neu einsteigen.

      Gruß Bondiki
    • Die meisten Ameisenkolonien werden ziemlich groß oder brauchen recht viel Laufraum, auf so wenig Raum lassen sich eigentlich nur Temnothorax gut halten - die brauchen auch kein externes oder integriertes Nest, da sie kleinen Hohlräumen wie Walnusschalen (kann man eine halbe nehmen und eine Acrylplatte unten dran kleben, dann hat man Nesteinsicht), hohlen Eicheln, kleinen Holzsstücken oder (Vorsicht!) Termo-/Hygrometern nisten. Sind aber eher kleine und sehr ruhige, gemütliche Liebhaberameisen. Ameisenstraßen bilden sie nicht, aber fouragieren sehr gerne zu zweit und versammeln sich schnell beim Futter.

      Auch klein bleibende Camponotusarten wäre möglich (C. fallax, C. japonicus, C. turkestanus), die Kolonien dieser großen Ameisen wachsen aber meist sehr langsam.

      Vor Arten mit Kolonien jenseits weniger Tausend Arbeiterinnen würde ich bei dem verfügbaren Platz abraten, gerade Lasius niger wachsen sehr schnell in die Zehntausende und sind zudem sehr ausbruchsfreudig und während Arten wie Camponotus herculeanus Jahre brauchen um erstmal auf wenige Hundert zu kommen wachsen sie später doch recht zügig in die Zehntausende.

      Prinzipiell kann man beim Platz/Laufraum bei Ameisen auch ziemlich gut tricksen (stapelbare externe Nester, z.B. "Tubs & Tubes" in flachen Boxen, Vinylschlauch mehrfach um das Becken wickeln oder über Umwege ins nächste Becken führen, etc.), so dass auch Arten mit größeren Kolonien möglich wären.
      Bei genug Vinylschlauch zum laufen wäre auch Formica fusca eine gute Option, die allgemein einen guten Ruf als sehr pflegeleichte interessante Einsteigerart (die bildet recht kleine Kolonien von 500-2000 Arbeiterinnen, ist tagaktiv, sehr neugierig, sehr schnell und lauffreudig und wächst ziemlich fix, bildet allerdings auch keine Ameisenstraßen sondern sucht allein oder in kleinen Grüppchen nach Futter).