Atta sexdens - Neues Futterbecken mit Wassergraben

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    • Atta sexdens - Neues Futterbecken mit Wassergraben

      Hallo zusammen,

      seit mittlerweile bestimmt über 1,5 Jahre halte ich Atta sexdens, die sich stätig vermehren und ihren Pilz erweitern.
      Mittlerweile sind sie so aggressiv auf Futtersuche für den Pilz, dass ich nur mit viel Anstrengung Blätter zufüttern kann (das erst vor kurzem aufgetragene Talkumpulver war innerhalb von Stunden/Tagen entfernt).
      Erst gestern war ich wieder im Kampf, nach dem zwei drei Arbeiter entkommen konnten und weitere 100-200 Ameisen nachrücken wollten :gong:

      Nun überlege ich, ein möglichst komfortables Futterbecken zu bauen/kaufen.
      Ich habe an Folgendes gedacht: ein offenes Aquarium, dass in einem flachen Wasserbecken steht bzw. verklebt wurde. So kann das Aquarium von Innen und Außen beklettert werden, jedoch der Wassergraben nicht überschritten werden.

      Wie findet ihr die Idee bzw. haben andere Halter vielleicht bessere Vorschläge?
      Ich hab noch keine ideelle Lösung gefunden.


      Mfg
      Dennis
    • Hi MegaTaubeNuss (sehr schmeichelhaft :D)

      Tatsächlich hast du dasselbe Problem, wie viele Halter groß werdender (Atta-)Völker irgendwann - die Standard-Ausbruchssicherungen werden ineffizient, da sie sich viel zu schnell abnutzen. Talkum bröselt ratzfatz ab, Öl wird durch ständige Frequentierung nach und nach abgetragen und verschmiert und ist auch nicht viel besser. Letztendlich wird es dann gerade bei Blattschneiderameisen wegen ihrer Aggression und ihrer sehr starken Mandibeln zur Qual, die Becken zu nutzen.

      Tatsächlich ist leider auch ein Wassergraben nicht das non-plus-ultra. Der Graben sollte in jedem Fall mehrere Zentimeter breit sein, bestenfalls 5cm oder sogar mehr. Nun das Manko: Es werden Ameisen hineinfallen (die z.B. beim Klettern den Halt verlieren) und dann dort herumpaddeln oder untergehen. Manche schaffen es vielleicht auf die andere Seite und laufen dann in der Wohnung umher. Viele werden ertrinken. Wenn man mit Spüli die Oberflächenspannung herabsetzt (damit auch sehr leichte Ameisen nicht darauf herumlaufen können), wird das zu höheren Verlusten führen, ist aber auch sicherer.

      Ich würde einen Wassergraben daher eher als zusätzliche Sicherung sehen, die quasi die letzte Instanz bildet, für die Ameisen, die es irgendwie schaffen, rauszukommen. Mit Verlusten ist dabei zu rechnen (und man muss auch das Wasser regelmäßig erneuern, da Staub und Dreck darin dazu führen kann, dass Ameisen darüberlaufen können).

      Leider gibt es eben nicht DIE perfekte Ausbruchssicherung. Und je größer deine Kolonie, desto öfter musst du dich um die Erneuerung der Sicherung kommen - denn je mehr Füße, desto schneller wird jeder Ausbruchsschutz nach und nach abgetragen, bis es eine Lücke gibt. Diese Verantwortung hast du dir mit Atta leider aufgeladen ;)

      Meine Frage: Warum überhaupt ein offenes Becken? Ich sehe daran keinerlei Vorteil. Im Gegenteil glaube ich, dass das zu Problemen führen wird, auf Kurz oder Lang.

      Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass man jedes Becken jederzeit im Notfall vom Rest des Systems abtrennen können sollte, um es separat wieder auf Vordermann zu bringen, das ist aber im Normalfall auch gewährleistet, denke ich. Meine erste Wahl wäre der Aufbau: PTFE-Sperre (hält sich länger, ist aber auch schwieriger im Handling) + dicht schließender Deckel + Wassergraben für den Notfall. Offene Becken mag ich persönlich überhaupt nicht gerne, da ein (dichter) Deckel einen 1A-Ausbruchsschutz darstellt, den man nicht unterschätzen sollte. Sollte die Sperre (egal ob Öle, Talkum, PTFE) überwunden werden, ist der Deckel, sofern er wirklich dicht schließt, ein erstmal nicht zu überwindendes Hindernis. Selbst wenn die Sperre abgetragen wurde, kann man so in Ruhe überlegen, was man nun machen will - und landet im Normalfall nicht im "Oh mein Gott, die Ameisen sind schon überall in meiner Wohnung"-Panik-Modus.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Hi,

      ich halte keine Atta und kenne wohl die Schwierigkeit nicht.

      Mit was ich aber gute Erfahrungen gemacht habe,
      ist ein zusätzlicher Rahmen auf das Aquarium mit Silikon an zukleben,
      Überkopf tun sich die Ameisen doch erheblich schwerer den Ausbruchsschutz zu zerstören.

      Vielleicht wäre dies eine Idee.
    • Auch eine gute Idee. Sehr gelungener Vorteil zum gewöhnlichen Deckel - den ich im Sinne hatte - ist in jedem Fall, dass man diese horizontale Ölsperre nie abnehmen muss.
      Nur, was ist wirklich der Vorteil eines offenen Systems, frage ich mich? Perfekt wäre deine Variante doch, wenn man eine abnehmbare Metallgaze über das Loch spannen würde.
      Dann könnte man bei Bedarf reinfassen, hat aber jederzeit eine mechanische Sperre, zusätzlich zur "Kopfüber-Rutschpartie", falls es doch Tiere schaffen, diese zu überwinden. Meine Erfahrungen zeigen, dass Ameisen teils eine erstaunliche Kreativität zeigen, wenn es darum geht, ihren Weg zu bahnen. Eine Crematogaster scutellaris Kolonie hat bei mir sehr gerne Ölsperren gezielt mit Sand belegt und so überwunden. Da ist man dann froh, wenn eine mechanische Sperre am Ende wartet.

      Ich selbst bin da bei Exoten einfach der Sicherheitstyp. Hatte in meinen frühen Anfängen auch Probleme mit ausgebrochenen Ameisen, vermutlich daher geschädigt... ;)
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    • Hallo,

      danke schön schon mal für eure Antworten.

      @fink2 : Alle vorhandenen "Kammern", also Acrylzylinder und Glasbecken besitzen diese zusätzlichen Rahmen. Ich habe sie zwar nicht zusätzlich verklebt, aber sie dichten schon sehr gut ab.
      Das Problem ist, das die "Atta" hervorragende Kletterer sind und sich in kleiner Zahl auch auf den Deckeln versammeln. Ich habe die zusätzlichen Rahmen das letzte Mal mit Talkum bearbeitet, dies war aber nach einigen Stunden schon wirkungslos.

      @ice_trey : Deinen Ausführungen kann ich nur zustimmen, natürlich möchte ich auch die höchstmögliche Sicherheit gewährleisten^^ Und mit der Kreativität kann ich dir auch nur Recht geben, die Atta-Kolonie hat das bisschen Erde, wass ich ihr zu Anfang zur Verfügung gestellt hatte, im größten Zylinder dazu genutzt, die Wand einzukleistern. Sie benutzen es als Kletterhilfe und ich glaube zum Schutz gegen eine mögliche direkte Sonneneinstrahlung, da dort ein Bereich des Fensters ist.

      Ich habe schon weitere Überlegungen durchgeführt und arbeite gerade an folgender Lösung:

      Becken A wird in Großen Becken B gestellt und verklebt (mittig).
      Becken A ist höhenmäßi0g deutlich kleiner als Becken B.
      Einseitig wird in beide Becken ein Durchführungsloch gebohrt.
      Durch dieses Loch wird dann das/der Rohr/Schlauch geführt.
      Der Raum der zwischen Becken A und B besteht wird mit Wasser befüllt (zum einfachen Austauschen wird noch ein Ventil installiert).
      Das große Becken wird dann noch mit dem üblichen Deckelsystem verschlossen (sprich Rahmen und Luftzugänge).

      So kann ich Öl oder Talkum auf die Deckel zusätzlich auftragen, das Wasser hält die große Meute ab und über das Rohrsystem "unter" Wasser bietet es auch keine Schwachstelle.
      Zum Verständnis liefere ich später mal noch eine "Paint-Zeichnung" nach :D

      Edit: Zeichnung angehängt :D

      The post was edited 1 time, last by MegaTaubeNuss ().

    • Na da bin ich ja mal gespannt. Könnte funktionieren, klingt aber nach einem größeren Projekt (Jippijajajippijippi... ach lassen wir das... ;) ).
      Du könntest ja wie finck noch zusätzlich diese "90°-Sperre" anbringen, als weitere Sicherung. Dann hast du Wassergraben, 90°-Sperre und Deckel. Klingt erstmal bei regelmäßiger Wartung nach einem sicheren System.

      Du kannst dazu auch gerne einen Baubericht posten: Formicarien, Einrichtung & Technik
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    • Hallo zusammen,

      habe noch fix vor dem kommenden Urlaub mein Projekt tatsächlich fertiggestellt.
      Anbei die Fotos.

      Ameisen sind seit ca. 20min mit dem neuen Futterbecken verbunden, verbinden hat "fast" reibungslos funktioniert.
      Blöd ist nur, der Kunststoffwinkel am Schlauch passte nicht an den Zylinder (hätte die Dichtung wohl vorher einschmieren sollen),
      Panzertape musste schnell helfen.

      Mittlerweile ist der Schlauch rammelvoll, bin mal gespannt ob das Transportieren reibungslos funktioniert.

      Zum Becken:

      - Habe drei Löcher selber gebohrt (Diamantlochsägen)
      - Wasserhahn zum einfachen Austausch des Wassers
      - Becken miteinander mit zwei Tankdurchführungen und Schlauch verbunden (die Tankdurchführungen sind sauteuer)
      - die Schlauchschellen sind aus Edelstahl, um Rost zu verhindern
      - Becken mit Aquariumsilikon verbunden
      - Leider hab ich beim Außenbecken nicht auf die Standardmaße geachtet und leider keine fertigen Deckel gefunden

      Verbesserungsvorschläge können gerne mitgeteilt werden, da ich diese Woche in Urlaub fahre, kann
      ich leider kaum die Verbindung verbessern (schon sehr steil, mal beobachten).
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