Pheidole pallidula Königin verlässt Nest bei Fütterung

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    • Pheidole pallidula Königin verlässt Nest bei Fütterung

      Hallo,

      ich bin im Besitz einer Kolonie Pheidole pallidula mit etwa 20 Arbeitern. Gehalten werden die Tiere in einem Reagenzglas, welches in der Arena liegt. Ein Erdnest steht bereit, sobald Platzbedarf entsteht.
      Heute ist mir bei der Fütterung einer toten Hausfliege aufgefallen, dass die Königin das Nest verlässt und Richtung Futter marschiert.
      Dabei wandert sie den halben Weg zur Fliege, dreht dann aber wieder um und verschwindet komplett im Nest. Kommt wenige Minuten später wieder heraus, wandert bis zum Napf wo die Fliege drin ist, versucht hineinzuklettern, schafft es aber nicht auf Anhieb und geht wieder zurück zum Nest, um erneut darin zu verschwinden.
      Beim nächsten Versuch wenige Minuten später überwindet sie alle Hindernisse und beteiligt sich mit ihren Mandibeln am zerlegen der Fliege. Die vergeblichen Versuche einiger Arbeiter, die Königin zurückzuzerren, beeindrucken sie nicht.
      Die Fliege war gefroren, zerquetscht und klebte etwas am Napf, weswegen es den Ameisen nicht möglich war, sie wie sonst üblich ins Reagenzglas zu zerren.

      Nun frage ich mich, ob dieses Verhalten Anlass zur Besorgnis geben soll? Über Google habe ich nichts gefunden - nur Threads, die andere Situationen schildern (ameisenforum.de/konigin-verlasst-das-nest-t30611.html)

      Die Königin wirkt jedenfalls äußerst gesund und war sehr flott und zielstrebig unterwegs. Ich würde schätzen dass sie nie mehr als 1-2 Minuten außerhalb des Nests exponiert war.

      Eine Erklärung wäre Futtermangel. Ich habe diese Woche allerdings schon eine Fliege und eine Waldschabe verfüttert, was trotz der als gefräßig bekannten Art etwas viel erscheint angesichts der Koloniegröße.
      Meiner Einschätzung nach dürfte eher die niedrige Anzahl an Arbeitern der Grund sein, weshalb sich die Königin selbst zur Feldarbeit genötigt sah. Allerdings wundert mich, dass dieses Verhalten, soweit mir ersichtlich, noch nicht beschrieben wurde und mir von beispielsweise meinen Lasius niger komplett unbekannt ist und wohl generell über alle Arten hinweg selten vorkommt.

      Danke für eure Antworten :)
    • Kommt bei polygynen Arten immer mal wieder vor, dass die Gynen erstaunlich aktiv sind und teils sogar mit zum Futter laufen. Deine Gyne lässt sich wohl schlicht von der allgemeinen Aufregung anstecken und wird ungewollt für die Futtersuche rekrutiert.

      Finden Pheidole pallidula Arbeiterinnen Futter (oder Feinde), geben sie eine Menge Pheromone in die Umgebung ab, was andere Mitglieder der Kolonie alarmiert - man nennt das Rekrutierung. Die Gyne reagiert bei dir ebenfalls auf ihre Umgebung und die allgemeine Aufregung um sich herum, sie nimmt "Futter gefunden" wahr und scheint da Bedarf zu haben.

      Ich habe das z.B. bei Mymica rubra auch immer wieder erlebt, die ebenfalls ein sehr starkes Rekrutierungsverhalten über Pheromone haben und ich meine mich daran zu erinnern, dass bei meiner ersten Kolonie (ebenfalls Pheidole pallidula) ebenfalls die Gyne 1-2 mal draußen unterwegs war.

      Du könntest, falls dir das Kopfzerbrechen bereitet, das Futter deutlich weiter entfernt vom RG anbieten - damit sollte dann auch ein Teil der Kolonie inkl. der Gyne im Nest bleiben, auch wenn Futter gefunden wird. So oder so ist es kein Grund zur Sorge. Was anderes wäre es, wenn die Gyne orientierungslos durch die Arena läuft oder ähnliches, aber hier bei dir ist es schon sehr spezifisch auf gewisse Situationen limitiert.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.