Fragen zur Formicarium Vorbereitung - Messor

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    • Fragen zur Formicarium Vorbereitung - Messor

      Moiin Leute,
      ich habe schon mehrere 100 Stunden bei YouTube beim beobachten von Ameisen verbracht und bekomme einfach nicht genug, deshalb dachte ich mir ich lege mir Anfang des nächsten Jahres einfach selbst eine zu ;)
      Ganz so einfach möchte ich mir das allerdings nicht machen, da ich auch gleichzeitig in eine neue Wohnung ziehe und das ganze am besten noch schön aussehen soll.
      Ich habe daher schon grobe Ideen und Tutorials wie man sich ein Formicarium erstellt habe ich auch schon etliche gesehen.
      Nun aber meine Fragen an euch in wie fern meine Ideen umsetzbar sind, wo ich noch umdenken muss und allgemein freue ich mich über Anregungen und Kommentare jeglicher Art.

      Erstmal zu den Messor Ameisen: Das es eine Messor Art sein soll, steht bei mir eig schon fest (Einsteigerfreundlich, aktiv, schön groß und es gibt lecker Ameisenbrot).
      1) welche Art bietet sich bei den Messoren an für einen Einsteiger, dessen Budget auch nicht sehr groß ist? Ich habe meistens etwas von den Messor Babarus gehört und mir scheint es auch, als wenn man diese Art am einfachsten / preiswertesten bekommt?! Andere Vorschläge?

      Zum Formicarium:
      Ich bin ein großer Fan vom YouTuber "AntsCanada" und liebe deshalb Formicarien die etwas natürlicher aussehen. Gleichzeitig ist für mich auch ziemlich wichtig, dass ich die Nestaktivität beobachten kann, deswegen werde ich ein Nest aus y-tong oder gips herstellen (natürlich mit Abdunkelung).
      Meine Vorstellung: eine riesen große Zylinderförmige Glas Blumenvase (unten dünner - oben dicker), außen am Glas möchte ich (wahrscheinlich aus Gips) das Nest anfertigen und in der Mitte werde ich den Gips weglassen, so dass ich mit Erde 1-2 Pflanzen (vllt eine schöne Bonsei Art) in der Mitte wachsen lassen kann.
      Auf diese Weise hätte ich einen echten Hingucker - Die Ameisen eine halbwegs natürliche Umgebung und gleichzeitig wäre das ganze auch noch Bioaktiver(+ein paar Springschwänze oder ähnliches). Wenn die Ameisen dann das Nest sprengen, bzw den Arenateil würde ich einfach weitere ähnliche Inseln anschließen (Inspiriert von:youtube.com/watch?v=hioWFZ8dm1w&t=277s).
      Meine Fragen dazu:
      2) Wie kann ich verhindern, dass meine Messoren in die Erde ziehen, anstatt in das für sie angefertigte Nest? (Meine Idee war, anfangs die erde dicht abzudecken, bis sie eingezogen sind und anschließend die Abdeckung abziehen.. wird das reichen?)
      3) Muss ich bei der Auswahl der Erde und der Pflanze etwas berücksichtigen? wahrscheinlich sollte es eher eine Pflanze sein die kaum Wasser braucht richtig?
      4) Thema Ausbruchsschutz: Klar die Talkum Schicht oder was man alles verwenden kann ist natürlich immer eine Option, aber schöner fände ich es die Vase vllt mir Wasser zu umzingeln, sodass sie auf einer Insel leben?!? die Messoren sollen ja garnicht so gern an Glas klettern.. oder würden sich viele blöderweise ins Wasser stürzen? ?(
      5) Nest Bewässerung: Wie feucht mögen es die Messoren im Nest? (Habe teils sehr verschiedenes gelesen) Müsste nicht ausreichend Feuchtigkeit durch die Erde an das Gipsnest weiter gegeben werden, wenn ich die Wände nicht zu dick mache? oder ist das völliger Quatsch? :D Ansonsten werde ich natürlich ein paar Bewesserungslöcher einarbeiten und dafür sorgen, dass die Ameisen da nicht ran können.
      6) Die meisten Leute legen ein Reagenzglas mit Wasser in das Formicarium.. warum kann man keine Trinkschale verwenden, wenn man ausreichend Steinchen zum Schutz vor Ertrinken reinlegt?



      Ok Leute das war's erstmal.. ich bin jedem unendlich dankbar, der sich das komplett durchgelesen hat :dubistdergroesste: !
      Es ist noch etwas Zeit bis ich mit dem Bau beginnen werde, aber ich freue mich schon sehr drauf.. ich werde das Thema weiter updaten und später auch mal ein paar Fotos dazu senden.
      Also ich freue mich über jede Anmerkung und Idee! Wenn ihr mir ein paar Fragen beantworten könnt, wäre das Spitze.



      Besten Dank - Dennie
    • Hi Dennie,

      erstmal willkommen hier, schön dass Du da bist und Dich für das Thema Ameisen und deren Haltung interessierst.
      Und keine Scheu vor langen Fragen, lieber zweimal gefragt als einmal ins Klo gegriffen :thumbup:

      Eins vorweg: Ich bin auch nicht der erfahrenste Halter (erst seit letztem Jahr, auch Messor barbarus), dementsprechend kanns sein dass auch Ich den ein oder anderen Fehlgedanken erliege.
      Aber Ich fang mal einfach an.

      1.) Nach allem was Ich so gelesen hab und gehört hab, sind Messor barbarus da tatsächlich die Ameisen der Wahl, vorausgesetzt, Du hast eine Möglichkeit, sie durch die Diapause zu bekommen. Einige Leute sagen zwar, man könnte diese auch weg lassen, aber sie sollten schon ihre 2-3 Monate bei niedrigeren Temperaturen (man liest was von 10-15 oder schon mal 15-18 Grad, meine sind bei 15° im Keller und es scheint ihnen gut zu gehen.
      Auch sind das so mit die günstigsten, passen also auch in dein Schema.

      2.) Anfangs kannst Du's wohl verhindern wenn Du's abdeckst, aber letztendlich werden sie dahin ziehen wo sie wollen, wenn sie sich ausbreiten wollen/müssen und ihnen die Erde als günstig erscheint. An sich ist deine Idee auch gar nicht schlecht, vor allem vom optischen Standpunkt, aber mach Dir klar, dass Messor barbarus in die Tausende wachsen kann und Du früher oder später anbauen MUSST. Daher solltest Du schon im Vorhinein ein funktionierendes Konzept zur Erweiterung und/oder Umsiedlung haben. Letzteres kann aber u.U. bei größeren Kolonien auch mit großem Aufwand verbunden sein, denn wenn sie deine Vase erstmall voll erschlossen haben, werden sie nicht so ohne weiteres wieder ausziehen.
      Zumal Majore mit ihren starken Mandibeln auch Gips und Y-Tong bearbeiten können und so das Nest auch nach innen erweitern könnten.
      Insofern kannst Du nicht 100%ig verhindern, dass sie auch ins Innere ziehn.

      3.)Die Erde sollte in jedem Fall frei von Schadstoffen wie Pestiziden, Fungiziden o.ä. sowie frei von Düngemitteln sein. Gute Bodengründe gibts in den geläufigen Ameisenshops, inwiefern diese gut zur Pflanzenzucht sind, kann Ich nicht sagen.
      Da Messor barbarus ja aus dem mediterranen Raum stammen, solltest Du vielleicht einen Blick dahingehend werfen, welche Böden und Pflanzen im jeweiligen Herkunftshabitat vorkommen. Die meisten Shops können Dir sagen, woher sie ihre Ameisen beziehen. Meine kommen zum Beispiel aus Andalusien, würde Ich die Arena bepflanzen würde Ich eben entsprechende Pflanzen von dort nutzen.
      Zudem solltest Du Staunässe am Boden vermeiden, dementsprechend sollte unter der Erde an eine Drainageschicht gedacht werden.

      Überhaupt ist es sinnvoll, sich mit der Herkunft der Ameisen zu befassen, gerade auch was Klima und Wetter angeht, um die optimalen Haltungsparameter zu ermitteln, aber das nur so am Rande ;)

      4.) Wenn Dir das Talkum optisch nicht gefällt, denk vielleicht mal über Parafinöl nach. Ist auf Glas quasi unsichtbar und wirkt ganz gut. Vielleicht auch eine Kombo aus beidem, ein breiter Ölstreifen mit einer dünnen Talkumlinie an der oberen Kante, könnte Ich Mir auch gut vorstellen.
      Ein Wassergraben ist nur bedingt geeignet, da gerade die Majore recht ungeschickt sind und z.T. sogar in offen Tränken ertrinken. Wenn Du einen Wassergraben ziehst, dann leg kleine Steine oder Kies am unteren Ende der Vase aus, wo sich sich zur Not wieder an Land retten können.
      Gegen den Wassergraben spricht meiner Ansicht nach allerdings, dass die Vase nach oben hin konisch verläuft, sprich wenn sie nach außen und dann nach unten krabbeln und dann abrutschen, fallen sie durch den Überhang direkt in die Wasserschale und verenden womöglich, weil sie sich nicht zum Kiesstrand retten können. Messoren sind nämlich, wie schon von Dir richtig erwähnt, nur bedingt gut auf Glas unterwegs. Und gerade der Überhang am oberen Ende der Vase stellt für sie m.E.n. schwieriges Terrain für sie dar.
      Also würde Ich eher auf Öl und/oder Talkum gehen.

      5.)Mossoren brauchen verschiedene Feuchtigkeitszonen, etwas feuchter für die Brut und das Nest und einen trockenen Bereich für die Kornkammer.
      Ich denke durch deine Anlage könnte es dazu kommen, dass es zu feucht wird, um Körner einzulagern. Im schlimmsten Fall keimen die Samen und zerstören das Nest und machen sie als Nahrung unbrauchbar. Durch deine Konstruktion kommst Du dann schwer oder gar nicht mehr da ran und musst im schlimmsten Fall die Anlage komplett tauschen, das wär sehr schade.

      Grundlegend sollte durch den Gips genug Feuchtigkeit im Nest vorhanden sein, Ich denke jedoch Du solltest auf Nummer sicher gehen und eine Zusätzliche Bewässerung ermöglichen. Vielleicht kannst Du da auch mit Gaze arbeiten, um auf der anderen Seite auch für eine gute Belüftung des Nestes zu sorgen. Ich könnte Mir da Löcher im Glas vorstellen, die man i.d.R. mit Gazestopfen abdichtet oder auch mit undurchlässigen Stopfen, je nach dem, wie das Klima im Nest ist.

      6.) Geht beides. Im RG hält sich das Wasser halt länger, da es nicht an der offenen Luft ist und so weniger Flüssigkeit verdunstet.
      Ich biete beides an und beides wird frequentiert, sie scheinen da keine der beiden Quellen zu bevorzugen.



      Sooooo, Ich hoffe Ich konnte Dir weiter helfen. Wie gesagt, bin auch noch relativ neu und unerfahren, aber das sind so meine Gedanken dazu. Ich denke die "alten Hasen" hier können auch noch einiges dazu beitragen.

      Viel Spaß erstmal und noch eine schöne Woche,

      Ralph
      Alma Mundi @ work
    • Hey Ralph,
      Danke für diese ausführliche Antwort! Es ist super schön endlich mal eine andere qualifizierte Meinung zu meinen Vorhaben zuhören! (Bin Anfang 20 und meine Freunde haben dementsprechend keinen weisen Ratschlag für mich^^)

      1) Ja Diapause sollte Problemlos möglich sein, ziehe in ein altes Bauernhaus mit genügend unisolierten Räumen und einem Stall.

      2) Ok so ähnlich hatte ich's mir schon gedacht. Wenn ein Teil in die Erde zieht fände ich das auch garnicht schlimm. sie können von mir aus auch mein Gips bearbeiten wenn es ihnen gefällt. Solange ich von außen noch ein bisschen Nestaktivität beobachten kann bin ich glücklich. Selbst wenn sie zuerst in die Erde ziehen, werden sie ja später gezwungen sein mein Gips Nest zu besiedeln, ist mir nochmal eingefallen. Also daran solls nicht scheitern - gut :thumbup:
      2.1) Eine kleine Frage zum Wachstum: Angenommen ich kaufe mir im März eine Königin mit 30 Arbeitern und biete ihnen die perfekten Bedingungen.. mit wie vielen Arbeitern kann ich Ende des Jahres rechnen und ab wann sind die 1000 geknackt? Mir ist klar, dass man nur sehr grob schätzen kann, aber es würde mir sehr helfen die Dimension meines Formicariums festzulegen.

      3-6) Gute Ideen! Werde ich mir aufjedenfall zu Herzen nehmen und war auch vieles bei, an das ich nicht gedacht habe!
      (Werde mal nicht jeden Punkt kommentieren, da es sich sonst keiner mehr durchliest, aber für mich ist alles Gold wert.)
      -> besonders das Parafinöl werde ich anfangs ausprobieren und je nach Funktionalität und Größe der Kolonie den Schutz dann verstärken.
      ->Bewässerung werde ich mir auch die Optionen der zusätzlichen
      Bewässerung + zusätzlichen Lüftung einbauen - garnicht dran gedacht.

      Fazit:
      Ralph du bist amazing!
      Und ich fühle mich bekräftigt den Formicariumbau im Februar zu starten.. Da ich alles selber baue kostet es ja sowieso nicht die Welt und wenn es in die Hose geht, werde ich einen Weg finden sie umzusiedeln. (weitere Arenen und Nester anbauen, wird denke ich auch kein Problem darstellen.)


      Aber lasst euch nicht von Ralph einschüchtern! Ich freue mich weiterhin über jeden Tipp und jede Meinung!
    • Hi Dennie,

      erstmal von meiner Seite aus auchein herzliches Willkommen in unserer kleinen Community. Cool, dass du so enthusiastisch am Start bist und dich ausführlich informierst! 8)

      Ralph hat ja schon sehr gute Antworten gegeben, daher von meiner Seite aus nur Ergänzungen:

      1) Die Räume sollten bei einer subtropischen Art allerdings frostsicher sein. Du muss südeuropäische Arten im Winter nicht so kühl halten, wie die einheimischen. Es reichen hier auch Temperaturen um die 10°C. Keinesfalls sollten die Ameisen mit Minustemperaturen in Kontakt kommen. Aber du findest in einem Bauernhaus ganz sicher einen gut geeigneten Raum, der zwar kühl, aber frostsicher ist.

      2) Jaja, leider habe ich gerade bei Messor die Erfahrung gemacht, dass sie seeehr grabewütig sind. Ich weiß nicht, wie oft sie sich ungewollt unter Pflanzen in der Arena eingenistet haben, statt im von mir bereitsgestellten Ytongnest. Wenn du eine natürliche Bepflanzung willst, ist das sicher schick, du musst aber damit rechnen, dass die Ameisen die Erde viel cooler finden, als dein Gipsnest (da natürlicher). Die abzudecken ist prinzipiell keine schlechte Idee, das muss aber dann auch in irgendeiner Form "ameisensicher" sein. Wenn du eine Deckschicht aus Kies machst, kann es sein, dass die Ameisen sich durch irgendwelche Lücken graben. Ich selbst habe es mal mit Metallgaze probiert, da kommen die Ameisen nicht durch. Funktioniert dann aber vermutlich bei einigen Pflanzen mit zu dicken Wurzeln nicht...
      Was das Substrat angeht: Wenn Erden, dann Bio-Erden. Da kannst du sicher sein, dass keine Insektizide drin sind. Oder aber eben Sand-Lehm-Gemische, die du aus den Ameisenshops beziehen kannst (der stationäre Handel schaut dich bei Fragen nach sowas nur dumm an mEn... ;) )

      2.1) Messor wächst bei guter Haltung schnell, aber das Wachstum ist bei Ameisen mehr oder weniger "exponentiell". Die Zuwachsraten anfangs sind eher mager - nach Gründung (also Jahr 1) hast du oft nur so 10-30 Tiere, die dann erstmals überwintert werden. Da kann es auch zu Verlusten kommen. Die ersten Arbeiterinnen sind bei sehr vielen Arten sog. "Pygmäen", die sind wesentlich kleiner (da sie sich so schneller entwickeln und die kritische Gründungszeit somit stark verkürzen). Diese Pygmäen haben aber auch eine weitaus geringere Lebenserwartung, ich erlebe es selten, dass die über ein halbes Jahr schaffen. Je nachdem, wie gut die Gründung verlief schwankt die Zahl der ersten Tiere auch gehörig. Jahr zwei kann sich das dann mal verdoppeln oder verdreifachen. Ich denke 1000+ Tiere bekommst du erst nach über 3 Jahren. Man muss bei dem Hobby ein wenig Geduld mitbringen und leider lässt sich das nicht so pauschal sagen, da die Haltungsbedingungen und Grundvoraussetzungen bei jedem anders sind

      3) Ergänzend sei hinzuzufügen, dass man das Paraffin sehr dünn aufstreichen sollte. Die meisten Einsteiger tragen viel zu viel auf, dann bilden sich dicke Tropfen (die sich auch an die Ameisen kleben können, die dadurch geschädigt werden können). Die Schicht ist, wenn sie perfekt ist, fast unsichtbar und sehr fein. Wenn das Formi sehr feucht ist, können sich wiederum Öltröpfchen verbinden, was den Schutz etwas marode macht. Sollte bei dir aber kein Problem sein, da die Arena bei Messor-Arten auch ziemlich trocken sein darf

      4) Auch ich sehe beim Wassergraben das Problem, dass gerade Messor nicht so super im Klettern ist. Sehr wahrscheinlich, dass die Tiere reihenweise ins Wasser stürzen und am Glas dann nicht mehr genug Halt finden, um wieder herauszukommen, zumal wenn es nach oben konisch ist. Ich persönlich würde daher den Wassergraben nur als zweite, zusätzliche Sicherung sehen. Mit Ölen bist du schon gut beraten, die kann man auch sehr gut kontrollieren. Bestenfalls haben die Ameisen mit dem Wassergraben gar keinen Kontakt

      5) Das mit den Feuchtigkeitszonen ist richtig. Du musst immer bedenken, dass die Ameisen komplette Samen ins Nest eintragen und dort ggf. auch eine Weile lagern. Ist es zu feucht, fangen diese an zu keimen und du hast ungewollt Pflanzen im Nestbereich. Auch Schimmel kann auftreten. Daher sollte das Nest immer unterschiedliche Feuchtigkeitszonen aufweisen, von ganz trocken zu recht feucht (nicht nass!). Das kann man aber recht gut steuern, gerade bei Gips. Dort wo man wässert, ist es natürlich viel feuchter als dort, wo das Wasser durch Kapillarwirkung erst hingezogen werden muss. Man kann Gips also gut so bewässern, dass ein gewisser Bereich des Nests furztrocken bleibt. Und man sieht das auch, da feuchter Gips eher grau aussieht, trockener sehr weiß. Da mal keine Sorge. Du kannst gerne, wenn die Planungen so weit sind, uns mal ein Schema deiner Anlage zeichnen (Paint-Kindergarten-Niveau reicht ;) ), damit wir das besser beurteilen können

      6) Auch ich präferiere RG-Wassertanks wegen der weitaus geringeren Verdunstung. Muss man weniger oft wechseln


      So, hoffe damit hast du erstmal genug Input für deine Planungen. Finde es übrigens toll, dass du dich vorher schlau machst. Wir haben das leider auch sehr häufig, dass sich Leute einfach so reinstürzen und erst dann Fragen stellen, wenn die Ameisen schon zugeschickt wurden...
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Messor gehören zu den aktivsten, kreativsten und destruktivsten Ameisen überhaupt. Sobald sie eine gewisse Koloniegröße überschreiten werden sie ihre Anlage völlig umgestalten und dabei keinen Stein auf dem anderen lassen - ich hab schon HBs gelesen, in denen Messor in Arenen mit Sand-Lehm-Boden genistet haben oder Steckmoos und andere Dekorationen zerlegt haben, um damit das Nest auszukleiden (damit es mehr Feuchtigkeit hält).
      Ich würde mir bei der Gestaltung des Tanks daher keine übermäßig große Mühe machen, denn wenn die Ameisen erstmal auf ein paar hundert Arbeiterinnen angewachsen sind, werden sie den sowieso ohne Rücksicht auf Verluste an ihre Bedürfnisse anpassen. Sie werden Kammern graben, Hügel aufschütten, Pflanzen zuschütten, ausreißen und umsetzen, weiche Dekorationen (Kunstpflanzen) ggf auch zerschneiden und falls nötig sogar das komplette Bodensubstrat abtragen.
      Auch dass sie sich im Becken einnisten wird sich auf Dauer nicht verhindern lassen (das schaffen sie sogar in staubtrockenen Sandlehmböden) - das muss aber nicht heißen, dass sie das Nest nicht weiterhin benutzen. Man sollte allerdings noch berücksichtigen, dass Messor mit Vorliebe auf Glasscheiben kacken, was den Einblick ins Nest zumindest an einigen Stellen auf Dauer stark beeinträchtigen kann.
      Einen Wasergraben würde ich mit Messor nicht empfehlen, eine größere Kolonie kann so einen Graben innerhalb weniger Tage zuschütten. Dafür sind andere Methoden (v.a. Rutschmittel wie Fluon) sehr wirksam, da Messor nicht gerade zu den besten Kletterern gehören.

      Die Idee mit der Vase find ich toll, nur der Bonsai wird auf einer Messorkolonie nicht sehr lange überleben. Gerade der Bereich oberhalb des Nests wird von den Ameisen auf Dauer komplett von Pflanzen bereinigt. Solange die Kolonie noch klein ist sollte sie in einem RG gehalten werden (und es sollten auch immer 1-2 Wasser-RGs in der Arena liegen, zur Sicherheit falls das Nest austrocknet), später können sie ihr Nest auch recht gut selbst befeuchten, solange sie immer eine Wasserquelle zur Verfügung haben.

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    • Das sie den Graben zuschütten können habe Ich auch noch nicht gehört, man man man.
      Aber das mit der Umgestaltung ist tatsächlich auch bei meiner kleinen Kolonie (so um die 50-60 Schwestern) zu beobachten.
      Momentan hausen sie ja noch im RG und sie haben sich aus den Steinchen im Substrat Wege "geflastert", einer führt zum Körnernapf und einer zur Kornkammer.

      Auch das sie auf die Scheiben der Arena kacken kann Ich beobachten.

      Mir ist übrigens noch eingefallen, dass Du an einen Deckel oder so denken musst. Denn irgendwann werden sie Geschlechtstiere ausbilden und diese sollten in jedem Fall daran gehindert werden, das Formicarium zu verlassen
      Alma Mundi @ work