Hallo,
ich halte ein kleines Volk Campnotus ligniperdus (ca. 40 Arbeiterinnen). Sie leben in einem Holznest, welches in der Arena steht, die Luftfeuchtigkeit ist recht hoch, da ich das im Becken stehende Moos (aus dem Wald) und zwei Tillandsien regelmäßig mit Wasser besprühe. Der Bodengrund ist so Kokoshumus, schimmeln tut da soweit nichts. Allerdings habe ich im Nesteingang ein bisschen grünlichen Schimmel entdeckt. Der ist aber denke ich eher nicht der Grund für mein Problem. Temperatur ist etwas über 20 °C.
Nun zum Problem: Seit ich die Ameisen Ende Februar aus der Winterruhe geholt habe sind inzwischen vier Arbeiterinnen auf seltsame Art und Weise verstorben. Das Sterben zieht sich über 2-3 Tage hinweg, es fängt an mit Zusammenkrampfen einzelner Beine, die dann permanent Zucken und vollkommen unbrauchbar werden. Dann irgendwann verlässt die entsprechende Arbeiterin das Nest und läuft durch die Gegend. Dabei scheint sie von permanenten Krämpfen geplagt zu sein. Der Hinterleib verdreht sich abnormal in alle Richtungen, die Ameise streckt sich extrem lang oder stellt sich so hoch auf wie es geht (Beine nach unten fast durchgestreckt). Das ganze sieht fast schon gruselig aus, ein wenig wie ein Alien. Im Laufe eines Tages wird sie dann immer langsamer und verharrt irgendwann in einer dieser Krampfpositionen und stirbt endgültig. Während ihres ganzen Sterbeprozesses (sobald erste Anzeichen deutlich werden) wird die Arbeiterin komischerweise von ihren Genossinnen verstärkt "abgeschleckt" und berührt. (Natürlich kann ich nicht sicher sein, dass die anfangs zuckende Ameise auch die am Ende sterbende ist, aber alles spricht dafür, nach dem Tod zuckt nämlich (erstmal) keine mehr.)
Das Ganze hat mich dann doch etwas an Zombies erinnert
und weil es ja solche Pilze gibt, die seltsames Verhalten bei Ameisen auslösen (vllt. nicht unbedingt solches) habe ich mal dahingehend im Internet gesucht und bin auf diesen Artikel gestoßen: scinexx.de/news/biowissen/amei…etzt-vor-pilzinfektionen/
Das was dort beschrieben ist deckt sich mit der verstärkten Aufmerksamkeit, die Erkrankten zuteil wird. Der beschriebene Pilz bricht wohl irgendwann nach dem Tod aus dem Körper hervor, deshalb habe ich eine gestorbene Arbeiterin (vor 3 oder 4 Tagen) in einer kleinen Glasdose aufgehoben. Bis jetzt ist allerdings noch nichts passiert.
Haltet ihr einen Pilzbefall für plausibel? Habt ihr vielleicht auch schonmal ähnliche Beobachtungen machen können und habt eine andere Erklärung gefunden? Oder ist das womöglich nur der Alterstod, den ich hier völlig überinterpretiere? Die Kolonie ist nämlich schon etwas älter (bestimmt 4 Jahre), ist aber aufgrund zwischenzeitlicher... "Versorgungsengpässe" (Ich bin umgezogen und die Ameisen sind erstmal bei meinen Eltern geblieben) klein geblieben. Jetzt stehen sie auf meinem Schreibtisch und ich habe aufgrund der gegebenen Umstände nicht allzu viel zu tun, deshalb kann es wie gesagt auch gut sein dass ich hier einfach zu viel reininterpretiere.
Schonmal danke für eure Antworten!
Grüße,
Jebetus
Edit: Achja, die Opfer sind bisher alles relativ gesehen sehr kleine Arbeiterinnen, den größeren geht es gut.
ich halte ein kleines Volk Campnotus ligniperdus (ca. 40 Arbeiterinnen). Sie leben in einem Holznest, welches in der Arena steht, die Luftfeuchtigkeit ist recht hoch, da ich das im Becken stehende Moos (aus dem Wald) und zwei Tillandsien regelmäßig mit Wasser besprühe. Der Bodengrund ist so Kokoshumus, schimmeln tut da soweit nichts. Allerdings habe ich im Nesteingang ein bisschen grünlichen Schimmel entdeckt. Der ist aber denke ich eher nicht der Grund für mein Problem. Temperatur ist etwas über 20 °C.
Nun zum Problem: Seit ich die Ameisen Ende Februar aus der Winterruhe geholt habe sind inzwischen vier Arbeiterinnen auf seltsame Art und Weise verstorben. Das Sterben zieht sich über 2-3 Tage hinweg, es fängt an mit Zusammenkrampfen einzelner Beine, die dann permanent Zucken und vollkommen unbrauchbar werden. Dann irgendwann verlässt die entsprechende Arbeiterin das Nest und läuft durch die Gegend. Dabei scheint sie von permanenten Krämpfen geplagt zu sein. Der Hinterleib verdreht sich abnormal in alle Richtungen, die Ameise streckt sich extrem lang oder stellt sich so hoch auf wie es geht (Beine nach unten fast durchgestreckt). Das ganze sieht fast schon gruselig aus, ein wenig wie ein Alien. Im Laufe eines Tages wird sie dann immer langsamer und verharrt irgendwann in einer dieser Krampfpositionen und stirbt endgültig. Während ihres ganzen Sterbeprozesses (sobald erste Anzeichen deutlich werden) wird die Arbeiterin komischerweise von ihren Genossinnen verstärkt "abgeschleckt" und berührt. (Natürlich kann ich nicht sicher sein, dass die anfangs zuckende Ameise auch die am Ende sterbende ist, aber alles spricht dafür, nach dem Tod zuckt nämlich (erstmal) keine mehr.)
Das Ganze hat mich dann doch etwas an Zombies erinnert
und weil es ja solche Pilze gibt, die seltsames Verhalten bei Ameisen auslösen (vllt. nicht unbedingt solches) habe ich mal dahingehend im Internet gesucht und bin auf diesen Artikel gestoßen: scinexx.de/news/biowissen/amei…etzt-vor-pilzinfektionen/Das was dort beschrieben ist deckt sich mit der verstärkten Aufmerksamkeit, die Erkrankten zuteil wird. Der beschriebene Pilz bricht wohl irgendwann nach dem Tod aus dem Körper hervor, deshalb habe ich eine gestorbene Arbeiterin (vor 3 oder 4 Tagen) in einer kleinen Glasdose aufgehoben. Bis jetzt ist allerdings noch nichts passiert.
Haltet ihr einen Pilzbefall für plausibel? Habt ihr vielleicht auch schonmal ähnliche Beobachtungen machen können und habt eine andere Erklärung gefunden? Oder ist das womöglich nur der Alterstod, den ich hier völlig überinterpretiere? Die Kolonie ist nämlich schon etwas älter (bestimmt 4 Jahre), ist aber aufgrund zwischenzeitlicher... "Versorgungsengpässe" (Ich bin umgezogen und die Ameisen sind erstmal bei meinen Eltern geblieben) klein geblieben. Jetzt stehen sie auf meinem Schreibtisch und ich habe aufgrund der gegebenen Umstände nicht allzu viel zu tun, deshalb kann es wie gesagt auch gut sein dass ich hier einfach zu viel reininterpretiere.
Schonmal danke für eure Antworten!
Grüße,
Jebetus
Edit: Achja, die Opfer sind bisher alles relativ gesehen sehr kleine Arbeiterinnen, den größeren geht es gut.
Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von JebetusvonWabern ()
), dass die Kranken mit jeder Genossin die ihnen draußen über den Weg läuft erstmal kurz Trophallaxis betreiben (Evtl. auch ein Zusammenhang mit der Immunabwehr? Ich habe eine entsprechende Publikation gelesen, in welcher der Zusammenhang zwischen Trophallaxis und Immunität bzw. Erkrankung bei Camponotus pennsylvanicus untersucht wurde. Ist zumindest mal die gleiche Gattung
).
Ja, die Tillandsien sind neu und zwar aus dem Baumarkt, das kann tatsächlich der Grund sein. Ich habe sie jetzt sofort rausgenommen!
Sie strecken sich manchmal zwar noch etwas seltsam, verdrehen den Hinterleib noch in etwas seltsame Richtungen und gehen nicht komplett ins Nest, aber es sieht gut aus, sie hängen schon im Eingang zusammen mit den anderen rum und werden auch nicht mehr übertrieben stark betüttelt. Die Pflanze scheint also wahrscheinlich der richtige Hinweis gewesen zu sein!
Naja, ich werde jetzt auf jeden Fall die nächsten Tage weiter ein Auge drauf haben und mich dann nochmal melden!
)