Küchengäste - Lasius emarginatus einfangen möglich?

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    • Küchengäste - Lasius emarginatus einfangen möglich?

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      Hallo allerseits,

      Habe vorgestern Lasius emarginatus erfolgreich dazu eingeladen ihre Brutkammer aus dem Abfluss der Abtropftasse vom Küchenwaschbecken in eine provisorische Brutkammer zu locken. Hinter der Küchenwand befindet sich die Toilette. Dort krabbeln sie unter dem Türstock hervor, und durch die Trennwand auf die Arbeitsplatte der Küche. Dieser Weg ist keine 2 Meter lang. Habe eine Ameise beobachtet wie sie einen Flügel einer Fliege von der Tupperwarebox in die Toilette getragen hat, die war keine Minute durch die Wand unterwegs. Ich vermute das Nest unter dem Türstock.

      Zur Tupperwarebox:
      Habe eine Tupperwarebox ca. 20 mal 25cm zur Hälfte mit Erde befüllt. Ein Gitter in den Deckel eingebaut. Durch ein gebortes Loch kommen sie herein. Zuckerwasser bekommen sie aus einer Glashülle und es kommt gut an. Thunfisch haben sie angenommen. Eier und Puppen haben sie auch schon herein getragen. Von außen scheint es so als wäre der Erdhügel komplette durchlöchert. Die Ameisen bringen immer wieder Thunfisch-Häppchen in den Erdhügel. Vor der Box haben sie schon eine ganze Menge Abbaumaterial hinaus getragen.

      Ich finde alle insekten unglaublich interessant also werde ich auch diesen kein Haar krümmen. Jedoch würden sie mir in der Wohnung lieber in einem geschlossenem Habitat freude bereiten.

      Ist das Vorhaben unterstützenswert?

      Macht es Sinn das ganze mit einem Formicarium zu erweitern, ihnen einen Ytongstein als neues Nest vorzubereiten und darauf zu hoffen das die Königin dann dort einzieht?

      Kann man eine Königin in ein anderes Nest locken?

      Könnte das klappen?!?!?

      Was macht Sinn?! :huh:

      LG MATTHIAS

      P.S.: Das ist mein erster Eintrag
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      Hallo matt,

      also erstmal eine gute Sache, dass Du die Ameisen einfängst und nicht abtötest.
      Denn Lasius emarginatus wird in vielen Fällen als Schadameise angesehen und hat anscheinend auch deine Wohnung befallen.
      Sie nistet oft in Zwischenwänden, unter Bodendielen oder in der Isolierung von Häusern
      In sofern ist dieses Unterfangen auf jeden Fall unterstützenswert, schon aus Schadensvermeidung an der Bausubstanz.

      Dass sie bereits Brut und Eier in die Tupperdose eingetragen haben, ist ein gutes Zeichen dafür, dass sie sie als neuen Nistplatz annhemen.
      Wenn Feuchtigkeit und Temperatur in der Dose konstant so bleiben, dass sie dort hausen wollen, wird sicherlich auch die Königin dort einziehen.
      Der erwähnte Fakt, dass eben schon Brut eingetragen wurde spricht dafür, dass Du bis jetzt alles richtig gemacht hast.

      Ob Du sie halten willst und dementsprechend Nest und Arena zur Verfügung stellst, bleibt Dir überlassen.
      Wenn Du Dich dazu entscheidest, mach Dich unbedingt mit dem Thema Ausbruchsschutz vertraut, damit sie nicht wieder in deine Wände umziehen.

      Dann also herzlich willkommen hier im Forum und wenn Du Fragen hast, lass es Uns wissen.


      Beste Grüße und schön gesund bleiben,

      Ralph
      Alma Mundi @ work
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      Hallo Matt,

      Ich finde dein Vorhaben durchaus unterstützungswert.

      Eigentlich hat amazing Ralph schon alles gesagt.
      Ob du die Ameisen in die Haltung aufnimmst oder nicht (falls es gelingt) ist deine Entscheidung.

      Ich wollte nur noch hinzufügen, dass (falls du sie in die Haltung aufnimmst) ein Ytong Nest nicht für diese Art geeignet ist. Ytong Nester sind eher für große Arten geeignet. Da Ytong recht grob in der Struktur ist können Eier, Larven und Puppen in die Löcher fallen und teilweise nicht mehr herausgeholt werden.
      Hier lässt sich zwar Abhilfe schaffen in dem man die Löcher zum Beispiel mit Bodensubstrat auffüllt.
      Dennoch würde ich für diese Art eher ein Kork oder Gipsnest vorziehen.

      LG. ForceMaster
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      Danke für die raschen und ermutigenden Antworten,
      da fühlt man sich ja gleich richtig gut aufgehoben!!!

      Ich erzähl einfach mal weiter was so passiert:

      Also im Moment kann ich, wenn ich die Tupperbox aufhebe, drei Stellen am Boden der Box mit Eiern oder Larven erkennen.
      Frischer Thunfisch wurde heute wieder gerne angenommen.
      Mit Wasser beträufelte Watte haben sie zu ca. 75% mit Erde bedeckt... warum auch immer!?
      An der zuckerwasser-Tränke ist ständig jemand am trinken.
      Die Straße durch die Trennwand unter den Türstock existiert zwar, aber ich kann mir nicht erklären warum, was passiert dort denn noch?
      Eine trägt eine große Puppe aus einem Ausgang hinaus, und wieder bei einem anderen Eingang hinein. Die nächste trägt plötzlich zwei winzige Eier aus dem einen Ausgang hinaus, und in den nächsten hinein. Das passiert mehrer Male.
      Außerdem wird immer wieder Thunfisch ins innere getragen. Wird da umstrukturiert?
      Was passiert da? Wieso trägt eine jetzt eine Puppe davon, die mindestens 40 anderen davor wurden doch auch wieder in den Erdhügel hineingeraten? Wird die entsorgt?
      Wie viele Eier legt den eine Lasius emarginatus Königin am Tag wenn es ihr gut geht und Sie versorgt wird?
      Woran kann ich erkennen, dass die Königin eingezogen ist?
      Zu welcher Tageszeit sind die eigentlich aktiv, haben die eine Ruhepause?

      Fragen über Fragen...

      Ich schau jetzt seit über 3h zu was passiert, ist das noch im Rahmen oder werde ich bald... na egal, das is unglaublich spannend!!!

      jetzt is es 01:15 :gutenacht:
      gute Nacht.

      LG Matthias
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      Hi matt,

      bin jetzt erst etwas später dazu gekommen, mich dem Thema zu widmen.

      Erstmal finde auch ich es schön, dass du die Tiere interessant findest und nicht, wie viele andere, die Kolonie direkt wieder loswerden willst.

      Nun ist es aber etwas schwer zu sagen, ob das Vorhaben, die Kolonie in ein von dir bereitgestelltest Nest umzusiedeln, wirklich gelingen wird, da Ameisen mit einem guten Neststandort diesen ungern aufgeben. Zudem kann keiner von uns sagen, wie groß diese Kolonie ist. Sollte die Kolonie schon größer und älter sein (wovon auszugehen ist, da die von dir gesehenen, großen Puppen Jungköniginnen beherbergen), wird sie deinen Behälter eher als willkommenen, weiteren Nestteil sehen. Das bedeutet aber nicht, dass die Königin je einen Fuß dort hineinsetzen muss. Da diese im Normalfall sehr tief im innersten Nest lebt und ein Umzug inklusive der Gyne nur dann stattfindet, wenn die Bedingungen im neuen Nest deutlich besser sind, als im Alten, ist ein Umzug sogar eher unwahrscheinlich.

      Warum das? Die Tiere nutzen augenscheinlich den Behälter als Nestteil, sonst würden sie keine Brut dort eintragen. Doch dieser Nestteil liegt sehr exponiert, nah an der Oberfläche, direkt am Licht und ist somit als "Königinnenkammer" (ich nenne das jetzt so, die existiert in dem Sinne nicht, da die Gyne durchaus die genutzten Kammern wechselt) nicht gerade die erste Wahl. Als Lagerort für die Brut ist sie das aber schon, denn naturgemäß sind dort die Temperaturen höher als im Mauerwerk.

      Dass die Tiere Brut in deinen Behälter tragen, ist daher noch nicht aussagekräftigt. Du sprichst zwar von "ihrer Brutkammer", es ist aber vielmehr so, dass Ameisennester eine Vielzahl an Brutkammern aufweisen, die teilweise auch sehr weit voneinander entfernt sind. Manche davon liegen sehr tief im Boden, andere sehr oberflächennah. Daneben tragen Ameisen ihre Brut auch gerne, wie du selbst ja siehst, herum und lagern sie temporär an Stellen, die ihnen dafür passend erscheinen. So kann es in freier Natur z.B. vorkommen, dass die Tiere Brut an eine wärmere Stelle tragen und wenige Stunden später alles wieder komplett umlagern. Damit sind auch deine Beobachtungen zu erklären, dass Brut von einem Eingang in den nächsten geschleppt wird - sie wird einfach umgelagert. Ein ganz normaler Vorgang in jeder Kolonie. Angenommen die Sonne scheint auf eine Außenwand, und dort befindet sich ein Teil des Nests, tragen die Ameisen Teile der Brut instintiv dort hin, da diese von der Wärme bzgl. der Entwicklung profitiert. Fällt wieder Schatten auf die Mauer und die Restwärme verschwindet, wird die Brut wieder weggetragen.


      Nochmal explizit zu deinen Fragen:

      matt wrote:

      Mit Wasser beträufelte Watte haben sie zu ca. 75% mit Erde bedeckt... warum auch immer!?
      Ameisen bedecken Futter- und Wasserquellen sehr gern mit umliegendem Material. Warum, ist nicht abschließend geklärt, aber ggf. um die Futterquelle zu verstecken. Lasius emarginatus ist dabei auch sehr territorial mit ihren Futterplätzen. Bei dir kann es auch einfach sein, dass das Material zufällig genau dort hin geworfen wird, es liegt ja an anderer Stelle genauso viel davon herum, was nur nicht so auffällt.


      matt wrote:

      Die Straße durch die Trennwand unter den Türstock existiert zwar, aber ich kann mir nicht erklären warum, was passiert dort denn noch?
      Nun, Ameisenstraßen lösen sich meist nicht einfach so schnell auf. Dort ist eine hohe Konzentration an Pheromonen, der immer wieder Arbeiterinnen folgen (und dabei selbst Duftspuren setzen). Die Straße kann dabei entweder zu einer ergiebigen Futterquelle führen bzw. einmal geführt haben, das kann auch nach vollständiger Aufnahme der Nahrung dort eine Weile weiterbestehen. Oder sie ist schlicht ein Laufweg der Ameisen von einem Nesteingang zum nächsten etc.pp.

      Lasius emarginatus ist zudem bekannt dafür, sehr ausdauernde und viel benutzte Ameisenstraßen zu bilden.


      matt wrote:

      Eine trägt eine große Puppe aus einem Ausgang hinaus, und wieder bei einem anderen Eingang hinein. Die nächste trägt plötzlich zwei winzige Eier aus dem einen Ausgang hinaus, und in den nächsten hinein. Das passiert mehrer Male.
      Außerdem wird immer wieder Thunfisch ins innere getragen. Wird da umstrukturiert?
      Wie schon beschrieben, ganz normale Vorgänge in einer Kolonie. Nahrung wird eingetragen und teils verlagert, Brut wird von der einen, in die andere Kammer verlegt, usw.
      Alltag im Ameisenstaat quasi :)


      matt wrote:

      Wie viele Eier legt den eine Lasius emarginatus Königin am Tag wenn es ihr gut geht und Sie versorgt wird?
      Das kann man so genau nicht sagen. Die Legeleistung hängt von zu vielen Faktoren ab, z.B. von der Nahrungsversorgung, der Jahreszeit, allgemeinen Umweltbedingungen, Koloniegröße, Alter der Gyne, ggf. auch genetische Veranlagung und noch einiges mehr. Je besser die Brut versorgt werden kann (also je größer die Kolonie schon ist), desto mehr Eier werden tendenziell abgelegt. Zudem reifen die Ovarien mit der Zeit aus, was die Legeleistung erhöht. Während eine Jungkönigin in Gründung erstmal auch bei guten Bedingungen während der kompletten Gründungsdauer nur eine Handvoll bis wenige Dutzend Eier ablegt, kann eine ältere Gyne mit zugehöriger großer Kolonie sicherlich dutzende bis hunderte Eier täglich ablegen.


      matt wrote:

      Woran kann ich erkennen, dass die Königin eingezogen ist?
      Nur indem du sie wirklich mal dort zu Gesicht bekommst. Die Gyne ist ja leicht zu erkennen, da sie massiv größer ist als die Arbeiterinnen. Die Lagerung von Brut ist wie beschrieben leider kein Indikator, dass die Gyne umgezogen ist oder überhaupt umziehen will.


      matt wrote:

      Zu welcher Tageszeit sind die eigentlich aktiv, haben die eine Ruhepause?
      Sowohl tag- als auch nachtaktiv. Da Ameisen wechselwarm sind, ist die Aktivität bei hohen Temperaturen aber oft deutlich höher, als bei niedrigen.



      Du siehst, ich bin dem Vorhaben gegenüber deutlich pessimistischer eingestellt, als die Kollegen. Es kann unter gewissen Umständen schon sein, dass die Königin dorthin zieht, aber es ist eber sicher kein Muss. Ameisen ziehen im Normalfall nicht einfach so um, denn die Umzüge sind sehr ressourcenintensiv und gefährlich. Das neue Nest müsste hierfür in vielen Belangen dauerhaft höherwertiger sein, als das alte - und das können wir nicht abschließend beurteilen, da wir gar nicht wissen können, wie und wo genau "deine" Lasius emarginatus Kolonie überhaupt ihr Nest hat. Wie gesagt ist eine Nutzung als Nestteil viel wahrscheinlicher, als dass die Gyne dorthin "verlegt" wird.

      Letztendlich muss dir in jedem Fall bewusst sein, dass du durch die gezielte Fütterung deine Wohnung für die Ameisen äußerst attraktiv machst und ihr Wachstum natürlich auch ankurbelst. Das scheint dich ja momentan nicht zu stören, aber die Frequentierung durch die Ameisen dürfte im Lauf der Zeit noch zunehmen, sprich: Auch mehrere Ameisenstraßen in die Wohnung oder solche an andere Plätze sind möglich. In Wohnkomplexen kannst du dadurch auch ungewollt die Frequentierung der Nachbarwohnungen erhöhen, da du die Kolonie mit Nahrung unterstützt und daher mehr Tiere entwickelt werden, die auch außerhalb deiner Wohnung weiterhin Futter suchen.

      Da du selbst schreibst, in einem eigenen Habitat wäre es dir lieber, sollte dir bewusst sein, dass du die Problematik von Ameisen in der Wohnung durch das Vorgehen noch verschärfen kannst - bei ungewissem Ausgang. Es ist leider durchaus sehr gut möglich, dass du die Gyne nie zu Gesicht bekommst.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

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      Na gut, danke auch für diesen Beitrag.
      Ich kann deine Vermutungen und Ansichten sehr gut nachvollziehen.

      Vielleicht muss ich konkreter werden.

      Ich würde sie wirklich gerne adoptieren, auch wenn es sich als kein leichtes Unterfangen darstellt.

      Das Ameisenfieber hat mich eindeutig erwischt.

      Ich bitte euch, versetzt euch in meine Lage.
      Mit eurem Wissen und meinem Ehrgeiz muss das einfach funktionieren! ;)

      "Wie würdet ihr in dieser Situation vorgehen?"

      The post was edited 1 time, last by matt ().

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      matt wrote:

      Vielleicht muss ich konkreter werden.

      Ich würde sie wirklich gerne adoptieren, auch wenn es sich als kein leichtes Unterfangen darstellt.

      Das Ameisenfieber hat mich eindeutig erwischt.
      Das können wir alle sehr gut verstehen und unterstützen das auch gern :thumbsup:

      Ggf. klang ich auch etwas zu missmutig. Ich wollte dir das Thema keinesfalls madig machen, lediglich auf die Schwierigkeiten hinweisen. Schlicht, um Enttäuschungen zu vermeiden, wenn deine Erwartungen ggf. nicht erfüllt werden. Teile der Kolonie wirst du problemlos in deinen Behälter locken können, wie jetzt auch, aber der Knackpunkt ist die Königin, die man nur schwer herauslocken kann. Leider ist es selbst unter sehr kontrollierten Bedingungen, z.B. innerhalb eines Formicariums, beileibe nicht immer so, dass man die Ameisen zum Umzug bewegen kann. Sie können teils sehr störrisch sein und haben schon einen eigenen Willen. Die Kolonie von einem natürlichen Habitat in ein künstliches zu locken ist daher schon eine Nummer.



      matt wrote:

      Ich bitte euch, versetzt euch in meine Situation.


      "Wie würdet ihr in dieser Situation vorgehen?"
      Nichtsdestotrotz, versuchen wir es mal. Letztendlich ist das endgültige Ziel ja, die Kolonie möglichst komplett zu dir zu locken und einerseits somit die Kolonie in die Haltung zu überführen, andererseits deine Wohnung - nehme ich mal an - wieder "ameisenfrei" zu bekommen :)

      Der Ansatz, ihnen ein geeignetes Habitat zur Verfügung zu stellen ist dabei natürlich richtig, aber du solltest auf Kurz oder Lang überlegen, wie du die Ameisen auch dort hältst, denn momentan können sie ja jederzeit auch wieder heraus. Es muss also letztendlich eine Einbahnstraße werden.

      Ich würde so vorgehen:
      1. Herrichten eines Formicariums. Das muss nicht großartig toll eingerichtet sein, es geht nur darum, ein Becken, ggf. schon mit Nestteil nach Wahl und Verbindungen bereitzustellen. Diese Anlage wäre in sich abgeschlossen, wie üblich - die Ameisen können also nicht heraus. Das Teil kann man später, falls alles gelingt, noch hübsch einrichten
      2. Nennen wir es den bzw. die "Auffangbehälter". Da kannst du getrost so einen nehmen, wie jetzt, ggf. sogar im Verbund, um mehr Platz zu schaffen. Da ein Kolonieumzug inkl. Königin für die Kolonie sehr riskant ist, meiden sie in dem Fall unnötig lange Laufwege. Daher würde ich diese Behälter möglichst nah an den Ein- und Ausgängen der Kolonie an der Wand positionieren, damit sich erst gar keine Ameisenstraße bilden muss. Die Gyne wird sehr ungern meterlang über offene Flächen laufen, daher der Ansatz, die Wege so weit es geht zu verkürzen. Es bietet sich an, wenigstens zwei Behälter zu nutzen, dazu gleich mehr
      3. Attraktivität erhöhen: Um den Ameisen die Behälter als Nest(teil) schmackhaft zu machen, müssen die Bedingungen dort möglichst perfekt sein, sie müssen ja auch einen Anreiz haben, ihr Mauerwerk zu verlassen. Die Luftfeuchtigkeit in diesen Behältern sollte bei 50-60% liegen, die Temperatur bestenfalls ein ganzes Stück höher, als es im Mauerwerk möglich wäre - sie mögen 21-24°C. Beides kann man z.B. via Heizmatte/Thermometer/Hygrometer steuern.
      4. Warten und geduldig sein. Die Ameisen werden vermutlich, wie jetzt auch schon, die Auffangbehälter gerne annehmen. Wenn du die Bedingungen noch verbesserst, kannst du regelmäßig Teile der Kolonie in dein geschlossenes Becken überführen, wo sie ihre neue Heimat finden. Dort müssen sie sich natürlich reorganisieren, aber sie werden das bereitgestellte Becken, sowie eventuelle Nestteile dann auch annehmen. Mit etwas Glück bequemt sich auch die Gyne in die Auffangbehälter und du kannst sie transferieren. Da heißt es Augen offen halten, aber durch einen regelmäßigen Transfer stellt man sicher, möglichst viele Tiere zu erwischen, ggf. inkl. der Königin. Daher wäre es auch sinnvoll, zwei Behälter zu nehmen und sie regelmäßig wechselweise zu leeren. So ist sichergestellt, dass immer einer der Behälter als Nesteil wahrgenommen wird - von diesem aus wird dann der zweite Behälter wieder neu bezogen. Hoffe, du verstehst, wie ich es meine


      Letztendlich wäre das der grobe Aufbau, um es zu versuchen. Wer weiß, vielleicht ist die Gyne nicht weit weg und findet ihren Weg. Es kann aber auch sein, dass du her lediglich Auläufer einer alten, sehr großen Kolonie siehst und die Gyne meterweit entfernt lebt - das kann, ohne deine Wohnsituation zu kennen, auch ein paar Stockwerke tiefer in der Erde sein. Je größer die Kolonie und je weiter Weg die Gyne, desto geringer die Chancen, dass es so klappt.

      Nichtdestotrotz: Es gibt aber auch einen wirklich wichtigen, positiven Aspekt, denn die Tiere lagern jetzt schon Brut bei dir ein. Das heißt, es spricht einiges dafür, dass wenigstens ein Teil des Nests wirklich direkt bei dir liegt, denn die Arbeiterinnen würden diese nicht unbegrenzt vom Nest entfernen.

      Sollte all das keinen Effekt haben und das Projekt misslingen, kann man immer noch die Ritzen in den Wänden dicht machen und die Ameisen so aus der Wohnung aussperren, ohne sie zu schädigen.

      In jedem Fall: :daumendrueck:
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.

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