Brauche Hilfe bei der Bestimmung

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    • Brauche Hilfe bei der Bestimmung

      Hallo zusammen habe heute ca 20 Uhr zwei gynen gefunden. Könnt ihr mir bei der Bestimmung helfen?
      Fundort: auf einem Parkplatz zwischen einer großen Wiese und einem Friedhof.
      Größe der gyne ca 6-7mm
      Wohne im Fichtelgebirge (nördliches Bayern)
      Falls ihr noch Infos zur Bestimmung braucht einfach fragen.
      PS bin leider nicht der beste fotograph :/
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        3.49 MB, 3,120×4,160, viewed 10 times
    • Hi Pie,

      leider sind die Fotos wirklich sehr unscharf und schlecht aufgelöst. Daher wage ich nichtmal eine Bestimmung der Gattung. Bitte nochmal bei Tageslicht fotografieren - draußen, auf einem weißen Blatt Papier, gerne auch kariertes. Nicht im direkten Sonnenlicht, aber bei starker Helligkeit. Damit sollte es besser klappen. Bei den schwachen Kunstlicht rediziert sich die Bildqualität massiv, das macht die Details an der Gyne quasi unsichtbar,
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Hallo,

      wie ice_trey sagt sind die Bilder nicht ausreichend um da wirklich etwas zu sagen. Ich wage dennoch einen Vorstoß und sage Chthonolasius sp..
      Der schmale Körperbau und die "aggressive" Körperhaltung auf Bild 3 sehen sozialparasitär aus und nach irgendwelchen Formica Arten sieht sie nicht aus.
      Aber mach auf jeden Fall ein paar weitere Bilder wie ice_trey es beschrieben hat, dann wird mein Verdacht bestätigt oder widerlegt werden!
    • Hab es nochmal versucht ^^
      Die Unterseite, Beine und das segment zwischen gaster und Kopf sind bräunlich.
      Und ich habe das Gefühl das sie versucht aus dem reagenzglas raus zu kommen.

      Ich werde später auch noch versuchen detailliertere Aufnahmen zu machen. Ihr könnt auch gerne schreiben welcher Blickwinkel euch weiter hilft.
      Danke schon mal :thumbsup:

      Könnte es lasius fuliginosus sein?
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    • Hi Pie,

      schon deutlich besser, Danke für die Mühen. Eine weitere Ansicht von oben wäre gut, damit man die Kopfform gut sieht.

      Lasius fuliginosus ist es in keinem Fall, die sehen deutlich anders aus, viel "drahtiger", für eine Gyne ungewöhnlich klein und kompakt, sowie ganz schwarz glänzend. Sehr charakteristisch, wenn man sie mal live gesehen hat, die verwechselt man nicht so leicht.

      Allerdings ist die Idee von einer sozialparasitär gründenden Art vermutlich nicht weit hergeholt. Ich würde da eher Richtung Lasius umbratus tendieren, wobei ich das sicher nicht schwören würde anhand des Bildmaterials.

      Vor allem fällt die Gaster relativ klein aus. Sieht mir daher nicht nach einer claustral gründenden Art aus, was die Theorie stützen würde. Das Verhalten, dass sie aus dem RG entkommen will ist zwar erstmal nicht spezifisch (das wollen fast alle Gynen, denn ein RG ist zwar für den Halter sehr praktisch, aber ist für die Königinnen komplett unnatürlich und absolut nicht das, was sie zur Gründung normalerweise aufsuchen würden. Sie wollen folglich fast immer erstmal wieder raus und arrangieren sich erst nach ein paar Tagen damit), könnte aber eben auch darauf hindeuten, dass die Königin wirklich gerne eine Wirtskolonie finden würde, wenn sie z.B. auch die Watte nach draußen bearbeitet oder versucht, sich dort durchzuquetschen. Das kann, muss aber nicht zwingend sein. Oft sitzen auch sozialparasitär gründende Gynen irgendwann einfach nur noch rum, wenn man sie stundenlang in Ruhe lässt.


      Du müsstest entsprechend eine Wirtskolonie anbieten - Lasius niger ist leicht zu finden und dafür nutzbar. Dazu musst du nur ein bestehendes Nest öffnen (bitte nur einen kleinen Teil davon und das Nest nur so wenig wie möglich beschädigen) und ein paar Tiere, sowie etwas Brut entnehmen (keine großen Puppen, das sind spätere Jungköniginnen, die du nicht brauchen kannst). Ich empfehle die Nutzung eines Exhaustors, auch, wenn es sehr sauer und scheiße schmecken wird (ist unschädlich): ameisencafe.de/cafe/index.php/…insammeln-ausgebrochener/

      Die Tiere müssten sich dann erstmal etwas beruhigen und das RG als Nest annehmen, bestenfalls einen halben Tag oder länger stehen lassen. Danach ab mit allen Parteien in den Kühlschrank und eine halbe bis Stunde runterkühlen (je nach Kühlschranktemperatur, die Ameisen sollten nicht auf 2 Grad oder so gekühlt werden, eher Richtung 8-10°C), das senkt das Aggressionslevel.

      Folgend schließt du beide RGs aneinander an. Wenn du den Vorgang beobachten willst, sollte der nur unter sehr schwachem Licht stattfinden oder unter rotem Licht (Ameisen sind rotblind, nehmen das also nicht wahr), da Lichteinfall die Ameisen stresst und Aggressionen schürt, gerade die gesammelte "Kolonie" wird dann ausrasten, was ungut ist.

      Geht die Theorie auf, sollte die Gyne die "Kolonie" schnell aufsuchen, dabei ggf. auch Arbeiterinnen töten und ggf. mehrfach geradezu panisch hin und her rennen, bis sie sich endgültig ins Getümmel stürzt. Das Verhalten muss man tolerieren. Es kann zu Kämpfen kommen, die auch einige Zeit andauern können. Attacken von beiden Seiten sind also normal. Solange die Gyne nicht von mehreren Tieren stark lädiert wird und deutlich unterlegen aussieht, oder die eingesetzte Ameisensäure schon zu deutlich sichtbaren Schäden (Lähmungen der Gliedmaßen etc.) führt, bitte nicht eingreifen. Der Vorgang ist brutal, in freier Natur schaffen es auch nur die wenigsten Gynen lebend. Nach einiger Zeit, das kann mal 5 Minuten dauern, mal auch 30, beruhigt sich die Situation dann normalerweise und die Tiere sitzen recht friedlich beisammen.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Kurzes Update mit Verspätung :P
      Erstmal herzlichen Dank an ice_trey für die ausführliche Antwort. Du hattest mit Lasius umbratus wahrscheinlich recht, ich habe fleißig Bilder verglichen und das passt :dankeschoen:
      Ich konnte von meiner eigenen Lasius niger Kolonie einen Teil mit brut abzwacken (die Kolonie ist groß genug) und in eine kleine Arena umsiedeln. Nach ca 24 Stunden habe ich die gyne eingesetzt, nach ca 5min und ein paar Säureattacken ist sie schließlich ins Nest gelaufen.
      Nun heißt es Daumendrücken :thumbup:

      The post was edited 1 time, last by ice_trey: Gattungsnamen bitte immer groß schreiben, Artnamen klein, also z.B. Lasius umbratus. Wurde korrigiert, Danke. ().

    • Na dann, viel Glück und wir freuen uns auf ein Update und wie es so abgelaufen ist :daumendrueck:


      Eine kleine Bitte noch: Bitte Gattungsnamen immer groß, und Artnamen klein schreiben, also z.B. Lasius niger. Wir sind hier nicht streng, was Rechtschreibung, durchgehende Kleinschreibung und sowas angeht, aber die wissenschaftlichen Begriffe sollten passen. Danke ^^
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