Würde sehr gerne wissen welche Art das ist.

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    • Würde sehr gerne wissen welche Art das ist.

      Hallo zusammen,
      nachdem mir hier so umfangreich und kompetent geholfen wurde, die Formica cinerea (von unserem Parkplatz) zu indentifizieren, wende ich mich nun erneut an die Forengemeinde um diese kleine und sehr flinke (Schuppen)Ameise aus meinem Garten zu bestimmen.
      Da es sehr schwer ist einigermaßen scharfe Fotos von dieser quirligen Art zu produzieren, habe ich mal zu ein paar Tricks gegriffen und einerseits eine überreife Brombeere und andererseits etwas Honigwasser zur Verfügung gestellt.
      Beides funktionierte recht gut, aber seht selbst:

      Die Qualität des einen oder anderen Fotos ist hoffentlich ausreichend um etwas zur Art sagen zu können!
      Es würde mich sehr freuen, wenn Ihr mir helfen würdet!

      Auf dem ersten Foto ist neben der sprintenden kleinen Ameise der Schaschlikspieß zu sehen, auf dem die Brommbeere steckt und dient als Maßstab ( 3 mm Durchmesser):
      Vielen Dank!

      Krabbelts?!
    • Lasius cf. niger. So exakt kann man/ich das nicht sagen, Lasius niger hat einige Zwillingsarten, was man teils nur unter dem Mikroskop unterscheiden kann und wenn man sich wissenschaftliche Bestimmungsschlüssel zu Gemüte führt. Für die Haltung und oft das Verhalten spielt das keine größere Rolle.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Super dankeschön!
      Also da wohnen nun wenigstens drei verschiedene Arten in meinem Garten und ich glaube noch eine weitere, welche ich noch erkunden möchte.
      Bekannt sind bisher:
      Formica cinerea, hier bestimmt worden.
      Lasius niger, ebenfalls hier bestimmt.
      Myrmica rubra, mit Verlaub, selbst bestimmt
      :/
      Alle Kollonien leben auf sehr engem Raum zusammen.
      Um es zu verdeutlichen, auf weniger als fünf m²!
      Drei Nester so dicht zusammen hätte ich als absoluter Laie niemals vermutet.
      Wenn gewünscht, würde ich die Gegebenheiten einfach mal ablichten und zeigen.


      P.S. neben der Parkplatzkolonie von Formica cinerea, habe ich auch eine weitere im Garten entdeckt.
      Krabbelts?!
    • Hi Formidings,

      tatsächlich ist das nicht ganz ungewöhnlich. Man findet oft eine Vielzahl Arten direkt nebeneinander auf wenigen m². Je unterschiedlicher die Lebensweise der Arten, desto eher gelingt eine mehr oder weniger friedliche Kooexistenz. Da können schonmal ein halbes Dutzend Arten zusammenkommen auf ein paar lumpigen Quadratmetern.

      Die Aggression gegeneinander ist sehr unterschiedlich. Sofern genug Futter zur Verfügung steht, gehen Ameisen auch nicht das Risiko gewaltiger Verluste ein. Dennoch ist es natürlich so, dass einige Arten deutlich dominanter sind, als andere. Zudem, mit Verknappung des Futterangebots, steigen die Aggressionen gegeneinander. Auch sind größere Kolonien aggressiver, da sie Verluste deutlich besser verkraften können.

      Myrmica rubra und Lasius niger sieht man oft sehr nah beieinander, wobei erstere eher defensiv und unterlegen sind, Lasius niger hingegen sehr dominant und im Kampf auch besser aufgestellt. Temnothorax und Leptothorax leben sehr häufig zwischen anderen Arten und verhalten sich äußerst zurückhaltend, drücken sich auf den Boden bei Begegnungen oder flüchten sofort. Man kann bei Lasius niger und Lasius flavus sogar teilweise Nester direkt nebeneinander beobachten - du hebst einen Stein hoch und beide Arten haben ihr Nest darunter, voneinander getrennt, nur durch ein paar Zentimeter Erde. Man findet aber nur wenige Leichen, was auf nur ein paar kleinere Zufallsscharmützel hindeutet.
      Solenopsis fugax nistet hingegen mit Vorliebe nahe fremder Nester, um die Brut zu klauen, dabei halten sie die jeweils parasitierte Art mit der chemischen Keule in Schach.

      Einige Arten bilden auch Zweignester, da kann es dann so aussehen, als würden zwei Kolonien der selben Art sehr nahe beieinander leben, aber es ist quasi eine größere Kolonie.

      In der Haltung ist das etwas schwieriger, wegen des geringen Platzangebots. Man kann problemlos Camponotus und Temnothorax/Leptothorax in einem Becken halten. Eine Lasius niger Kolonie wird aber eine Lasius flavus schnell auslöschen. Man kann die Ausbreitung des Territoriums, das ja auch deutlich in den Erdboden hineingeht, einfach nicht simulieren.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.
    • Nabend Formidings,

      tolle Bilder, find Ich klasse.
      Bei Uns auf dem Hof ist auch ein Sandkasten, der quasi das Revier mindestens 3 verschiedener Nester und Arten ist.
      Ich hätte auch vermutet, dass es zu Auseinandersetzungen kommt.
      Aber bis jetzt sind alle Anrainer friedlich.
      Gerade bei der Lasius niger war Ich überrascht, da diese ja als recht dominant und territorial gilt.


      Beste Grüße und schön gesund bleiben,

      Ralph
      Alma Mundi @ work
    • Dank Dir für das Lob!
      Meine Beobachtung (all) diese drei Arten betreffend, ist bisher folgende:
      Seit ca. sechs Wochen wächst in einem der größeren Blumentöpfe (im Garten) eine Sonnenblume, welche routinemäßig von allen drei Arten immer wieder besucht/untersucht/begangen wird.
      Blattläuse lasse ich auf dieser nicht zu und entferne sie täglich mechanisch (mitte Hände :holy: :pirat: )
      Dennoch wollen alle drei Arten nicht aufhören Patroullie zu laufen und begegnen sich deshalb immer wieder einmal.
      Wenn also eine Lasius niger einer Formica cinerea begegnet, wird sie sehr aggressiv von den der F.c. angegangen und springt zur Not auch mal aus großer Höhe von der Sonnenblume ab.
      Anders, wenn die Formica cinerea einer Myrmica rubra über den Weg läuft gibt sie Fersengeld, daß es schon fast staubt.
      Letztlich möchte (nach meiner Beobachtung) die Lasius niger die Myrmica rubra auch nicht heraus fordern.
      Und das alles auf einer Sonnenblume, welche mutmaßlich kein Futter bereit stellt. ?(
      Krabbelts?!
    • Ich könnte Mir vorstellen, dass es zumindest Rückstände wie Gerüche oä von den Blattläusen auf der Sonnenblume gibt und diese die Ameisen anlocken. Da aber noch keine ernsthafte Nahrungsquelle gefunden wurde, bleibt es bei Erkundungen und Streifzügen.
      Ich könnte Mir vorstellen, dass die Kolonien um die Dominanz auf der Pflanze kämpfen würden, wäre sie verlaust.
      Zumal der Topf darunter wohl auch eine gute Nesterweiterung wäre ;)
      Alma Mundi @ work