Lebensdauer eurer Kolonien

    This site uses cookies. By continuing to browse this site, you are agreeing to our Cookie Policy.

    • Lebensdauer eurer Kolonien

      Hey Leute,

      diese Frage richtet sich eher an die erfahrenen Halter unter Euch.
      Und zwar geht es darum, wie lange ihr eure Kolonien erfolgreich halten konntet bzw. was ihr vielleicht von anderen Haltern erfahren habt.

      Viele Angaben in den Shops sind ja eher Vermutungen bzw. Schlüsse aus der Lebensdauer ähnlicher Arten, Beobachtungen in der Natur etc., die einzige wirklich nachgewiesene Zahl ist meiner Kenntnis nach das maximale Alter von Lasius niger mit knapp 29 Jahren.
      Andere Arten, wie zum Beispiel meine Messor barbarus werden mit ca. 25 Jahren angegeben, aber sind diese Zahlen in der hobbymäßigen Haltung auch nur ansatzweise realistisch?

      Habt ihr schon mal das angegebene Maximalalter einer Kolonie erreicht oder seid auf einem guten Weg dahin? Kennt Ihr jemanden, dessen Angaben einigermaßen verlässlich sind?
      Würde Mich mal brennend interessieren und auch, was bis jetzt euer persönlicher Rekord ist.


      Beste Grüße und schön gesund bleiben,

      Ralph
      Alma Mundi @ work
    • Hi Ralph,

      ich denke, das ist eine schwierige Frage nach den Lebensdauern. Tatsächlich ist meine Überzeugung, dass die Kolonien in freier Natur zwar weitaus mehr Gefahren ausgesetzt sind, prinzipiell aber dort die besten Bedingungen für das Gedeihen der Kolonie vorfinden, in genau dem angedachten Lebensraum zu den Bedingungen, die beinahe perfekt zu ihnen passen. Als Halter kann man sich dem nur mehr oder weniger annähern, aber man kann natürlich niemals diese natürlichen Lebensbedingungen bieten.

      Ich habe in freier Natur tatsächlich schon Kolonien (Lasius niger, Camponotus ligniperdus, Lasius fuliginosus) beobachtet, die mindestens um die 15 Jahre alt waren, da ich sie von Kindesbeinen an auf dem Schirm hatte - bis sie dann irgendwann immer weniger wurden und verschwanden. Abzüglich der sagen wir 1-2 Jahre, die eine Kolonie nach Absterben der Königin benötigt, um ganz zu verschwinden, sollten die 15 Jahre also durchaus ein realistisches Alter gewesen sein. Ich finde das für Insekten eine sehr beeindruckende Zeit, zumal es wie gesagt ein Minimum ist (die Kolonien bestanden wohl schon eine Weile, bevor ich sie entdeckt hatte, da sie schon sehr volksstark waren).

      Die im Labor erreichten Werte sind sicher eher Ausnahmen, die in der Haltung selten vorkommen dürften. Die Haltungsberichte, bei denen meist nach wenigen Jahren Schluss ist, da es zu Massensterben oder dem Sterben der Königin kommt, sprechen da Bände.

      Dennoch kann man meiner Meinung nach durchaus davon ausgehen, dass man sicher mindestens ein Drittel der maximal bekannten (oder geschätzten? Für mich ist auch die Frage, woher die Werte kommen) Zeit erreichen kann, wenn man die Tiere gut hält. 10 Jahre für eine Lasius niger sind sehr realistisch zu machen. Der langlebigste Haltungsbericht hier im Café ist Micky's Lasius niger, die er von 2006 bis 2013 schriftlich begleitet hat. Da die Kolonie im April mit 5 Arbeiterinnen kam, muss sie schon vom Vorjahr gewesen sein. Das Alter lag also nachweislich bei knapp 8 Jahren. Leider hat Micky sich irgendwann aus dem Café zurückgezogen - da es der Kolonie aber zu dem Zeitpunkt gut ging, ist davon auszugehen, dass er sie sicher noch ein Weilchen hatte.

      Mein persönlicher Rekord liegt bei mageren 4-5 Jahren, allerdings habe ich viele Kolonien vorher verkauft oder aber es kam zu Problemen (z.B. auslaufender Wassertank in der Winterruhe ergo Ertrinken der Kolonie) oder zu eigentlich vermeidbaren Haltungsfehlern (z.B. ausgetrockneter Wassertank in der Winterruhe ergo Verdursten der Kolonie, Schande über mich!). Oft starb aber die Gyne nach 2-3 Jahren einfach ab, während es dem Rest der Kolonie eigentlich sehr gut ging. Das ist dann natürlich sehr frustrierend, zumal wenn man keine Haltungsfehler entdecken kann.
      Träume den unmöglichen Traum, besiege den unbesiegbaren Feind, strebe mit deiner letzten Kraft nach dem unerreichbaren Stern.